Herzogenaurachs erste Apotheke schließt nach 190 Jahren: Am Mittwoch (31. März 2021) ist die Beyschlagsche Apotheke in der Hauptstraße 31 in Herzogenaurach zum letzten Mal geöffnet. Nach 33 Jahren schließt Inhaberin Gabriele Sehring-Castelli die Traditionsapotheke. Sie war die erste Apotheke in Herzogenaurach.

"Es ist so, dass noch sehr viel Arbeit da ist, die davon ablenkt. Die etwas traurige Stimmung aber auch Erleichterung kommt dann erst heute Abend." So beschreibt Gabriele Sehring-Castelli ihre Stimmung am letzten Öffnungstag ihrer Apotheke. Man sei noch fleißig am Arbeiten, erklärt sie inFranken.de.

Beyschlagsche Apotheke: Chefin verabschiedet sich in den Ruhestand

Sehring-Castelli führt die Apotheke seit 1988 - seit insgesamt 33 Jahren. Jetzt geht sie in den Ruhestand und schließt die Apotheke somit aus persönlichen Gründen. Sehring-Castellis Pläne für die Zukunft sehen so aus: "Mann, Kinder, Enkelkinder, Haus und Garten." Sie wolle sich mehr um die Familie kümmern. Außerdem hofft sie, Hobbys zu entdecken beziehungsweise wiederzuentdecken. 

Die Entscheidung zur Schließung sei endgültig erst im Dezember letzten Jahres gefallen. In Sehring-Castellis Familie gibt es niemanden, der Pharmazie studieren wollte, weshalb sie anderweitig nach einem Nachfolger suchte. Doch auch nach zwei Jahren Suche ist sie nicht fündig geworden. 

"Es gibt zu viel Angebot auf dem Markt", begründet das Sehring-Castelli. Da es sehr viele Apothekenbesitzer in ihrer Generation gebe, die jetzt das Rentenalter erreichen, sei es schwer, einen Nachfolger zu finden. Eine Rolle spiele auch, dass durch die immer größer werdende Tendenz zu Online-Apotheken die Umsätze "normaler" Apotheken geringer werden. 

Stammkunden bedauern Schließung der Apotheke in Herzogenaurach

Die Reaktionen auf die Schließung der Beyschlagschen Apotheke sind eindeutig. "Überwiegend war es Bedauern. Aber sie verstehen auch meinen Entschluss", erklärt Sehring-Castelli. Die Apotheke habe sehr viel Stammkundschaft und diese treuen Kunden bedauern natürlich, dass sie ihre Anlaufstelle verlieren.

Über die Versorgung in Herzogenaurach macht sich Sehring-Castelli keine Sorgen, schließlich gebe es noch drei weitere Apotheken in der Stadt. Auch die Zukunft ihrer Mitarbeiter sei geklärt. Der Großteil habe bereits neue Anstellungen gefunden, einige gehen ebenfalls in Rente. 

Trotzdem sei es "schlecht für das Zentrum". Durch den Online-Handel werde es in Kleinstadt-Zentren immer schwerer, neue Geschäfte anzuziehen. Welches Geschäft in Zukunft in der Hauptstraße 31 zu finden ist, bleibt offen. Doch Sehring-Castelli erklärt: "Ich habe schon etliche Anfragen bekommen". Eine Apotheke sei leider noch nicht dabei gewesen. 

Aus ganz anderen Gründen kommt es bei Media Markt und Saturn zu Schließungen: Media Markt und Saturn wollen in Deutschland bis zu 1000 Stellen streichen. 13 Märkte sollen schließen. Allein in Franken betreibt die Elektronikmarkt-Kette aktuell 24 Filialen.