Nein, provozieren will Timmy Repstat wirklich nicht. Schon gar nicht die Polizei. Vermuten könnte man es allerdings, wenn man einen Blick auf seinen Passat wirft. "Aber darum geht es mir echt nicht. Ich will niemanden ärgern", versichert der Coburger.

Seinen etwas in die Jahre gekommene Kombi - immerhin bereits 310.000 Kilometer auf dem Buckel - hat er in die typische grün-weiße Polizeioptik getaucht. Die Seiten und das Heck ziert die Aufschrift "Bullerei" und auch für das Dach hat sich der 26-jährige Kfz-Mechatroniker etwas einfallen lassen: Mit zwei Skiträgern und blauem Spannband hat er eine Attrappe gebastelt, die einem Blaulicht ziemlich ähnlich sieht. "Das Auto war vorher bunt. Das wurde irgendwann langweilig. Auch meine Freunde haben gesagt, ich soll mal was Neues machen.
Und das ist dabei rausgekommen."


Polizei prüft den Fall

Ein Wochenende reichte dem Autofreak, um seinen Passat zum "falschen Polizeiauto" umzumodeln. Dass er damit ständig und überall auffällt, ist dem 26-Jährigen natürlich nicht entgangen. Auf seinen Touren durch Franken wird der Coburger fotografiert, belächelt und beklatscht. "Es gab aber noch keinen, der das blöd fand."

Die Coburger Polizei ist sich allerdings noch nicht sicher, wie sie das Coburger "Polizeiauto" finden soll. Eine Streife hat Timmy Repstat bereits kontrolliert. Bilder von dem Fahrzeug werden jetzt rechtlich geprüft, bestätigt Coburgs Polizeisprecher Markus Reißenberger. "Wir haben zur Kenntnis genommen, dass das Gefährt einem Polizeiauto sehr ähnlich sieht. Ob es etwas zu beanstanden gibt, wird sich zeigen."


Nicht alltäglicher Fall

Kollege Jürgen Stadter von Polizeipräsidium Oberfranken spricht von einem "nicht alltäglichen Fall", der generell nicht so einfach zu klären sei. Fest stehe aber: "So lange ein Fahrzeug den Verkehrsvorschriften entspricht, darf man damit fahren." Geprüft werden müsse aber trotzdem immer. Allerdings möchte der Polizeisprecher in diesem Zusammenhang auch betonen, dass es der Polizei nicht darum geht, der Spielverderber zu sein. "Auch Polizisten können über so etwas lachen."

Timmy Repstat geht nicht davon aus, dass er bestraft wird. Er hatte sich zuvor im Internet schlau gemacht, was erlaubt ist und was nicht. "Ich habe einen Vergleichsfall gefunden. Es ist ein Grenzfall, klar. Aber eigentlich dürfte nichts passieren." Und da ihm sein grünes "Polizeiauto" so sehr gefällt und die Reaktionen derart positiv sind, wird der Coburger auch in Zukunft damit durch Franken düsen. "Der Wagen hat noch über ein Jahr TÜV. Die Optik soll erst mal so bleiben."