Auf den ersten Blick sieht es so aus, als würden sich viele lebensgroße Legofiguren in Reih und Glied nebeneinander aufstellen. Nur, wenn man genauer hinsieht, erkennt man die Tänzer der Jugendschaugarde der Effect's Coburg. Trainerin Constance Steinert verpasst ihren Schützlingen vor ihrem Auftritt noch den letzten Feinschliff, indem sie ihnen Glitzerpuder auf die Wangen und die Nase tupft.
Sie ist in dieser Saison das erste Mal die Trainerin der Jugendschaugarde der Effect's Coburg. Seit April übt sie mit den acht- bis elfjährigen Tänzern die Choreographie ein. "Wir trainieren das ganze Jahr über. Nur nach jeder Saison machen wir zwei Wochen Pause", erklärt sie. Ihr sei es besonders wichtig, dass die Kinder motiviert sind.
"Disziplin ist unheimlich wichtig. Natürlich soll das Tanzen den Kindern Spaß machen, aber wir gehen schon leistungsorientiert vor", sagt Constance Steinert.
Die harte Arbeit mache sich vor allen Dingen dann bezahlt, wenn der Auftritt vorbei ist. "Die Kinder kommen strahlend von der Bühne und sind zufrieden. Ihre Freude springt sofort über, das ist unbeschreiblich schön", erzählt sie.
Stefanie Knörnschild, Teamleiterin und Trainerin der Jugendgarde, hat bei ihrer Arbeit ähnliche Erfahrungen gemacht. "Es kommt unheimlich viel zurück", sagt sie. Für sie sei die Arbeit mit der Jugendgarde der perfekte Ausgleich zu ihrem Job. "Ich selbst habe mit dem Tanzen angefangen, als ich fünf oder sechs Jahre alt war. Das ist wie eine Sucht", sagt Stefanie Knörnschild lachend.

Tanzmariechen mit Lampenfieber

Doch bevor die Jugendschaugarde auf die Bühne darf, hat das Tanzmariechen Sophia Meißner ihren großen Auftritt. Seit sechseinhalb Jahren tanzt sie bei den Effect's. Trotzdem sei sie vor den Auftritten meistens nervös. "Dann mache ich ein paar Akrobatikstücke, dann bin ich nicht mehr so aufgeregt", sagt sie. Ihr Onkel habe ihr geraten, mitzumachen und Sophia Meißner sei begeistert. "Das Beste ist, dass man immer neue Sachen lernt", sagt sie. Bianca Kühn trainiert mit Sophia seit zweieinhalb Jahren. "Beim Training achte ich besonders darauf, dass die Kunststücke sauber ausgeführt werden", erklärt sie. Mit Sophia Meißner trainiere sie gern. "Sie ist freundlich und sympathisch, aber auch sehr zielstrebig", erzählt sie. Diesem Ehrgeiz ist es wohl zu verdanken, dass sich Sophia Meißner an die Spitze tanzt - und Oberfränkische Meisterin wird.
Die Zuschauer in der HUK Arena fühlen sich an diesem Wochenende bestens unterhalten. Für Siegfried Werner stand allerdings schon vor der Oberfränkischen Meisterschaft fest, wer am besten ist. "Meine Enkelin tanzt beim Coburger Mohr, und egal wie die Wertung ausfällt, sie bleibt meine Favoritin", erzählt er. Ihm sei es wichtig, bei den Auftritten seiner Enkelin dabei zu sein. "Ich sehe mir ihren Auftritt an, um sie für das intensive Training zu belohnen", sagt er.

Viel Arbeit, viele Helfer

Johanna Walter hat hingegen keinen Favoriten. "Jeder Auftritt war klasse", schwärmt sie. Sie sei ein begeisterter Faschingsfan und fühle sich bei der Oberfränkischen Meisterschaft - ausgerichtet von den Effect's - gut aufgehoben. "Das Personal ist freundlich und bietet Hilfe an", sagt sie. Claudia Gut sei früher selbst aktiv gewesen und sehe sich die Auftritte bei der Oberfränkischen Meisterschaft deswegen gerne an. "Mir hat der Auftritt ,Mich laust der Affe' aus Marktredwitz am besten gefallen", sagt sie. Die Truppe der KG Narrhalla Rot-Weiß Marktredwitz hat sich mit diesem Tanz auch den Meistertitel gesichert. Die Jugendschaugarde der Effect's kann sich mit "Ene, mene, miste, es rappelt in der Kiste" dennoch den zweiten Platz sichern, gefolgt vom Coburger Mohr mit ihrem Tanz "Flieg, Pechvogel, flieg".
Für Siegfried Werner ist es besonders schön, dass die Oberfränkische Meisterschaft in der HUK Arena ausgetragen werde. "Die Arena ist dafür perfekt", schwärmt er.
"Dahinter steckt viel Arbeit", verrät Frank Schäffner, Vorstand der Effect's. Schon vor drei Jahren, als man sich um die Ausrichtung der Oberfränkischen Meisterschaft beworben habe, habe man einen Plan ausarbeiten müssen, wie man das Turnier organisieren wolle. "Für solche Wettbewerbe ist die HUK Arena eigentlich nicht ausgelegt", erklärt er. Deswegen habe man mit Lkw Tische und Stühle erst in die Halle bringen müssen. "Es waren auch nicht genügend Umkleiden vorhanden, weshalb wir Baucontainer aufbauen mussten", erzählt Frank Schäffner. Insgesamt seien etwa 230 Helfer im Einsatz gewesen.



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