"Wir haben es trotzdem geschafft. Und ohne die Krankheit." Aus der Stimme von Edda Kroos, Vorstands- und Gründungsmitglied des Vereins Tafel Coburg, ist etwas Stolz herauszuhören. Dieser ist nicht ungerechtfertigt, hatte doch die Coburger Tafel als einzige ihrer Art in Oberfranken während des Corona-Lockdowns durchgehend geöffnet. Wenn auch die massivsten Einschränkungen aktuell überwunden scheinen, so weist Ehemann Jürgen Kroos, Pressesprecher des Vereins, auf die nach wie vor bestehenden Schwierigkeiten hin, die sich aus der Pandemie ergeben haben.

Auch Familienväter kommen

"Die Zahl der Tafel-Kunden steigt", stellt Jürgen Kroos fest. Viele Menschen seien in Kurzarbeit, der Weg in die Arbeitslosigkeit kurz. Mit dem Lockdown hätten einige Firmen nicht überlebt. "Seitdem haben wir drei bis vier Familienväter hier", ergänzt Edda Kroos. Fünf bis zehn Prozent mehr Menschen als vor Corona versorgen sich in der Rodacher Straße bei der Tafel mit Lebensmitteln. 450 bis 500 sind es aktuell jede Woche.

Wegen der Hamsterkäufe im Frühjahr sind nach den Worten von Jürgen Kroos die Lebensmittelspenden an die Tafel eingebrochen. Auch konnten wegen des Virus keine Aktionen wie "Ein Stück mehr im Einkaufswagen" veranstaltet werden. "Deshalb durften die regionalen Tafeln das erste Mal seit Bestehen der Gesamtorganisation Spendengelder zum Einkauf von Lebensmitteln verwenden", erklärt Jürgen Kroos. Nach den Grundsätzen der Tafeln würden normalerweise nur gespendete Lebensmittel an Bedürftige zu einem geringen Entgelt verkauft.

Während der vergangenen Wochen und Monate habe es für den Lebensmitteleinkauf zweckgebundene Geldspenden gegeben, berichtet Edda Kroos. Von den Ergebnissen der Lebensmittel-Spendenaktionen konnte die Coburger Tafel in der Vergangenheit immerhin für ein Jahr haltbare Lebensmittel zur Verfügung stellen.

Nur noch ein Kunde darf rein

Um während der Hochzeiten der Covid-19-Infektionswelle und auch jetzt den Betrieb aufrechterhalten zu können, darf nur noch ein Kunde die Verkaufsräume betreten. Eigens angeschaffte Einkaufswagen sorgen für Mindestabstand. Handschuhe für die Kunden verringern den Einsatz von Desinfektionsmitteln an den Griffen der Wagen. "Aber eben das Desinfektionsmittel, die Handschuhe, der installierte Spuckschutz und die Mund-Nasen-Masken verursachen erhebliche Kosten", stellt Edda Kroos mit besorgter Miene fest.

Während der Krise wurden 15 der älteren und gefährdetsten Mitarbeiter nach Hause geschickt. "Durch einen Internetaufruf sprangen Studenten ein, von denen einige immer noch mit dabei sind."

Das Ehepaar Kroos ist sich sicher, dass der Zukauf von Lebensmitteln die Tafeln noch weiter begleiten wird. Die Prämisse des Vereins bleibe trotz Corona: "Lebensmittel retten. Menschen helfen".

Franken helfen Franken

Corona-Hilfe Die Tafeln in der Region sind von der Pandemie arg betroffen - und mit ihnen die Bedürftigen, die von den ehrenamtlichen Helfern tagtäglich unterstützt werden. Deshalb unterstützt der Spendenverein "Franken helfen Franken" zehn fränkische Tafeln mit insgesamt 10 000 Euro.

Spendenverein Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Tageszeitungen wie das Coburger Tageblatt sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600 000 Menschen. Außerdem ist die mgo als Multimediaunternehmen mit Tochterfirmen wie dem Marketing-Komplettdienstleister mgo360, den mgo Fachverlagen oder mgo Digital Ventures breit aufgestellt. Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein "Franken helfen Franken" seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurde seit 2009 deutlich über eine halbe Million Euro von "Franken helfen Franken" vergeben.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken -

Franken helfen Franken e.V. Sparkasse Bamberg

IBAN DE62 7705 0000 0302 1945 01

BIC BYLADEM1SKB