Der A3-Ausbau ist nach sechs Jahren Bauzeit in Franken abgeschlossen. Die Autobahn verfügt jetzt durchgehend über sechs Fahrbahnen.
Die A3 zwischen Würzburg und Nürnberg galt lange als Nadelöhr für Pendler und Reisende. Staus, Unfälle und zäher Verkehr gehörten auf dem stark befahrenen Abschnitt zum Alltag. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder bezeichnete die Strecke einst als "Leidensstrecke der Franken".
Nun ist das Ende der Bauarbeiten erreicht: Am Montag (3. August 2026) wurde der sechsstreifige Ausbau der A3 zwischen den Autobahnkreuzen Biebelried und Fürth/Erlangen offiziell für den Verkehr freigegeben. Die feierliche Verkehrsfreigabe fand an der Tank- und Rastanlage Aurach-Nord (Landkreis Erlangen-Höchstadt) statt, wie das Bundesministerium für Verkehr mitteilte.
Nach sechsjährigem A3-Ausbau in Franken: Bundesverkehrsminister Bilger gibt Autobahnbereich offiziell frei
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und Dirk Brandenburger, Geschäftsführer Technik der Autobahn GmbH des Bundes, gaben den 76 Kilometer langen Streckenabschnitt gemeinsam frei. "Wir arbeiten am Comeback der Infrastruktur", erklärte Bilger laut Pressemitteilung. Die A3 sei eine bedeutende Europastraße im transeuropäischen Verkehrsnetz und zähle zu den meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands.
Der Bund habe für das Projekt 2,8 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. "Damit schaffen wir eine leistungsfähige Verkehrsverbindung, die den heutigen Anforderungen gerecht wird", so der Bundesverkehrsminister weiter.
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter zeigte sich ebenfalls erfreut: "Ich freue mich außerordentlich, dass wir mit der heutigen Verkehrsfreigabe den sechsstreifigen Ausbau der A3 zwischen den Metropolregionen Nürnberg und Frankfurt Rhein-Main komplettieren." Das bringe die langersehnte Entlastung für alle, die täglich auf dieser Verkehrsachse unterwegs seien.
Der A3-Ausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in öffentlich-privater Partnerschaft, das jemals in Deutschland durchgeführt wurde. Die Bauarbeiten begannen im Juli 2020 mit einem feierlichen Spatenstich durch den damaligen Ministerpräsidenten Markus Söder und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer. Ursprünglich war die Fertigstellung für Ende 2025 vorgesehen.
Das Projekt umfasst weit mehr als die reine Fahrbahnverbreiterung, wie aus der Pressemitteilung hervorgeht. Laut Dirk Brandenburger wurden demnach auf rund 18 Kilometern ein lärmoptimierter Fahrbahnbelag eingebaut und neue Lärmschutzanlagen mit bis zu zehn Metern Höhe installiert. Zudem seien 90 Bauwerke neu errichtet und acht Anschlussstellen modernisiert worden. Auch neue Rastplätze für Lkw-Fahrer wurden geschaffen.
Die Bauarbeiten übernahm die A3 Nordbayern GmbH & Co. KG, die für einen Zeitraum von 30 Jahren auch den Betrieb und die Instandhaltung der Strecke übernimmt. Thomas Pfeifer, Direktor der Niederlassung Nordbayern, betonte: "Die heutige Verkehrsfreigabe ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Region." Die A3 sei nun auf der gesamten Strecke zwischen der hessischen Landesgrenze und Nürnberg durchgehend auf sechs Fahrstreifen modern und leistungsfähig ausgebaut.
Jahrelange Einschränkungen für Autofahrer haben ein Ende
Mit der Fertigstellung können nun täglich bis zu 90.000 Fahrzeuge auf sechs statt bisher vier Fahrstreifen rollen. Die wichtige Verbindung zwischen Würzburg und der Metropolregion Nürnberg ist damit deutlich leistungsfähiger geworden. Häufige Staus und zähfließender Verkehr sollen der Vergangenheit angehören.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bezeichnete die A3 als "bedeutende Europastraße in unserem transeuropäischen Verkehrsnetz" und betonte, der Ausbau schaffe "eine leistungsfähige Verkehrsverbindung, die den heutigen Anforderungen gerecht wird". Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter betonte, dass mit der A3 nun eine leistungsfähige Verbindung entstanden sei, die für die Anforderungen der Zukunft "bestens gerüstet ist."
