Bereits am 8. Spieltag von einem "Sechs-Punkte-Spiel" zu sprechen, mag verfrüht sein. Doch wenn der Tabellenvorletzte der Kreisliga Coburg, der TSV Grub am Forst (3 Punkte), am heutigen Freitag um 18 Uhr beim Schlusslicht TSVfB Krecktal (2) antritt, ist dies eine Partie mit richtungsweisendem Charakter. Beide Teams können mit einem Sieg den Anschluss an die Relegationsplätze (TSV Staffelstein und Türkgücü Neustadt, je 6 Punkte) herstellen. Für Grub ist der letzte Sieg allerdings schon eine Zeit lang her: Nach dem erfolgreichen Saisonauftakt in Pfarrweisach setzte es nämlich ganze sechs Niederlagen in Folge.

Die Folge: Trainer Oliver Bernhardt wurde von seinen Aufgaben entbunden. Wie schon zur Aufstiegssaison 2017/18 übernehmen die Defensivspieler Patrick Winterstein und Markus Bohnlein zusätzlich das Traineramt, ihr Debüt vergangenes Wochenende gegen Heldritt (0:1) ging verloren. Auch auf der anderen Seite sieht die Ausgangslage nicht gerade rosig aus, die Krecktaler haben diese Saison noch gar keinen Dreier einfahren können.

Der defensive Mittelfeldspieler des TSVfB, Patrick Paul, schwört seine Mitspieler dennoch auf die Partie ein: "Für viele unserer jungen Spieler ist Abstiegskampf eine neue Erfahrung, und natürlich fehlt uns momentan die Leichtigkeit. Aber mit Einsatz und Kampf müssen wir den ersten Saisonsieg erzwingen." Ein Torjäger fehle in den Reihen der Krecktaler, die zudem kollektiv die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor vermissen ließen, so Paul. Nach dem Kellerduell fährt Krecktal zum Tabellenzweiten nach Großgarnstadt (Sonntag, 15 Uhr), eine nicht unbedingt leichtere Aufgabe. Zur gleichen Zeit erwartet Grub die Turner aus Ebern, die bisher nur eine Partie verloren haben. Weder Krecktal noch Grub wollen nach dem Doppelspieltag die rote Laterne innehaben.

SVG und TSG wollen dranbleiben

Auch für das Führungstrio der Kreisliga haben die zwei Pflichtspiele am Wochenende große Bedeutung, trennt Spitzenreiter Meeder (19 Punkte) sowie Großgarnstadt und Niederfüllbach (je 16) doch nur ein Sieg. Die Meederer fahren mit breiter Brust zu den "Remiskönigen" der Liga nach Ebern (vier Unentschieden), schließlich gab es zuletzt drei Siege am Stück. Großgarnstadt bekommt mit dem Tabellenfünften TSV Heldritt zu tun. Dort steht die bisher makellose Auswärtsbilanz (3 Spiele, 3 Siege) bei einem unbequemen Gegner auf dem Prüfstein. Der Tabellendritte Niederfüllbach will nach dem Unentschieden gegen die Coburger Reserve zurück in die Erfolgsspur, die Elf von Trainer Marcus Scheffler empfängt den TSV Pfarrweisach (10.Platz/9 Punkte).

Zwei schwere Spiele für Rothosen

Aber auch die Verfolger der Spitzenteams wittern ihre Chance, den Anschluss nach ganz oben zu schaffen. Neben den Heldrittern (direktes Duell gegen Großgarnstadt) wollen auch Einberg (4./13) und Weidhausen (6./10) die ersten drei Plätze in Angriff nehmen. Beide treffen im direkten Duell im Rödentaler Stadtteil aufeinander (alle Spiele Freitag, 18 Uhr). Der junge Einberger Kapitän Paul Heß weiß die Lage einzuschätzen: "Die Adler sind als Aufsteiger gut in die Runde gekommen und nicht umsonst ein Geheimfavorit der Liga. Aber in einem Heimspiel wollen wir immer als Sieger vom Platz gehen."

Ein Sieg könnte die Rothosen auch für das schwere Auswärtsspiel am Sonntag um 15 Uhr beim Tabellenführer in Meeder beflügeln. Zumal die Mannschaft in der Fremde bisher die deutliche Mehrzahl ihrer Punkte (10 von 13) einfahren konnte. "In Meeder wird es ein kampfbetontes Spiel gegen eine Mannschaft, die vor der Saison die vielen Abgänge durch sinnvolle Verstärkungen kompensiert hat. Sie stehen zurecht oben, aber wir werden an unsere Grenze gehen und versuchen, dort etwas mitzunehmen", führt Heß aus. Für Weidhausen geht es am Sonntag ebenfalls gegen eine Top3-Mannschaft. Die Adler empfangen Niederfüllbach (15 Uhr). Die Schwarz-Gelben sind seit drei Spielen ungeschlagen und könnten, ebenso wie Heldritt und Einberg, nach einem erfolgreichen Wochenende in der Tabelle einige Plätze weiter oben stehen.

SV Bosporus mit Aufwärtstrend

Ähnliche Ambitionen hegt sicherlich auch der FC Coburg II (7./10), der nach dem Achtungserfolg gegen Niederfüllbach (2:2) in Staffelstein (Freitag, 18:30 Uhr) und im Heimspiel gegen Türkgücü Neustadt (Sonntag, 15 Uhr) auf die beiden Teams trifft, die auf den Relegationsplätzen rangieren. Die Neustadter Bullen können allerdings im Heimspiel gegen Aufsteiger Unterpreppach (9./ 10) den Sprung ins Mittelfeld der Tabelle schaffen. Das Gleiche gilt für die Spielgemeinschaft Mönchröden/Rödental und den SV Bosporus Coburg, die ebenfalls am Freitag um 18 Uhr aufeinandertreffen. Bosporus-Torjäger Miguel Malaj gibt für das Spiel im Wildpark und den anschließenden Heimauftritt gegen Unterpreppach (Sonntag, 15 Uhr) ein klares Ziel aus: "Ich bin von unserer Qualität überzeugt. Am Montag wollen wir vor unseren beiden Gegnern in der Tabelle stehen."

Von dem mäßigen Saisonstart und dem zwischenzeitlichen letzten Tabellenplatz hat sich Bosporus gut erholt und aus den vergangenen vier Partien sieben Punkte geholt. "Wir haben schon gegen die Plätze 1 bis 4 der Tabelle gespielt und immer den Kürzeren gezogen. Aber wir sind auf einem guten Weg und zeigen, dass wir nicht mehr so einfach zu schlagen sind wie vielleicht zu Saisonbeginn", so Malaj. Ferner erhofft sich der Stürmer eine Fortführung des positiven Trends und eine Platzierung im oberen Drittel der Tabelle am Ende der Saison.

Eine gute Möglichkeit, Punkte für die jeweiligen Saisonziele einzufahren, ergibt sich dieses Wochenende, wenn es doppelte Zähler zu vergeben gibt. Teams aus allen Tabellenregionen wissen um die Bedeutung des Doppelspieltags, egal ob im Abstiegskampf oder im Titelrennen. Ferner stehen sich am Sonntag Pfarrweisach und Staffelstein (15 Uhr) sowie Mönchröden/Rödental und Heldritt (15.30 Uhr) gegenüber.