Wäre die Erneuerung der Aischbrücke in Höchstadt nach Plan verlaufen, hätten eine ganze Reihe von Anwohnern in Gremsdorf und viele Pendler wenigstens jetzt in den Wintermonaten aufatmen können. Doch wie es aussieht, wird der Aischübergang frühestens in einem Jahr wieder für den Verkehr freigegeben. Das bedeutet weiterhin Autoschlangen durch die Ortsstraßen in Gremsdorf, Umwege von fünf und mehr Kilometern und teilweise lange Wartezeiten an der Einmündung der Rothenburger Straße in die B 470 bei Lonnerstadt.

Dort hat sich erst am Wochenende wieder ein Unfall ereignet. "Die Linksabbieger sind hier das Problem, weil wegen des dichten Verkehrs die Zeitlücken fürs Abbiegen sehr klein sind", sagt Bernd Otte, Verkehrssachbearbeiter bei der Erlanger Polizei und zuständig für den Landkreis.

Auch wenn in den vergangenen zwölf Monaten an dieser Einmündung schon zehn Unfälle registriert wurden, spricht die Polizei hier noch nicht von einem Unfallschwerpunkt. Im Jahr zuvor hat es hier sieben Mal gekracht. Wenn die Brückenbaustelle abgeschlossen, die Umleitung wieder aufgehoben ist und dann immer noch zehn Unfälle im Jahr passieren, könnte man von einem Unfallschwerpunkt sprechen, sagt Verkehrsexperte Otte.


Spiegel kein Allheilmittel

Für den stellvertretenden Höchstadter Polizeichef Thomas Gamm schreit diese Einmündung auch nicht nach einer baulichen Veränderung. Der Einmündungsbereich ist übersichtlich genug.

Eine weitere markante Stelle auf der östlichen Umleitungsroute ist die Brückenstraße in Gremsdorf. Ein FT-Leser hat im Bürgermeldeportal "www.in-frankenmelder.de" (siehe nähere Infos unten) einen Spiegel vorgeschlagen, um die 90-Grad-Kurve am Hauseck vor der Aischbrücke übersichtlicher zu gestalten. Thomas Gamm hält von einem solchen Verkehrsspiegel aber nicht viel: "Kein Allheilmittel. Würde vermeintliche Sicherheit vortäuschen." Zudem wäre ein Spiegel im Winter oft angefroren.

Der Polizeibeamte liegt mit Gremsdorfs Bürgermeister Norbert Walter (CSU/BB) auf einer Linie. Beide appellieren an die Autofahrer, sich einfach vorsichtig an die Ecke heranzutasten. "Es geht nur mit Rücksichtnahme", sagt der Bürgermeister, dem es natürlich am liebsten wäre, die Autofahrer würden die offizielle Umleitung über die Schönwetterstraße nehmen.

Walter stellt fest, dass viele aus Richtung Freibad kommende Autofahrer nach der einspurigen Brücke noch einmal richtig Gas geben, statt sich vorsichtig an die Ecke heranzutasten. Kein Verständnis hat er für die Fahrer, die im größten Berufsverkehr die Route durch Gremsdorf wählen und dann nach links in die B 470 einbiegen wollen. Sie verursachen immer wieder lange Rückstaus.

Im kommenden Jahr werde die Route durch Gremsdorf ohnehin nicht mehr möglich sein. Dann werden Mühlenweg und Brückenstraße Baustelle und von Grund auf saniert, kündigt Walter an.

Überhaupt wundert sich der Bürgermeister, dass die Anwohner "so lange still halten". Manche würden aber schon überlegen, ihren Traktor als Behinderung auf die Straße zu stellen.



inFranken-Melder

Defekte Straßenlaternen, übervolle Mülleimer, fehlende Parkbänke: Ab sofort kann jeder Wünsche und Anregungen zu seiner Umgebung auf dem Bürgermeldeportal www.in-frankenmelder.de veröffentlichen. Im Anschluss sorgt inFranken.de dafür, dass das jeweilige Anliegen an der richtigen Stelle landet - also beim zuständigen Mitarbeiter in Verwaltung, Behörde oder Amt. Der Fortschritt ist dann per Statusaktualisierung und an den Kommentaren einsehbar. Die öffentlichen Stellen können sich aktiv an dem Portal beteiligen. red