Ein breites Spektrum an musikalischen Darbietungen brachte das festliche Konzert in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena in Herzogenaurach. Rund 400 Zuhörer überzeugten sich davon, dass sich die Kirche hervorragend für ein weihnachtliches Konzert eignet.

Einige hundert Personen wirkten auch in diesem Jahr mit und mussten daher zum Teil die Zeit bis zu ihrem Auftritt im Pfarrzentrum neben der Stadtpfarrkirche und in der Musikschule abwarten. Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) würdigte den "Schlussakkord" des kulturellen Lebens in Herzogenaurach und merkte an, dass "vermutlich genauso viele Künstler im Kirchenchor wie Zuhörer im Kirchenschiff" sind.

Die Zuhörer konnten mit einem Stück von Henry Purcell aus dem 17. Jahrhundert bis zu der Vertonung des "Puer natus in Bethlehem" durch den Herzogenauracher Gerald Fink - der auch die Moderation übernommen hatte - eine Zeitreise durch die Musik antreten.

Start mit der Bläserphilharmonie

Das Konzert begann mit der Ouvertüre Solonelle "1812" von Pjotr Iljitsch Tschaikowski durch die Bläserphilharmonie der Stadtjugendkapelle unter der Leitung von Norbert Engelmann. "Napoleons Untergang brachte Musikanlagen den Tod", zitierte Engelmann einen Presseartikel, der sich besonders auf die imposante Instrumentierung des Werks bezog. Denn Tschaikowski habe für die Ouvertüre alles aufgebracht, was ein Orchester zu seiner Zeit überhaupt bieten konnte, bis hin zu Kanonen. Engelmann beruhigte aber zu Beginn die Zuhörer: "Wir werden nicht die Originalpartie spielen!"

Gut vertreten war die Käthe-Zang-Sing- und Musikschule Herzogenaurach (SMH). Das "Concerto Grosso a-Moll" von Antonio Vivaldi wurde durch das Akkordeonorchester der SMH unter der Leitung von Roland Baumann dargebracht. Die Originalvorlage wurde für eine originelle Besetzung erarbeitet. "Auch hier wird weihnachtliche Stimmung vorbereitet", meinte Fink in seiner Würdigung.

Der Posaunenchor, quasi das "Hausorchester" der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Wilfried Schneider ist durch durch zahlreiche Aktivitäten im Advent erprobt. Durch ihn erklang "Machet die Tore weit", "Nun komm der Heiden Heiland" und "Highland Cathedral".

Klein, aber oho

Dass auch kleine Ensembles, die a cappella singen, anhörenswert sein können, bewiesen die Vokalensembles Dissonant mit "Kiss from a rose" und Ton in Ton, bestehend aus sechs weiblichen und zwei männlichen Stimmen mit "Fröhlich klingen uns're Lieder" und "In the bleak mid-winter".

Neu eingeführt wurde auch das Kammerorchester Herzogenaurach. Es wurde gegründet, um eine musikalische Lücke im Leben der Stadt Herzogenaurach zu schließen. Der neu zusammengestellte Klangkörper führte sich mit einem Concerto Grosso von Pietro Locatelli gut ein.

Cornelia Schmid (Alt) und Christian Kaltenhäußer (Bass) bewiesen mit zwei Kantaten aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, dass sie nicht nur gut dirigieren, sondern auch gut singen können.
Einen größeren Part hatte der Volkschor Herzogenaurach unter der Leiterin Cornelia Schmid mit drei traditionellen Stücken. "Advent, Advent", "Tollite Hostias", dem Schlusschor aus "Oratorio de Noel" von Camille Saint-Saens und "Wieder naht der heil'ge Stern" von Lorenz Maierhofer.

Die Chorgemeinschaft ist die größte Gruppe

Mit rund 50 Aktiven stellten die Chorgemeinschaft St. Magdalena unter der Leitung von Toni Rotter die größte Formation des Konzerts dar. Den Sängern ging "Gloriosa dicta sunt", "Jauchzet dem Herrn aller Welt" von Felix Mendelssohn Bartholdy und "A maiden most gentle" gewohnt leicht von den Lippen. Die Formation erhielt den längsten Applaus.

Aus der Messe breve Nr. 7 von Charles Gounod hatte sich der ASV-Chor Niederndorf unter der Leitung von Manfred Meierdas "Gloria" und "Lobt den Herrn der Welt" nach Trumpet Volontary von Henry Purcell erarbeitet.
Vom Liederkranz 1861 brachten die Sänger der Formation HerzoVokal "Cantique de Jean Racine" von Gabriel Faure, "Gloria in Excelis deo" von Franz Koringer und "Puer natus in Bethlehem" im Satz von ihrem Dirigenten Gerald Fink zu Gehör. Das gemeinsame Schlusslied "Tochter Zion, freue dich" entließ nach viel Applaus die Zuhörer und die Akteure in die Nacht des dritten Advent.