Achtzehn Familienmitglieder umfasst die Zirkusfamilie Bügler, welche in der achten Generation einen Familienzirkus betreibt. Der jüngste Spross ist der sechsjährige Ricardo. Er turnt in luftiger Höhe am Trapez, bei einer Nummer zusammen mit seinem dreizehnjährigen Cousin Toni. Für die beiden Kinder ist das Zirkusleben der Alltag. Eine Vorstellung an Weihnachten gibt es für die beiden schon immer.

In den Zirkus, aber nicht in die Manege, sondern den Zuschauerraum, ist auch die achtjährige Sophie mit ihrem Bruder Robin (11) gekommen. Der Achtjährigen gefallen vor allem die Kamele: "Sonst gibt es immer nur Pferde. Da sind Kamele mal was anderes!" Das klassische Zirkuspferd, auf das während des Galopps auf- und abgesprungen wird, durfte natürlich auch nicht fehlen.
Bei einer Trampolinnummer machten die Zirkuskids erst einfache Überschläge in der Luft, dann sprangen sie über zwei, später vier kleine Pferde - und zum krönenden Abschluss noch durch einen Ring in knapp zwei Metern Höhe.

In einem traditionellen Zirkus dürfen natürlich auch die Clowns nicht fehlen. Auf witzige Weise veralbern sich die beiden gegenseitig und bringen Groß und Klein zum Lachen. Danach betrat die achtjährige "Zirkusprinzessin" Anjali die Manege. Die jüngste Frau in der Familie will hoch hinaus, am Trapez turnt sie in bis zu acht Metern Höhe und erntet für ihren Mut und ihre Körperbeherrschung den verdienten Applaus, was die kleine auch sichtlich stolz auf sich selbst sein lässt. Später wird sie zeigen, dass sie auch am Boden eine ordentliche Show machen kann. Mit unzähligen Hula-Hoop Reifen schwingt die Achtjährige die Hüfte und sorgt für staunende Gesichter.

Kraft, Mut und Feuer

Gestaunt wurde auch, als einer der Jungs anfing, alle möglichen Gegenstände auf seinem Kinn zu balancieren. Erst ein Stuhl, dann zwei Stühle, dann drei. Dann eine Bierbank und zum Schluss eine Schubkarre. Welche Last hier auf den Kiefer und das Kinn wirken, wollte sich lieber keiner so recht ausmalen.

Und auch Feuer haben die Zuschauer gesehen. Bis es geschluckt wurde jedenfalls. Der Feuerschlucker trat vor den Vorhang in die Manege und das Licht ging aus. Das Feuer an seinen Fackeln war nun die einzige Lichtquelle im großen Zelt, bis er anfing, Feuer zu spucken. Dann war es wieder hell und man konnte auch die Wärme der Meter großen Flammen im Gesicht spüren. "Ich mach bei sowas die Augen zu", erzählt die achtjährige Sophie. "Da hab ich Angst dass das ins Auge geht."

Dass auch mit Ziegen umgegangen werden kann, zeigt die Zirkusfamilie im Anschluss. Drei Ziegen stehen brav auf ihren Podesten und der Reihe nach zeigen sie, was sie können. Eine kann sogar auf einer Wippe hin und her wippen - was vor allem bei den Kindern gut ankommt.

Noch reihenweise weitere Kunststücke und Darbietungen gibt es zu bestaunen bei dem knapp zweistündigen Programm, ehe es für die Zirkusleute gegen 16 Uhr dann heißt Tiere füttern. Währenddessen kümmern sich die Frauen um das Weihnachtsessen. "Ente mit Knödel und Kraut gibt es", verrät Veronika Bügler. Zum Nachhausefahren nach Bad Kreuzach wäre es zu weit, erzählt sie, deshalb feiert die 18-köpfige Familie dieses Jahr Weihnachten in Herzogenaurach.

Bis 6. Januar noch ist der Zirkus zu Gast in der Dr.- Daßler-Straße in Herzogenaurach. Vorstellungen gibt es täglich um 14 Uhr und 16 Uhr.