Der Segen Gottes fällt einem oft nicht einfach tatenlos in den Schoß. Da musste Stadtrat Hans-Heinrich Eidt am vergangenen Samstag schon tüchtig mit selber anpacken. Die übliche Leiter stand nicht bereit, und so schnappte sich der Bürgermeister-Stellvertreter kurzerhand einen der rund 60 Coburger Sternsinger, damit dieser den Segenswunsch "20*C+M+B+14", das bekannte Kürzel für "Christus segne dieses Haus - Christus Mansionem Benedicat" anbringen konnte. Die Kinder und Jugendlichen machten traditionsgemäß zuerst der Stadt Coburg ihre Aufwartung, bevor sie sich auf den Weg zu den Häusern und Bürgern machten.
Mit dem Leitwort "Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!" machen die Sternsinger in der Weihnachtszeit 2013/14 aufmerksam auf das Schicksal von Flüchtlingskindern in aller Welt. 46 Prozent der geschätzt 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Ob in Afrika, Asien oder Lateinamerika: Die Sternsinger helfen Flüchtlingskindern in zahlreichen Ländern. Kinder, die wegen des Bürgerkriegs aus Syrien geflohen sind, erhalten Medikamente, Lebensmittel und Decken. In Südafrika oder im Kongo sorgen Projektpartner dafür, dass Flüchtlingskinder an ihrem Zufluchtsort zur Schule gehen können. Traumatherapie und Friedenserziehung stehen in ehemaligen Bürgerkriegsländern wie Sierra Leone oder Sri Lanka auf dem Programm. Besondere Unterstützung aus Coburg gibt es auch für ein Mutter-Kind-Haus in Rumänien, das auch von den Freunden Rumäniens aus Coburg gefördert wird.
Der Brauch des Sternsingens wird erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt. Seit 1959 findet die "Aktion Dreikönigssingen" unter der Trägerschaft des Kindermissionswerkes "Die Sternsinger" statt. Im Jahr 2012 unterstützte das Kindermissionswerk mit insgesamt rund 60 Millionen Euro knapp 2700 Hilfsprojekte in über 120 Ländern der Erde.