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Bamberger1961: „Wenn man nur die heutige Ministeriums‑Homepage liest, sieht natürlich alles sauber und durchgängig sechsstreifig aus. Das Problem: Die Seite zeigt den Endstand – nicht die Planungsgeschichte.“
Es gab nie eine Planung mit vier Spuren im genannten Abschnitt. Schon im Bundesverkehrswegeplan von 1992 bzw. im daraus resultierenden Fernstraßenausbaugesetz von 1993 war ein durchgängiger sechsspuriger Ausbau der A3 zwischen Biebelried und Fürth/Erlangen enthalten, zwar mit unterschiedlicher Priorität in der Umsetzung verschiedener Teilabschnitte, aber dennoch im gesamten genannten Bereich. Im Bundesverkehrswegeplan von 2003 bzw. dem daraus erstellten Fernstraßenausbaugesetzes von 2004 war der durchgängig sechsspurige Ausbau als Gesamtprojekt mit einheitlicher Priorität des gesamten Abschnitts explizit erwähnt. Die genannten Dokumente lassen sich bei Wikipedia einsehen.
Was lesen Sie denn dazu eigentlich?
„Dazu kommt der Fehler in der Ausschreibung, der den Baustart um rund ein Jahr nach hinten geschoben hat. Auch das taucht auf der heutigen Homepage nicht mehr auf.“
Auch das stimmt so nicht. Nicht die Ausschreibung war fehlerhaft, die beiden eingereichten Angebote hatten Mängel: „Eigentlich sollte der Auftrag für das etwa drei Milliarden Euro schwere ÖPP-Projekt schon im vergangenen Jahr vergeben werden, die Bauarbeiten sollten im Frühjahr 2019 beginnen. Weil die Angebote von beiden Bietern im Vergabeverfahren aber erhebliche Mängel aufwiesen, scheiterte die Vergabe und das Verfahren wurde um ein Jahr verzögert. Beide Bieter mussten neue Angebote abgeben.“ (Quelle: VNP vom 17.02.2020)
Bamberger1961
@JGMeman - Wenn man nur die heutige Ministeriums‑Homepage liest, sieht natürlich alles sauber und durchgängig sechsstreifig aus. Das Problem: Die Seite zeigt den Endstand – nicht die Planungsgeschichte.
In den frühen Jahren war der Abschnitt Höchstadt bis zum Kreuz Erlangen nicht im vordringlichen Bedarf. Genau deshalb wurde damals tatsächlich über einen kleineren Ausbau gesprochen. Erst später wurde auf durchgehend 3+3 umgestellt. Das ist auch der Grund, warum Andreas Scheuer das Thema in Höchstadt öffentlich kritisiert hat.
Dazu kommt der Fehler in der Ausschreibung, der den Baustart um rund ein Jahr nach hinten geschoben hat. Auch das taucht auf der heutigen Homepage nicht mehr auf.
Wer nur den Endzustand anschaut, sieht nicht, was vorher alles schiefgelaufen ist.
Joe-Bamberg
Hauptsache große Show bei der "Eröffnung" und schöne Bilder 😩 ... was uns sicher, alles inbegriffen, einen sechsstelligen Betrag kostet. Von wegen sparen... das sollen doch die Anderen machen 🥳
Bamberger1961
Jetzt feiern alle den fertigen A3‑Ausbau, als wäre das Projekt ein Musterbeispiel für gute Planung. Das stimmt einfach nicht. Die Wahrheit ist: Schon am Anfang wurde gepatzt. Ein Fehler in der Ausschreibung hat das Ganze um ein Jahr verzögert. Ein Jahr – nur wegen Schlamperei.
Und noch schlimmer: Zwischen Höchstadt und dem Kreuz Erlangen sollte zuerst nur zweispurig gebaut werden. Wer so etwas plant, hat den Verkehr auf der A3 offenbar nie selbst erlebt. Das wäre ein kompletter Witz gewesen.
Heute liest man davon nichts mehr. Die Berichte tun so, als sei alles glatt gelaufen. Aber die Region hat jahrelang im Stau gestanden, weil Planer und Behörden nicht sauber gearbeitet haben.
JGMeman
"Zwischen Höchstadt und dem Kreuz Erlangen sollte zuerst nur zweispurig gebaut werden."
Laut Homepage des Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr war zwischen Nürnberg und Würzburg immer ein durchgängiger sechsspuriger Ausbau projektiert.
