Traurig klingt das Lied und fröhlich klingt das Lied. Es singt von Trauer und Schmerz und im nächsten Moment schon wieder von Liebe und Glück. Lässt sich Schmerz mit Musik heilen? Lässt sich Glück mit Musik beschwören? Das Ensemble "Sher on a Shier" versucht es jedenfalls mit großem Enthusiasmus.


Das junge Quartett, das sich der Pflege der Klezmer-Tradition verschrieben hat, nimmt sein Publikum im Coburger Haus Contakt mit auf eine Klangreise in den Osten Europas - dorthin, wo sich die Tradition jüdischer Musik zu Hochzeiten und anderen Festen durch die Jahrhunderte hindurch ausgeformt hat.

Das Coburg-Debüt des Quartetts ist auch als Veranstaltung ein Debüt - ein erfolgreiches zudem. Denn erstmals treten dabei das Team von "Cultur im Contakt" und die Gesellschaft der Musikfreunde gemeinsam als Veranstalter auf. Die Zusammenarbeit beschert den jungen Musikern einen ausverkauften Saal und ein ausdauernd beifallsfreudiges Publikum.


Fülle an Klangfarben

Das Quartett bietet Klezmer-Klänge in kammermusikalischer Lesart mit einer Fülle feiner Nuancen. Die Klarinettistin Anja Günther, der Geiger Johannes Paul Gräßer, die Akkordeonistin Paula Sell und Sabine Döll am Kontrabass und auf wechselnden Querflöten faszinieren die Zuhörer durch ihre Kunst, Motive und Melodien zwischen den Instrumenten hin und her wandern zu lassen.


Sie zaubern immer wieder neue Klangfarben herbei, wechseln zwischen rhythmischer Begleitung und melodischer Führung. Vor allem aber spüren sie dem Puls dieser Musik nach, lassen melancholisch ruhige Stücke plötzlich umschlagen in einen mitreißend tänzerischen Gestus. Das Coburger Publikum lässt sich nur allzu gern in Bann ziehen und genießt einen außergewöhnlichen Abend.