Der Höhenflug der Coburger Volleyballer wurde gestern Abend jäh gestoppt. Im DVV-Pokal verlor die Mannschaft des neuen Trainers Itamar Stein in drei Sätzen gegen den Ligakonkurrenten TV Ingersoll Bühl. Selbst die Unterstützung durch die Vertreter des Coburger Mohr und der Narhalla, die das VSG-Heimspiel nutzten, um Werbung in eigener Sache zu machen, half nichts.
Nach den beiden Siegen in der 1. Bundesliga gelang es den "Grünen" nicht an die Form der vergangenen Spiele anzuknüpfen, obwohl sie erneut viel Kampfgeist zeigten, jedoch auf einen hochmotivierten und noch treffsicheren Gegner trafen, dem deutlich weniger einfache Fehler in diesem kurzweiligen Duell unterliefen. Die erhoffte Pokalüberraschung im Achtelfinale blieb also aus.
Enttäuschend war aber vor allem die Resonanz: Nur 389 Zuschauern verfolgten die teils spektakulären Ballwechsel mit dem oftmals besseren Ende für die Gäste.
Trotz der vorausgegangenen guten Leistungen in der Liga blieb der Zuschauerzuspruch also erneut hinter den Erwartungen der VSG-Verantwortlichen zurück. "Wir müssen uns verloren gegangenen Kredit anscheinend erst wieder zurückerobern", ist Michael Dehler überzeugt. Der Teammanager macht auch keinen Hehl daraus, dass in der Vorsaison mit zu vielen "blutleeren Auftritten" (O-Ton Dehler) in der HUK-Arena der eine oder andere Zuschauer vergrault worden sei.
Dazu kommt, dass sich bisher nur Insider mit den neuen Spielern identifizieren. Viele der neuen Akteure sind für den neutralen Zuschauer noch unbekannt und müssen sich ihre Lorbeeren erst erschmettern. Doch die VSG scheint auf einem guten Weg zu sein. Die Macher sind jedenfalls absolut optimistisch, dass schon bald wieder die Schallgrenze von 1000 volleyballbegeisterten Zuschauern im Coburger Sporttempel erreicht wird. Vielleicht schon am Samstag um 19.30 Uhr, wenn die "Schmiede" den Tabellenzweiten aus Lüneburg am 4. Spieltag erwarten. Während sich Bühl für die nächste Runde im DVV-Pokal qualifizierte und unter den letzten acht Teams steht, ist das Pokal-Abenteuer für die Stein-Schützling vorbei. Die Konzentration gilt jetzt dem Geschehen in der Liga. Bis Weihnachten warten noch sechs Spiele auf die VSG - vier davon in der Arena.


DVV-Pokal-Achtelfinale
VSG Coburg/Grub gegen
TV Ingersoll Bühl 0:3
(21:25, 22:25, 22:25)

Der 1. Satz zeigte, dass die VSG Coburg/Grub auch gegen den Favoriten aus Bühl ihre Chance auf den Sieg wahrnehmen wollte. Das Team hielt bis zum Spielstand von 20:20 gut mit, ließ aber während des Satzes einige gute Chancen liegen. Trotz einer starken Block- und Angriffsleistung von Kapitän Baxpöhler ging der ersten Durchgang mit 25:21 an die Badener "Bisons". Im zweiten Durchgang kamen die "Schmiede" schlecht aus den Startlöchern. Der Kessel schien noch nicht auf Betriebstemperatur. Nach einem Spielstand von 1:5 nahm Trainer Stein eine Auszeit und richtete sein Team neu aus. Der VSG gelangen fünf Punkte in Folge und das Heimteam war zurück im Spiel. Doch dann konnte der Favorit aus Bühl durch sehenswerte Blockaktionen einige Punkte davonziehen. Zwar kämpfte das junge VSG-Team aufopferungsvoll um jeden Punkt aber die fachkundigen Zuschauer merkten, dass hier ein anderes Kaliber, als der letzte Gegner aufschlug.
Nach der zehnminutigen Pause, in der die Narhalla und der Coburger Mohr mit ihrem Einmarsch den Coburger Fasching einläuteten, ging es weiter. Nach einigen engen Entscheidungen gegen das Heimteam tat das Publikum in der Arena lauthals ihren Unmut kund. Beim Stande von 5:8 musste VSG-Trainer Stein sein Team erst einmal wieder beruhigen. Die Vestestädter glichen zum 12:12 aus, doch im Anschluss wurde der "Bison-Block" wieder stärker und die "VSG-Schmiede" landeten einiger Male an der Bühler Wand.


Trainerstimme

Itamar Stein: "Wir haben uns heute am gegnerischen Block die Zähne ausgebissen. Die Gäste haben hervorragend geblockt und uns somit in den entscheidenden Phasen immer wieder unter Druck gesetzt. Trotz der Niederlage bin ich aber weitgehend zufrieden mit der Leistung, denn Bühl ist einfach ein Stück besser als wir".