In Urkunden im Staatsarchiv in Coburg taucht der Name "Stedebach" erstmals 1317 auf. 1790 heißt die Siedlung dann Stöppach.

Zusammen wollen die örtlichen Vereine des kleinen Ortes, der seit 1972 zur Gemeinde Untersiemau gehört, das Bestehen ihres Ortes vom 14. bis 16. Juli rund um den Dorfteich in der Ortsmitte feiern. Die Feierlichkeiten finden in unmittelbarer Nähe des historischen Gemeindehauses statt. Das umfangreiche, sehr abwechslungsreiche, Festprogramm hat für jede Altersgruppe etwas zu bieten. An allen Festtagen ist in Stöppach der Eintritt frei.


Drei Tage wird gefeiert

Wegen der Feierlichkeiten ist die Ortsdurchfahrt in dieser Zeit komplett gesperrt. Ausreichend Parkplätze werden an den Ortseingängen zur Verfügung stehen. Die 700-Jahr-Feier beginnt am Freitag, 14. Juli, um 19.30 Uhr, wenn Bürgermeister und Schirmherr Rolf Rosenbauer das erste Fass Bier anstechen wird. Danach ist "Rock am Teich" angesagt. Dabei werden die fünf Jungs der Band "Rocktonic", Musik aus fünf Jahrzehnten spielen.
Das im gesamten Landkreis bekannte und beliebte Teichfest wird am Samstag um 14 Uhr beginnen. Natürlich wird hierfür wieder der Dorfbackofen angeheizt, um die Besucher mit leckerem Backofenkuchen versorgen zu können. Um 16 Uhr ist die Premiere des Theaterstücks "Zwerg sei Dank oder Warum die Querkel Stöppach verließen", das Kinder aus dem Ort aufführen. Damit spielen die Kinder, die frühere Ortsbäuerin Helga Wank und Doreen Greschke , die das Stück zusammen mit Helga Wank geschrieben hat und auch Regie führt, ein alte Sage nach. Einen Festakt soll es um 17 Uhr in der Ortsmitte geben. Dabei wird auch die neue Bushaltestellte, die direkt vor dem Spielplatz unweit des Gemeindehauses liegt, offiziell übergeben werden.

Der Meisterjodler "Mario Bamberger" wird mit seinen "Gaudi Buam" bis Mitternacht aufspielen. An diesem Tag muss Bürgermeister Rolf Rosenbauer auch einen Wetteinsatz einlösen. Er hatte beim Neujahrschwimmen seine Wette verloren. Aus Stöppach Süd, das in der Hersbrucker Schweiz liegt, dem "Patendorf", haben sich schon viele Besucher angesagt.


Das Programm

Der Festsonntag beginnt mit einem Festgottesdienst, den Pfarrer Heinrich Arnold aus Untersiemau zusammen mit Gospelchor aus Großheirath gestalten wird. Danach wird die Chronik mit der sehr bewegenden Geschichte des Ortes verlesen.

Nach einem zünftigen Mittagessen besteht die Gelegenheit, verschiedene Gärten und Höfe zu besichtigen. Außerdem wird an einigen Ständen im Ort historisches Handwerk gezeigt. Eine Bilderausstellung, mit dem Thema Stöppach einst und jetzt, die bestimmt viele alte Erinnerungen weckt, rundet das Programm am Sonntag ab. Hierzu wurde extra ein Flyer erstellt, der in der Ortsmitte zentral ausliegen wird. Weiterhin wird der Männerchor des Gesangvereins Fechheim/Gestungshausen, den Bürgermeister Rolf Rosenbauer organisiert hat, ein Standkonzert geben. Jeweils um 14 und um 16 Uhr wird am Sonntag noch einmal von der Kindertheatergruppe das Stück "Zwerg sei Dank oder Warum die Querkel Stöppach verließen" aufgeführt. Gegen 16.30 Uhr werden die Sieger des Malwettbewerbs (Thema: 700 Jahre Stöppach) durch den OGV Stöppach ausgezeichnet.


