Handball-Zweitligist HSC 2000 Coburg muss voraussichtlich mehrere Wochen auf seinen rechten Rückraumspieler Girts Lilienfelds verzichten. Der Neuzugang, der vor der Saison von Erstliga-Aufsteiger ThSV Eisenach nach Coburg wechselte, verletzte sich am Sonntag beim Auswärtsspiel in Essen (29:24) an der Hand.

Wie sich bei einer Untersuchung in Coburg herausstellte, ist der Daumen an seiner linken Wurfhand gebrochen. Wie lange der 32-jährige Lette nun ausfällt, ist noch unklar, allerdings droht bei einem komplizierten Bruch eine mehrmonatige Zwangspause, da das Daumengelenk extrem wichtig beim Wurf ist.


Bereits der dritte Bruch

Für Lilienfelds ist es nicht der erste Bruch. Bereits im August 2013 brach sich der "Pechvogel" den rechter Arm und im November 2013 den rechten Unterarm. Letztes Jahr pausierte er wegen eines Bänderrisses.
Fakt ist, dass dies ein herber Rückschlag für das Team von Trainer Jan Gorr ist, das im Oktober vor mehreren sogenannten "Englischen Wochen" steht.
Bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden in Essen erzielte Lilienfelds fünf Treffer und war damit bester Coburger Werfer. Der 1,89 Meter große Spieler, der bereits 82 Länderspiele für sein Heimatland absolvierte und auch schon in der deutschen Eliteliga auf Torejagd ging, verfügt über viel Erfahrung und hat mit dem HSC noch große Ziele.


Hoffen auf Routinier Jiri Vitek

Lilienfelds Fehlen wird eine Lücke reißen. Denn der zweifache Familienvater, der vor der Serie einen Dreijahresvertrag bei den Veststädtern unterschrieb, sollte mit Jiri Vitek ein schlagkräftiges Duo im rechten HSC-Rückraum bilden. Doch auch der Routinier, mit 38 Jahren ältester Spieler im HSC-Kader, war zuletzt ebenfalls außer Gefecht.
Bleibt aus HSC-Sicht nur zu hoffen, dass der Tscheche seine Verletzung schnellstens in Griff bekommt und für die "Gelb-Schwarzen" auf die Platte zurückkehrt.


Göhl: "Wenn Jan anruft..."

Die beiden einzigen, derzeit noch zur Verfügung stehenden Linkshänder sind Publikumsliebling Florian Billek und der vom THW Kiel vor der Saison verpflichtete Rechtsaußen Lukas Wucherpfenning, dem ein großes Talent nachgesagt wird.

Außerdem hat der HSC in seiner derzeit sehr erfolgreich spielenden Bayernliga-Mannschaft mit den beiden langjährigen Zweitligaspielern Ronny Göhl und Johan Andersson zwei weitere Linkshänder, die in der 1. Mannschaft aushelfen könnten. Der langjährige Kapitän Ronny Göhl gibt dafür sofort "Grünes Licht":
"Natürlich würde ich das machen. Wenn mich Jan anruft, helfe ich gerne aus. Ich werde sowieso für keinen anderen Verein mehr spielen", lautet das Treuebekenntnis des Ex-Torjägers, der jedoch sofort einschränkt, dass er ja nicht die Position von Lilienfelds spiele.


Erlangen wieder Tabellenführer

Inzwischen hat Meisterschafts-Topfavorit HC Erlangen am Dienstagabend seinen Nachholspiel in eigener Halle gegen Schlusslicht Bietigheim erwartungsgemäß gewonnen (31:23) gewonnen und sich mit diesem Sieg die Tabellenführung vom HSC Coburg zurückerobert.

Bei jeweils 10:2 Punkten trennt die beiden fränkischen Rivalen, die am Samstag, 17. Oktober in Erlangen im direkten Duell Aufeinandertreffen nur das etwas bessere Torverhältnis.

Am Samstag trifft der HSC 2000 Coburg um 19.30 Uhr in der HUK-Arena auf den VfL Bad Schwartau