• Gefahr durch Mikroplastik: Jeder Mensch nimmt pro Woche eine Kreditkarte mit der Nahrung auf
  • Kunststoffteilchen bedrohen Meerestiere und Vögel weltweit - sie verhungern bei vollem Magen
  • Bisher gab es keine Methoden zur Entfernung von Mikroplastik
  • Erlanger Forscher haben nun revolutionäre Lösung gefunden

Erlanger Forscher finden heraus, wie man Wasser von Mikroplastik säubert: Mikroplastik bedroht Menschen und Tiere weltweit. Die Plastikteilchen entstehen, weil Plastikmüll durch Wind oder illegale Entsorgung in Gewässern landet und sich dort über Jahrzehnte bis Jahrhunderte langsam zersetzt - aber nicht abbaut. Auch Kosmetikprodukte enthalten oft Mikroplastik. Dort dienen die Mini-Partikel als Scheuermittel. Beim Waschen von Kleidung entsteht ebenfalls Abrieb. In der Kläranlage wird Mikroplastik nicht vollkommen gefiltert - und endet dann oft in Flüssen, im Meer oder im Klärschlamm. 

Erlanger Forscher: Darum ist Mikroplastik so gefährlich

Dort wird das Mikroplastik von Vögeln, Fischen und anderen Meerestieren aufgenommen. So landet es wieder auf unserem Teller. "Schätzungen zufolge nimmt jeder Mensch mit der Nahrung wöchentlich bis zu 5 Gramm Mikroplastik zu sich – so viel wie eine Kreditkarte", schreibt die Uni Erlangen-Nürnberg in einer Pressemitteilung. Außerdem bedroht Mikroplastik auch die Tiere selbst. Sie fressen die Plastikteilchen und verhungern bei vollem Magen. 

Aus einem Stück Plastikmüll von der Größe eines Zuckerwürfels könnten im Laufe der Zeit circa 1500 Mikropartikel oder circa 150.000 Teilchen Nanoplastik werden, so die Uni in ihrer Mitteilung. Je kleiner die Plastikpartikel sind, desto eher können sie in die Körperzellen eindringen und dort schwere Schäden hinterlassen. Nanoplastik habe eine große Oberfläche, an die sich Giftstoffe und Schwermetalle leicht heften können. 

"Bis heute wurden mehr als 8,3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt, von denen ein Großteil nicht recycelt wurde und auch nicht wird", schreibt die Uni Erlangen-Nürnberg. Bis 2050 könnten wir weltweit so zwölf Tonnen Plastikmüll anhäufen, warnen Erlanger Forscher. Bisher habe es aber noch keine echten Lösungen für das Mikroplastik-Problem gegeben. "Effiziente Methoden zur Beseitigung gerade der nanoskaligen Plastikpartikel gibt es bisher nicht, da klassische Methoden wie Filtration oder Oxidation ungeeignet sind", heißt es in der Mitteilung. 

Revolutionäre Methode: Super-Rost säubert Wasser von Plastik-Partikeln

Jetzt haben Erlanger Forscher eine revolutionäre Methode entwickelt, die Wasser von Mikroplastik säubern soll. Der Trick: Ein spezieller Super-Rost. Beschichtete Eisenoxid-Nanopartikel wirken nämlich mit den Plastikteilchen wie ein Kleber. Das haben die Erlanger Forscher in einer Studie nachgewiesen.  Der Super-Rost verklumpt mit dem Mikroplastik - dann können die gefährlichen Partikel mit einem Magneten aus dem Wasser geholt werden. 

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Der Super-Rost sei nicht giftig, betont die Uni Erlangen-Nürnberg. "Natürlich konnten mit dieser Studie nicht alle Fragen beantwortet werden, und kein technisches Verfahren ist geeignet, die gesamten 1,4 Mrd. Kubikkilometer Wasser auf der Erde von Mikro- und Nanoplastik zu reinigen", heißt es weiter. Aber: Das Team um den leitenden Professor Marcus Halik vom Department für Werkstoffwissenschaften in Erlangen arbeite an einer technischen Umsetzung. Dann soll künftig weniger Mikro- und Nanoplastik überhaupt erst in Flüssen landen. 

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