Gute Felder und gutes Futter

In der Chronik von Stöppach, steht auch zu lesen, das der Ort in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, also in der Zeit um 1634 herum, gute Felder und vor allem gutes Futter gehabt habe. In dieser Zeit hatte Stöppach schon 145 Einwohner aufzuweisen und es standen in "Stedtbach" 32 Häuser. Diese waren vor allem Tropfhäuser, wie damals die Häuser armer Leute genannt wurden. Ein Jahr später wurde der Ort von durchziehenden Kroaten zerstört und vollständig niedergebrannt. Doch die "Stedtbacher" ließen sich nicht unterkriegen und bauten, gestützt durch ihren ungebrochenen Lebenswillen, das Dorf wieder neu auf. Im 17 Jahrhundert war Stöppach dem Patrimonialgericht des Herren von Hohenstein unterstellt. Damals gab es noch die Leibeigenschaft, wo erst unter der Regierung von Herzog Ernst II eine Verbesserung zu spüren war, wie aus der Gemeindechronik zu entnehmen ist. Bedingt durch einen heißen Sommer ohne Regen im Jahre 1771 erlangte das stehende Getreide nur eine Notreife und Stöppach war von einer Hungersnot bedroht.

Seit eh und je gehört Stöppach schon zum Kirchspiel Scherneck, wo sich auch heute noch der Friedhof befindet, wo viele Stöppacher ihre letzte Ruhe gefunden haben. Bis ins Jahr 1862 besuchten die Stöppacher Kinder auch die Schule in Scherneck. Tag für Tag und bei jedem Wetter ging es auf die Anhöhe, die "Kretz" genannt wird, zwischen Stöppach und Scherneck. Ob sich damals die Kinder über den tollen Ausblick, der bei klarer Sicht bis zu den Banzer Bergen und tief in den Itzgrund reicht, freuten, ist nicht bekannt. Im Jahr 1862 wurde dann in Stöppach zusammen mit den Nachbargemeinden Haarth und Wohlbach eine Schule im Ort gebaut, die im Jahre 1962 ihren 100. Geburtstag feiern konnte und heute im Privatbesitz ist.


Die Stöppacher hielten zusammen

Im Jahre 1945 machte auch der Flüchtlingsstrom vor Stöppach nicht halt. Aus den Stuben und Kammern der Häuser wurden Notwohnungen gemacht. Wieder kehrte große Not ein, die mit Lebensmittelmarken, Schwarzmarkt und Hamstern verbunden war. Im Jahre 1948 mit der Währungsreform brach erneut der Lebenswille der Stöppacher hevor und die Einwohnerzahl wuchs auf 287 Einwohner an. Überall wurde wieder gebaut und modernisiert. Das kleine Stöppach begann, sein Gesicht zu verändern, das es fast ein ganzes Jahrhundert gewahrt hatte. Viele Jahre lang steuerte Christan Hauck das "Gemeindeschifflein" und Richard Schramm hielt den Kurs 18 Jahre lang bis zur Eingemeindung nach Untersiemau im Jahre 1972 bei. In dieser Zeit wurde der Straßenbau vorangetrieben und eine Oberflächenentwässerung gebaut. Außerdem wurden ein neues Feuerwehrgeräterhaus und ein Lehrerwohnhaus gebaut. Die Schule wurde modernisiert. Damals wie heute hielten die Stöppacher zusammen. So legten Frauen und Männer bei all den Arbeiten, vor allem im Straßenbau mit Hand an.

Im Jahre 1967 nahm Stöppach erstmals am Wettbewerb " Das schönere Dorf teil" und errang auf Anhieb den Sieg. Der Siegerbrunnen gleich neben der alten Schule, zeugt heute noch davon. Im Jahre 1970 wurde es zum schönsten Dorf in Oberfranken gekürt und errang bei Landesentscheid eine Bronzemedaille . Damals zählte es zu den 17. Schönsten Orten in Bayern und braucht sich auch heute nicht zu verstecken.


Der inzwischen verstorbene vielen noch bekannte Heimatdichter Hermann Hildenstein, der seine Gedichte in der "Coburger Sprache" verfasste, stammt aus Stöppach und hat viele Geschichten aus Stöppach verfasst. Im Rahmen der Flurbereinigung wurden fast sieben Kilometer Flurstraßen geschaffen, die auch zum Wandern rund um Stöppach einladen.

Im Jahre 1972 hat die eigenständige Gemeinde Stöppach ihre jahrhundertelange Selbstständigkeit aufgegeben. Der kleine Ort, der heute rund 400 Einwohner hat, fühlt sich sehr wohl in den Armen der Gemeinde Untersiemau. Denn es wurde viel geschaffen seit der Gebietsreform, darunter der Anschluss an die Fernwasserversorgung Oberfranken und an das Kanalnetz Mittlerer Itzgrund, oder das Mehrzweckhaus, wo man sich regelmäßig trifft. Vor kurzem wurde Stöppach auch an das schnelle Internet angeschlossen, die Busverbindung nach Coburg wurde erweitert. Fazit: In Stöppach lässt es sich leben.