Giftige Pflanze breitet sich auch im Raum Coburg immer weiter aus

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Der LBV klärt über eine Giftpflanze auf, die auch im Kreis Coburg immer häufiger anzutreffen ist. Schon leichter Hautkontakt kann zu schweren Verbrennungen führen.

Der Riesen-Bärenklau, auch Herkulesstaude genannt, stammt ursprünglich aus dem Kaukasus. Er wurde erstmals 1817 als exotische Zierpflanze nach Europa gebracht und in Parks und Gärten angepflanzt. Eine einzelne Pflanze kann mehrere zehntausend Samen produzieren. Diese werden durch Wind, Wasser – da die Samen schwimmfähig sind – oder durch menschliche Aktivitäten, zum Beispiel in den Reifenprofilen von Fahrzeugen oder in Erdtransporten, verbreitet und bleiben im Boden oft mehrere Jahre keimfähig. Das teilt der LBV Coburg in einer Pressemitteilung mit.

Die Pflanze ist für Menschen gefährlich, da sie giftigen Pflanzensaft produziert, um Fressfeinde abzuwehren. Bei Hautkontakt kann es deswegen sehr schnell sehr schmerzhaft werden. Im Pflanzensaft sind die sogenannten Furocumarine (pflanzliche Abwehrstoffe) enthalten. Furocumarine reagieren in Verbindung mit Sonnenlicht und können dabei schwere Hautreizungen und Verbrennungen verursachen.

Riesen-Bärenklau löst eine Art chemischen Sonnenbrand aus

Dieser Vorgang wird als phototoxische Reaktion bezeichnet: Die Stoffe selbst sind zunächst nicht stark reizend, werden aber durch UV-Licht aktiviert und lösen dann eine Art chemischen Sonnenbrand aus.

Empfindliche Personen können in der Nähe größerer Bestände außerdem auf Pollen oder Pflanzenteile in der Luft mit Reizungen der Augen und Atemwege reagieren. Daher empfiehlt es sich, ausreichend Abstand zu halten und die Pflanze nicht ohne geeignete Schutzkleidung zu entfernen.

Auch für die Natur ist die Pflanze problematisch. Durch ihr schnelles Wachstum und einer Größe von bis zu vier Metern bildet der Riesen-Bärenklau schnell dichte Bestände, die heimische Pflanzen verdrängen. Dadurch gehen Lebensräume und Nahrungsquellen für viele einheimische Arten verloren. Besonders häufig wird der Riesen-Bärenklau mit dem heimischen Wiesen-Bärenklau verwechselt.

Kleiner Bruder des Riesen-Bärenklaus ist nicht ganz so gefährlich

Der Wiesen-Bärenklau ist deutlich kleiner und wesentlich weniger problematisch. Er verursacht ebenso sonnenbrandähnliche Hautreizungen, aber die Symptome fallen deutlich milder aus als die des Riesen-Bärenklaus.

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal des Riesen-Bärenklaus sind die oft purpurfarbenen Flecken am Stängel, sowie die beeindruckende Größe. Auch im Landkreis Coburg breiten sich die Bestände immer weiter aus, warnen Experten. Größere Vorkommen finden sich insbesondere entlang der Steinach, bei Fürth am Berg und im Raum Neustadt bei Coburg.

Die Behörden versuchen seit Jahren, die Pflanze fachgerecht zu entfernen und die Verbreitung zu stoppen. Im Steinachtal wurden gute Erfolge bei der Eindämmung des invasiven Neophyten durch Beweidung mit Rindern erzielt, denen der Saft des Riesen- Bärenklaus mit den phototoxisch wirkenden Furocumarine offenbar nichts ausmacht.

LBV Coburg informiert über eingeschleppte Pflanzenarten

Der LBV Coburg hat das Thema „Neobiota“, wie man eingeschleppte Arten nennt, grundsätzlich als Jahresthema für 2026 aufgegriffen und bietet dazu eine ganze Reihe von kostenlosen Veranstaltungen an, um die Bürger zu informieren: Neben diversen Vorträgen und Exkursionen zu dem Thema bietet der rührige Coburger Naturschutzverein am 11. September einen Ausflug ins Steinachtal an, um eingeschleppte Arten in Feuchtgebieten genauer unter die Lupe zu nehmen. Und am 22. September gibt Björn Langbein von der Unteren Naturschutzbehörde einen „Überblick über neue und alte Bekannte im Wald“.

Gerhard Hübner, Naturschutzfachberater des LBV Coburg, würde sich freuen, wenn möglichst viele Leute zu den Veranstaltungen kommen würden. „Das Thema rund um neue Tier- und Pflanzenarten ist nicht nur für uns Biologen interessant, sondern für jeden, der unsere heimische Natur liebt und schützt.“ Alle Informationen zu den Veranstaltungen findet man auf der Internetseite des gemeinnützigen Coburger Naturschutzvereins www.coburg.lbv.de. Der LBV Coburg stellt aktuell jede Woche eine neue interessante Art vor, die in unsere heimische Natur eingeschleppt wurde.

 

Vorschaubild: © Foto: Dieter Hopf