Da ging ein großes Schluchzen, durch die Halle in der Ernstfarm, als die Coburger Sozialdemokraten am Freitagabend eine große Dankesfeier für den langjährigen Oberbürgermeister Norbert Kastner veranstalteten. Stadträte Gabriele Morper-Marr, mit viel Papiertaschentüchern ausgerüstet, weinte wahre Krokodilstränen ihrem gewesenen Stadtoberhaupt nach. Das war bühnenreif im wahrsten Sinne des Wortes.

Die "guten alten Zeiten"

Zusammen mit Josef Frey und Stadtrat Martin Ruggaber saß Gabriele Morper-Marr in einem Sketch am "Alt-Oberbürgermeister-Stammtisch", dessen Teilnehmer sich in gedämpfter Stimmung an die "guten alten Zeiten" unter dem Stadtregiment Kastners erinnerten.
Freilich mündete die eigentliche Feier dann doch in eine eher ausgelassene Stimmung - und das nicht nur wegen des gelungenen Vorspiels, das die deutsche Nationalmannschaft mit ihrem
Sieg bei der Fußball-WM gegen Frankreich zur "Nobert-Kastner-Fete" lieferte. Da gab es doch einige Anekdoten zu berichten. So sei ja die Coburger Bratwurst erst nach der "Abdankung" Kastners ins Zwielicht geraten, hieß es. Auch wurde augenzwinkernd der Materialschlacht eines politischen Mitbewerbers bei der "OberbürgermeisterINNEN-Wahl" im Jahr 2008 gedacht. Selbst die SPD-Wunden über diverse Bürgerentscheide, die nicht unbedingt mit den Wunschresultaten des Alt-Oberbürgermeisters endeten, scheinen ausgeheilt zu sein.

Alle Parteimitglieder eingeladen

Die Coburger SPD hatte alle ihre Mitglieder zur Dankesfeier für Norbert Kastner eingeladen. Wohlgemerkt: Es war eine Dankesfeier, keine Abschiedsfeier. Deswegen muss auch Gabriele Morper-Marr auch gar nicht so traurig sein. Selbst der neue Oberbürgermeister Norbert Tessmer kommt wohl inzwischen damit zurecht, dass er seine Lebensplanung, dank Norbert Kastner, komplett umstellen musste. Wie hieß es so schön bei der Feier auf der Ernstfarm: So ist halt das Leben! her