Regisseurin Delia Schneider spricht von etwas ganz Besonderem. In diesem Jahr wird die Waldbühne sozusagen "unter Wasser" gesetzt. "Die kleine Meerjungfrau" heißt das Stück, für das Delia Schneider nicht nur Regie führt, sondern auch die Texte geschrieben und auf die Charaktere ihrer Schauspielertruppe zugeschnitten hat. Seit acht Jahren hat Schneider für die Märchenaufführungen in Heldritt den Hut auf und kennt die Bühneneleven, auch wenn doch immer mal neue dazukommen.

"Also, für Karin Bodirski, die wieder die Regieassistenz innehat, war die Rolle der Meerhexe wie auf den Leib geschnitten", sagt Delia lachend. Noch während der Probenstunden habe sie immer wieder neue Ideen, die umgesetzt werden wollen.
"Eine Meereslandschaft in den Wald zu zaubern, das weckt ja förmlich meine Fantasie."


Die Latte hängt hoch

Mit der Märchenaufführung "Aschenputtel" im vergangenen Jahr hängen die Trauben hoch. Immerhin gab es rund 12 000 Besucher und in Anbetracht der Nachfrage eine Zusatzvorstellung. Delia Schneider sieht das nicht so. "Die Trauben", sagt sie, "hängen immer hoch. Das, was hier auf der Waldbühne in Szene gesetzt wird, ist nämlich schon lange keine Hobbyschauspielerei mehr, sondern sehr professionell. Das reicht vom Schauspiel über das Bühnenbild bis zur Technik." Dementsprechend seien auch die Ansprüche gewachsen - die von den Akteuren und vom Publikum gleichermaßen. Die Regie habe auch mehr Freiraum und Möglichkeiten, Ideen umzusetzen, das schließe Bühnenbilder und Kostüme ein. In diesem Jahr wurden fast alle Kostüme neu genäht und zwar von Dagmar Bär in bewährter Manier.

15 Akteure werden auf die Bühne treten und "Die kleine Meerjungfrau" aufführen, fünf bis 75 Jahre sind sie alt. Mit Manfred Arthus, der den Meereskönig Triton spielt, und Sieglinde Ritz als Seemöwe Siggi stehen auch zwei Senioren im Rampenlicht.

Sieglinde Ritz steht übrigens zum ersten Mal auf der Bühne, obwohl sie im Waldbühnen-Team kein Neuling ist. Über viele Jahre hat sie die Darsteller geschminkt. Greta ist fünf Jahre jung, aber auch kein Neuling mehr. Als kleiner Mogli hat sie vor zwei Jahren im Dschungelbuch ihr Bühnendebüt gehabt. Diesmal spielt Greta einen kleinen Fisch, der gerade schwimmen lernt.

Wer sich noch an Aschenputtel und den Prinzen aus dem vergangenen Jahr erinnert, wird Celine Gernet in der Rolle von Ariel und Ludwig Lorenz als Prinz wieder begegnen. Zum ersten Mal dabei sind Pauline Wagner und Tabea Bocksberger. Und Jochen Seitz spielt den Koch und müht sich derzeit mit dem französischen Akzent. Delia Schneider hat für alle etwas reingeschrieben ins Märchenstück. Ja, erzählt sie, sie könne sich noch gut daran erinnern, als ihr kleiner Neffe mal erklärte, dass Märchen zwar sehr schön seien, wären da nicht immer die doofen Prinzessinnen.


James Bond unter Wasser

Und dafür hat Delia die richtige Rezeptur für Jungs mit eingebunden. Da gibt es nämlich die Krabbe Bastian, gespielt von Lucas van Rensburg. Das ist ein richtig cooler Typ, so ein James Bond unter Wasser, pfiffig und geradezu heldenhaft, eben was für Jungs. Lucas, meint die Regisseurin, stehe zwar zum ersten Mal auf der Bühne, zeige aber ein super Talent. Wieder mit dabei sind auch die anmutigen Tänzerinnen des Ballettstudios Am Ketschentor unter Leitung von Helga Kleist und Manuela Mazzei.

Aufwendig ist nicht nur Kulisse, gebaut von Friedhelm Wölfert und Ute Schüffler und gemalt von Rainer Schirmer, sondern auch die Maske. Mit dem Schminkpinsel dabei sind Ingrid Heinze, Anika Schneider und Charlotte Ritz. "Und die haben richtig zu tun", sagt Delia Schneider.

Sie freut sich auf die Premiere am Sonntag, 29. Mai, um 15 Uhr und will es mit den Erfolgen der vergangenen Jahre aufnehmen.

Termine und Karten
Premiere Sonntag, 29. Mai, 15 Uhr

Tickets Kartenvorbestellungen sind unter Telefon 09564/800441 oder über Waldbuehne24@t-online.de möglich und empfohlen. Hier können sich die Märchen- und Theaterfans auch über die weiteren Aufführungstermine informieren.