Im Jahr 2016 lenken die Herzogenauracher Orgeltage den Focus auf die Königin der Instrumente. Zahlreiche auswärtige Gäste wollten sich den Genuss beim Auftaktkonzert nicht entgehen lassen.

Den Beginn der dreiteiligen Reihe machten gleich drei renommierte Domorganisten mit einem Improvisationsfest an der Metzler-Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena in Herzogenaurach. Die Drei waren Monsignore Hans Leitner, München, Professor Franz Josef Stoiber aus Regensburg, und der Bamberger Domorganist Professor Markus Willinger. Die drei Organisten hatten die Möglichkeit, an einem herausragenden Instrument ihr Können unter Beweis zu stellen.

Markus Willinger ist neben seiner Tätigkeit als Domorganist in Bamberg (seit 1995) auch Professor an der Musikhochschule in Nürnberg.
Monsignore Hans Leitner wurde nach seinem Studium der Theologie und der Kirchenmusik Domorganist und Domvikar in Passau und ist seit 2003 als Domorganist und Domvikar in München tätig. Professor Franz Josef Stoiber wirkt seit 1989 als Dozent an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg, wo er auch 1996 zum Domorganisten berufen wurde.

Während Willinger schon einige Male die Orgel gespielt hatte, und Stoiber beim Orgelfestival im Jahr 2014 in Herzogenaurach war, hatte Leitner das erste Mal die Gelegenheit, die 2002 eingeweihte Orgel zu spielen.


Lob für die edle Ausführung

Aber alle drei hatten sich auf diese Gelegenheit gefreut. Leitner würdigte das ästhetisch ansprechend gestaltete Instrument, die edle Ausführung und den Klang der Orgel. Nicht einfach sei es aber, bei der Improvisation die Registrierung von Hand selber vorzunehmen, denn ein Assistent müsse quasi Gedanken lesen können - und das sei beim Improvisieren kaum möglich. In den Pausen zwischen den einzelnen Stücken konnten die Zuhörer daher genau verfolgen, wie einzelnen Register gesetzt wurden.

Gerne nach Herzogenaurach gekommen war auch Metzler, hatte er doch vor rund 14 Jahren die Orgel mit eingebaut und nach der Einweihung den Herzogenaurachern vorgestellt. Metzler hatte am Nachmittag die Orgel eigenhändig gestimmt, um einen ungeschmälerten Hörgenuss zu ermöglichen. Wie er aus der Historie der Firma Metzler in Dietikon berichtet, wurden dort bis in die 1960er Jahre noch Setzer für die Orgel angefertigt und eingebaut. Dann besannen sich Auftraggeber und Hersteller auf den barocken Orgeltypus und wählten nur noch die Möglichkeit, Register von Hand zu setzen. Inzwischen ist aber ein gegenläufiger Trend zu beobachten. Im Programm enthalten waren Fantasien über "Christ ist erstanden", "Nun lobet Gott", Betrachtungen zum Sternenhimmel oder zur Rosenkranzmadonna in der Kirche. Außerdem hatte jeder Zuhörer auch die Chance, über ein schriftlich ausgewähltes Lied, über das improvisiert werden sollte, das Konzertprogramm mit zu gestalten.

In der Pause wurden Getränke und Häppchen von der Chorjugend offeriert. Diese wurden für eine Spende zur Unterstützung der Chorarbeit gerne entgegengenommen. Aufgezeichnet wurde das Konzert von Herzo-TV und einzelne Einstellungen auf einer großen Leinwand vor dem Sebastiansaltar übertragen. Dadurch konnten alle Zuhörer auch die Fingerfertigkeit an den Manualen und die Beinarbeit der Organisten am Pedal genau mitverfolgen.

Alles in allem war es ein sehr gelungener Konzertabend, der die Zuhörer erfüllt mit den unterschiedlichsten Eindrücken in den Abend entließ.