Bamberger1961: „Wenn man nur die heutige Ministeriums‑Homepage liest, sieht natürlich alles sauber und durchgängig sechsstreifig aus. Das Problem: Die Seite zeigt den Endstand – nicht die Planungsgeschichte.“
Es gab nie eine Planung mit vier Spuren im genannten Abschnitt. Schon im Bundesverkehrswegeplan von 1992 bzw. im daraus resultierenden Fernstraßenausbaugesetz von 1993 war ein durchgängiger sechsspuriger Ausbau der A3 zwischen Biebelried und Fürth/Erlangen enthalten, zwar mit unterschiedlicher Priorität in der Umsetzung verschiedener Teilabschnitte, aber dennoch im gesamten genannten Bereich. Im Bundesverkehrswegeplan von 2003 bzw. dem daraus erstellten Fernstraßenausbaugesetzes von 2004 war der durchgängig sechsspurige Ausbau als Gesamtprojekt mit einheitlicher Priorität des gesamten Abschnitts explizit erwähnt. Die genannten Dokumente lassen sich bei Wikipedia einsehen.
Was lesen Sie denn dazu eigentlich?
„Dazu kommt der Fehler in der Ausschreibung, der den Baustart um rund ein Jahr nach hinten geschoben hat. Auch das taucht auf der heutigen Homepage nicht mehr auf.“
Auch das stimmt so nicht. Nicht die Ausschreibung war fehlerhaft, die beiden eingereichten Angebote hatten Mängel: „Eigentlich sollte der Auftrag für das etwa drei Milliarden Euro schwere ÖPP-Projekt schon im vergangenen Jahr vergeben werden, die Bauarbeiten sollten im Frühjahr 2019 beginnen. Weil die Angebote von beiden Bietern im Vergabeverfahren aber erhebliche Mängel aufwiesen, scheiterte die Vergabe und das Verfahren wurde um ein Jahr verzögert. Beide Bieter mussten neue Angebote abgeben.“ (Quelle: VNP vom 17.02.2020)
@JGMeman - Wenn man nur die heutige Ministeriums‑Homepage liest, sieht natürlich alles sauber und durchgängig sechsstreifig aus. Das Problem: Die Seite zeigt den Endstand – nicht die Planungsgeschichte.
In den frühen Jahren war der Abschnitt Höchstadt bis zum Kreuz Erlangen nicht im vordringlichen Bedarf. Genau deshalb wurde damals tatsächlich über einen kleineren Ausbau gesprochen. Erst später wurde auf durchgehend 3+3 umgestellt. Das ist auch der Grund, warum Andreas Scheuer das Thema in Höchstadt öffentlich kritisiert hat.
Dazu kommt der Fehler in der Ausschreibung, der den Baustart um rund ein Jahr nach hinten geschoben hat. Auch das taucht auf der heutigen Homepage nicht mehr auf.
Wer nur den Endzustand anschaut, sieht nicht, was vorher alles schiefgelaufen ist.
Hauptsache große Show bei der "Eröffnung" und schöne Bilder 😩
... was uns sicher, alles inbegriffen, einen sechsstelligen Betrag kostet.
Von wegen sparen... das sollen doch die Anderen machen 🥳
Jetzt feiern alle den fertigen A3‑Ausbau, als wäre das Projekt ein Musterbeispiel für gute Planung. Das stimmt einfach nicht. Die Wahrheit ist: Schon am Anfang wurde gepatzt. Ein Fehler in der Ausschreibung hat das Ganze um ein Jahr verzögert. Ein Jahr – nur wegen Schlamperei.
Und noch schlimmer: Zwischen Höchstadt und dem Kreuz Erlangen sollte zuerst nur zweispurig gebaut werden. Wer so etwas plant, hat den Verkehr auf der A3 offenbar nie selbst erlebt. Das wäre ein kompletter Witz gewesen.
Heute liest man davon nichts mehr. Die Berichte tun so, als sei alles glatt gelaufen. Aber die Region hat jahrelang im Stau gestanden, weil Planer und Behörden nicht sauber gearbeitet haben.
"Zwischen Höchstadt und dem Kreuz Erlangen sollte zuerst nur zweispurig gebaut werden."
Laut Homepage des Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr war zwischen Nürnberg und Würzburg immer ein durchgängiger sechsspuriger Ausbau projektiert.