Ein Sportverein lebt von langjährigen treuen Mitgliedern, die aktiv Sport treiben, aber auch Vereinsaufgaben übernehmen. Dafür ist Martin Schiepek, der derzeitige Vorsitzende der Spielvereinigung Uehlfeld, ein schlagender Beweis. Er hat als junger Mann in der A-Jugend angefangen. An seinen damaligen Betreuer Gerhard Dennin, von allen Plüsch genannt, erinnert er sich gut. "Dann war ich fast 20 Jahre lang der Torwart der ersten Mannschaft", schildert Schiepek seine Laufbahn. Fußball spielt er heute nur mehr aus Spaß an der Freud'. Dafür ist er als Trainer für die erste Mannschaft eingesprungen.

Inzwischen hat Schiepek noch ein Hobby im Rahmen der Spielvereinigung entdeckt: das Theaterspielen. "Er ist ein guter Schauspieler; die Leute kommen auch wegen ihm", verrät dazu Michaela Raber, die Abteilungsleiterin Breitensport.
Ob ihm diese Fähigkeit als Torwart zugute gekommen ist? Das schließt Schiepek lieber aus.

"Dann bin ich mal zu lang hocken geblieben", behauptet er als Anstoß für seine Funktionärskarriere: Jugendleiter, Abteilungsleiter Fußball, Erster Vorsitzender. Drei Jahre steht er nun der Spielvereinigung vor. "Ich bin sehr euphorisch herangegangen", sagt er und spricht lieber von gelungenen kleinen Schritten. Wie die eigene Stadionzeitung, die zu jedem Heimspiel aufgelegt wird. Sorgen macht ihm, dass es derzeit keinen Betrieb im Sportheim gibt und nur die Jugend bei Spielen Getränke verkaufen kann.

Bei der Jahresversammlung war es Schiepek ein besondere Ehre, Marian Sypien den ersten Vereinsschal umzuhängen. Nicht wegen des Kleidungsstücks, das nach den roten Vereinsmützen das zweite mit dem Vereinslogo ist. Nein, Marian Sypien war vor 70 Jahren dabei, als die Spielvereinigung gegründet wurde.

Hauptsächlich stand er - ähnlich wie Schiepek - im Tor. "Wir spielten in der B- und in der C-Klasse, oder?", fragt Sypien seinen Nachbarn Reinhard Lienert, denn Sypien ist sich nach so langer Zeit nicht mehr sicher, ob es diese Einteilung von Anfang an gegeben hat. Aber dass auf Plätzen gespielt wurde, die bucklig wie ein Acker waren, da ist er sich sicher.

Der erste Sportplatz in Uehlfeld war an der Demantsfürther Brücke. Er lag im Überschwemmungsgebiet, was zwischendurch den Spielbetrieb einschränkte. Eine Halle gab es nicht. Deshalb wurde Feldhandball gespielt; das kann man sich heute kaum mehr vorstellen. Die Uehlfelder Damen waren damals besonders erfolgreich. Sie spielten sogar in der Bezirksliga.

Lienert ist der Chronist des Vereins. Nicht nur deshalb hat er seinen ersten Mitgliedsausweis aufgehoben. "Vier Mark mussten wir im Quartal Beitrag zahlen", sagt er und zeigt auf der Rückseite die eingeklebten Marken.


Der Verein bemüht sich um Nachwuchs und will das Sportheim beleben

Im Juli feiert die Spielvereinigung (SpVgg) Uehlfeld ihr 70-jähriges Bestehen. Das Wochenende vom 22. bis zum 24. Juli steht ganz im Zeichen des Sports und der Geselligkeit, auch wenn ein großes Jubiläum erst in fünf Jahren ansteht. Vielleicht ist bis dorthin auch das Vereinsheim wieder bewirtschaftet. "So ist das keine Lösung", hatte Schiepek schon in der Jahresversammlung geklagt.

Für die Gebäude am Sportplatz gibt er denn auch ein "kleines Ziel" vor: Die Umkleiden sollen erneuert und erweitert werden. Um die Kosten für den noch nicht ganz schuldenfreien Verein gering zu halten, hofft er, viele Freiwillige zu finden.

"Wegen der Eigenleistungen will ich die Leute ansprechen", sagt er und lobt gleich die vielen Helfer bei den Arbeitseinsätzen. Unter anderem haben sie Sitze am Platz montiert und erstmals ein Sonnwendfeuer organisiert. Die Beteiligung des Vereins an der Kirchweih und am Sternlas-Markt ist schon obligatorisch.

Ebenfalls engagiert sich der Verein im Ferienprogramm der Kommune. Die Tischtennisabteilung bietet immer einen Schnupperkurs an. Der ist gut besucht, aber leider schloss sich bisher noch kein weiterer Jugendlicher der Abteilung an, obwohl die in Turnieren recht erfolgreich abschneidet.

Auch die Tennisabteilung macht auf ihre Sportart aufmerksam; sie hat sie in der Schule vorgestellt, berichtete Marlen Kaiser. Aktiv sind derzeit zwei Herrenmannschaften, die Damen und eine Bambini-Mannschaft. Auch die Fußballabteilung hätte gerne Neuzugänge. Den Trainerwechsel haben die Aktiven gut verkraftet. Nachdem Andreas Hetzel als Trainer abgesagt hatte, sprang auch hier der Vorsitzende ein. Martin Schiepke zur Seite steht Thomas Schmitt als Co-Trainer. Das hat sich bewährt, weshalb die beiden auch in der kommenden Saison weitermachen wollen.


Ich bin dabei, weil ...


... mein Sohn im Sportverein ist. Mir ist gerade bei Kindern und Jugendlichen die sportliche Betätigung wichtig. Deshalb habe ich vor einem Jahr die Aufgabe eines Jugendleiters Fußball übernommen. Stefan Wille

... es in Uehlfeld Tradition ist, dem Sportverein anzugehören. Mein Vater Marian Sypien gehört zu den Gründungsmitgliedern der Spielvereinigung. Ich selber bin dazu gekommen, als die Tennisabteilung neu gegründet wurde. Dort war ich dann lange in der Abteilungsleitung aktiv. Peter Sypien

... weil mein Vater schon hier Fußball gespielt hat. Ich spiele in der ersten Mannschaft. Der Trainer schickt mich immer wieder auf verschiedene Positionen. Wichtig ist mir auch, dass meine Kumpel da mit dabei sind, soweit sie wie ich in Uehlfeld wohnen.Matthias Müller

... ich von jeher Interesse am Tennis spielen hatte. Derzeit bin ich der Mannschaftsführer der Damenmannschaft. Andere Angebote für Frauen wie zum Beispiel Gymnastik locken mich nicht. Marlen Kaiser

... ich gern Fußball spiele. Allerdings bin ich erst mit 19 Jahren in den Verein eingetreten, als ich in die erste Herrenmannschaft hierher gewechselt bin. Ich spiele im Sturm und bin derzeit der Kapitän. Ist man länger aktiv in einem Verein, wächst man auch in andere Aufgaben hinein. So habe ich vor drei Jahren die Abteilungsleitung Fußball übernommen. Da kümmere ich mich auch um die zweite Mannschaft und um den Jugend- und Kinderbetrieb, zusammen mit einigen Kollegen. Stefan Wille kümmert sich um die Großfeldpiele, Thomas Hertwig um das Kleinfeld.Matthias Weichlein