Diese hölzernen Kurbelratschen erzeugen einen klappern-den Ton, der weit zu hören ist. Die Ministranten bringen mit dem Spruch "Wir ratschen euch den Englischen Gruß, den jeder katholische Christ kennen muss" den Gläubigen die Kartage in Erinnerung.

Einsatz war in diesem Jahr vor allem von den Ministranten um Julia Hartmann und Andreas Mauser gefordert. Das regnerische Wetter am Karfreitag machte die Touren durch die Innenstadt nicht gerade angenehm. Aber Ministrantendienst heißt eben nicht nur in der aufwendigen Osternacht einen Dienst zu übernehmen, sondern auch mit dem Ratschen am Karfreitag die Vorbereitung für dieses hohe Fest zu bestreiten.

Außerdem besagt ein alter Spruch: "Wenn es an Karfreitag regnet, ist das ganze Jahr gesegnet." Also mussten die Ministranten bei Regenschauern durch die Stadt gehen und mit ihrem Spruch den Bewohnern die Termine für Andachten in die Erinnerung rufen.


Über das frische Wetter half nach dem Gang durch die Stadt das wärmende Frühstück hinweg. Gemeinsam hatten sie Marmelade und "Weggli" besorgt. Dazu hatten Julia Hartmann und Andreas Mauser für die nötigen Vitamine noch einen Obstsalat vorbereitet. Außerdem konnten in der kleinen Küche in der Kaplanei Tee und Kakao gekocht werden. Zum Aufwärmen saßen sie nach dem ersten Durchgang am Karfreitagmorgen noch im Gruppenraum zusammen. Zum Mittagesesen konnten sie sich mit Fischstäbchen und Kartoffelspalten stärken.
Die Ratscher waren am Karfreitag um 8 Uhr unterwegs, als es in der Stadt bereits hell war. Zu hören waren die Ratschen auch um 12 und 18 Uhr. Auch am heutigen Karsamstag sind die Ministranten zu vier Uhrzeiten unterwegs.

Das letzte Abendmahl Jesu und die heilige Eucharistie standen bereits am Gründonnerstag im Mittelpunkt des Gedenkens. Den Abendmahlgottesdienst in der Pfarrkirche St. Otto in Herzogenaurach zelebrierte Stadtpfarrer Helmut Hetzel mit Pastoralreferent Thomas Matzick, Gemeindereferent Bernhard Keller und Pater Vincent Chettiar MSFS für den gesamten Seelsorgebereich.

Während des Abendmahlgottesdienstes sorgte der Otto-Chor unter der Leitung von Reinhold Weber an Stelle der Orgel für die entsprechende Unterstützung des Gemeindegesanges. "Jesus schickt uns ein Bild von sich, in der Geste des Dieners", sagte Matzick in seiner Auslegung des Evangeliums. Und auf die Fußwaschung Bezug nehmend: "Jesus zeigt seinen Jüngern, was es heißt, für andere da zu sein." Ein Bild von Sieger Köder von der Fußwaschung zeigt das Gesicht Jesu als Spiegelbild in der Wasserschüssel. Jeder der Gottesdienstbesucher hatte die Möglichkeit, sein Antlitz in einer Schale zu betrachten.

Im Anschluss an den Abendmahlgottesdienst gegen 20.45 Uhr gestaltete der Heimatverein eine Ölbergandacht vor der Ölbergdarstellung am Chor der Stadtpfarrkirche. Zu diesem Zweck war durch Helmut Fischer schon vor einigen Jahren ein Heft mit Lied- und Gebetstexten zusammengestellt worden. Gemeinsam mit Stadtpfarrer Helmut Hetzel trugen Herbert Dummer und Manfred Welker die Gebetstexte vor. In der Krypta hatten die Gläubigen im Anschluss daran die Möglichkeit zur stillen Anbetung des Allerheiligsten.