Keine Zeitverschiebung wegen eines Fußballspiels wie beim Bieranstich, kein Regen, gar nichts - das Baumaufstellen bei der Höchstadter Kirchweih am Samstag klappte wie am Schnürchen. "Keinerlei Probleme", strahlte "Baumchef" Johannes Riegler, als die Männer vom Kellerbergverein und der Jungen Liste das 24 Meter lange Kirchweihsymbol im Schweiße ihres Angesichts in die Höhe hievten. Sie trugen neu angeschaffte T-Shirts - verwendbar für jedes Jahr.

Stadtkapelle Höchstadt sorgte für den richtigen Klang

Musikalisch begleitet wurden sie von der Stadtkapelle Höchstadt und einigen sangesfreudigen Höchstadter Bürgern, die spontan das Liedla singen übernahmen. "Die AC-ler haben das mit dem Singen halt nicht so drauf. Drum müssen wir das machen", spottete einer von ihnen. Ernst war das natürlich nicht gemeint - an der Kerwa gehört ein bisschen Spott eben dazu.
Apropos Spott - auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL), der sich wie fast alle Jahre kräftig mit in die Schwalben stemmte, konnte sich eine Bemerkung nicht verkneifen - allerdings weltpolitischer Art und nicht gegen seine Stadt oder die fleißigen Helfer gerichtet: "Was die Amis können, können wir schon lang. Wir haben nämlich unsere eigene Drohne." Gemeint war das kleine schwirrende Etwas, das seine Kreise über dem Festplatz zog und emsig das Geschehen filmte.

Eine von der Stadt beauftragte Firma macht einen Imagefilm für den Höchstadter Internetauftritt - und dabei darf die Kerwa natürlich nicht fehlen. Sorge, ausgespäht zu werden, brauchen die Bürger nicht zu haben - das Ding surrt nämlich so vernehmlich, dass ein heimliches Filmen so gut wie unmöglich ist. Außerdem ist es stets auf Sichtweite.
Am Alten Kuhstall, wo der Heimat- und Verschönerungsverein seinen Teil zur Kirchweih in der Innenstadt beiträgt, sorgte während des Baumaufstellens an den Aischauen eine Reisegruppe aus Düsseldorf für Betrieb. Während die ein Hälfte auf Pferdekutschfahrt war, ließen sich die anderen die leckeren Kirchweihküchla und den Kaffee schmecken - anschließend wurde getauscht. "Das ist schön hier", findet Organisatorin Rosi Sroka. "Wir machen alle Jahre einen gemeinsamen Ausflug in die unterschiedlichsten Gegenden und es freut uns, heuer gerade zur Kirchweih hierher gekommen zu sein."

Georg Römer, Vorsitzender des Heimat- und Verschönerungsvereins, freute sich über die auswärtigen Gäste. "Auch die Höchstadter kommen noch", erzählt er. Am Donnerstag, als sie die Kirchweih gestartet haben, seien rund 200 Leute da gewesen - zum Kesselfleischessen und am Abend zum Liedla singen. "Nach etwas Anlaufzeit haben sich sogar welche getraut, ganz spontan ihre eigenen Texte zu singen - genau so soll es ja an der Kerwa sein!"