Bier, Pilze, Klassenzimmer: Drei fränkische Betriebe für Innovationen ausgezeichnet

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Innovationen aus Franken: Drei Unternehmen erhalten begehrten Preis
Preisverleihung des Peter-Henlein-Preises 2026 im Rahmen der iENA in Nürnberg.
Innovationen aus Franken: Drei Unternehmen erhalten begehrten Preis
Daniel Karmann/iena.de

Der Peter-Henlein-Preis 2026 für Innovationen geht nach Ober- und Mittelfranken. Die drei ausgezeichneten Unternehmen überzeugten mit äußerst unterschiedlichen Projekten.

37 Innovationen wurden aus allen drei fränkischen Regierungsbezirken für den Peter-Henlein-Preis 2026 eingereicht. 26 davon hat die Jury bewertet. Zehn dieser Projekte schafften es in die Finalrunde, wie aus einer Pressemitteilung der Peter-Henlein-Gesellschaft hervorgeht.

Die Bewerbungen reichten demnach von technischen Lösungen für Industrie und Landwirtschaft über digitale Anwendungen bis hin zu neuen Ideen in den Bereichen Bildung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Teilhabe. Am Samstag (31. Oktober 2026) wurde der Preis schließlich auf der internationalen Fachmesse für Ideen, Erfindungen und Neuheiten (iENA) in Nürnberg vergeben.

1. Platz: Kaspar Schulz aus Bamberg für Alkoholreduktion ausgezeichnet

Freuen kann sich die Bamberger Brauereimaschinenfabrik Kaspar Schulz. Sie stach mit dem sogenannten "Schulz Wizard" heraus, der die Herstellung von alkoholfreiem Bier erleichtere, wie es heißt. Immer mehr Menschen verzichten auf Alkohol in Bier, wie auch der inzwischen geschlossene Nürnberger Getränkehandel Landbierparadies zu spüren bekam. 

Die Anlage entziehe bereits gebrautem Bier mithilfe eines Vakuumverfahrens den Alkohol, stellt die Gesellschaft die Methode vor. Das Bier werde dazu nur wenig erhitzt, damit sein Geschmack möglichst erhalten bleibe. Der Alkoholgehalt könne so auf unter 0,5 Prozent gesenkt werden.

Außerdem übernehme die Anlage Aufgaben wie Kurzzeiterhitzung und Karbonisierung. "Damit können auch kleinere und mittelständische Brauereien ihr eigenes alkoholfreies Bier herstellen, ohne dafür mehrere separate Anlagen anschaffen zu müssen", lobt der Verein. Laut Webseite blickt das Unternehmen auf 349 Jahre Geschichte zurück und beschäftigt aktuell 146 Menschen. 

2. Platz des Peter-Henlein-Preises für Fungi Frankonia aus Wendelstein

Die Jury hat Fungi Frankonia aus Wendelstein im Kreis Roth den 2. Platz des Peter-Henlein-Preises zugewiesen. Das Unternehmen hat eine digitale Steuerung entwickelt, die die Überwachung und Regelung der Wachstumsbedingungen von Pilzen mit der Organisation der Produktion verbindet.

Der Anbau von Pilzen ist anspruchsvoll, betonen die Verfasser der Mitteilung: "Pilze benötigen je nach Sorte unterschiedliche Bedingungen, um optimal zu wachsen. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Frischluft und weitere Umweltfaktoren müssen möglichst genau aufeinander abgestimmt werden."

Noah Müller und sein Team produzieren demnach unter anderem Shiitake, Kräuterseitlinge und Igelstachelbart und beliefern auch die regionale Spitzengastronomie. Nach eigenen Angaben umfasst das Angebot 15 Biosorten. 

3. Platz geht an Trend Interior aus Greding – besondere Klassenzimmer

Auch der 3. Platz geht in den Landkreis Roth: Trend Interior aus Greding setzt auf eine besondere Gestaltung von Klassenzimmern jenseits des klassischen Aufbaus. Hierbei passe sich der Raum auf verschiedene Lernsituationen an. "Flexible, wabenförmige Möbelmodule schaffen unterschiedliche Bereiche für konzentriertes Arbeiten, Gruppenprojekte, Austausch und Rückzug. Auch bislang wenig genutzte Flächen können in die Lernumgebung einbezogen werden", ist in der Mitteilung zu lesen.

Am 8. Oktober wurde in Spalt ein neues Innovationsklassenzimmer in einem ehemaligen Physikraum einer Schule eröffnet. "Im Mittelpunkt stehen die Schüler und ihre Konzentration: Statt Tischreihen bieten flexible Waben an der Wand, ein gemütliches Baumhaus und vielseitige Sitzgelegenheiten genau die Rückzugsorte, die Schülerinnen und Schüler beim fokussierten Arbeiten unterstützen." So beschreibt das Team das Konzept im Netz. Auch für die Mittelschule Schnaittach wurde das Raumkonzept gemeinsam mit pädagogischen Partnern umgesetzt. 

"Der fränkische Erfindergeist lebt – und er ist vielfältig, einfallsreich und praxisorientiert. Er steckt in künstlicher Intelligenz genauso wie im Maschinenbau, in Familienunternehmen oder jungen Start-ups. Mit dem Peter-Henlein-Preis wollen wir diese Vielfalt sichtbar und eine Vernetzung möglich machen", so Roland Weiniger, Präsident der Peter-Henlein-Gesellschaft.