Anfang des Jahres hieß es, dass die Sanierung der Ehrenburg noch etwas hinausgeschoben werden würde. Denn schließlich ist Reformationsjahr mit Landesausstellung in Coburg, da sollten möglichst wenige Baugerüste den Blick auf die Sehenswürdigkeiten verstellen.

Nun ist die Westfassade aber doch eingerüstet. "Weil wir in diesem Jahr das Geld zugewiesen bekommen haben", sagt Angelika Peetz lapidar, die Leiterin der Außenstelle Coburg des Staatlichen Hochbauamts Bamberg. Außerdem, so sagt es Markus Schnapp, der zuständige Mitarbeiter, hatten sich die Schäden an der Westfassade inzwischen als so groß erwiesen, dass Handlungsbedarf bestand.

Zum einen weise der Putz an vielen Stellen Risse auf und sei im unteren Teil versalzen, sagt Schnapp. Vor allem aber müssten die Fenstergewände aus Sandstein erneuert werden, da sie schon ziemlich beschädigt seien. "Wir müssen jetzt etwas unternehmen, bevor etwas passiert" - schließlich verlaufen die Rückertgasse und der schmale Bürgersteig direkt an der Fassade des Stadtschlosses.

Trotz allem werde versucht, die Beeinträchtigung für Touristen und Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten, versichert Schnapp. Die Baustelleneinrichtung werde zum großen Teil im Innenhof und an der Ostseite untergebracht; nur in Ausnahmefällen werde ein Container am Schlossplatz aufgestellt. Die Baustelle selbst soll bis Mitte September abgeschlossen sein. Das bedeutet, dass alle großen Events, von Samba-Festival über Schlossplatzfest und die Open-Airs mit eingerüsteter Westfassade stattfinden.

Die Rundumsanierung der Ehrenburg läuft schon seit einigen Jahren und ist noch lange nicht abgeschlossen. In diesem Jahr wird der jüngere Teil der Westfassade saniert - der jetzt eingerüstete Bereich mit dem Riesensaal wurde 1690 errichtet. Der ältere Teil aus dem Jahr 1543 kommt möglichst im nächsten Jahr an die Reihe.

Finanziert wird die Sanierung von der Verwaltung der Bayerischen Schlösser, Gärten und Seen, die auch für die Veste sowie Schloss und Park Rosenau zuständig ist, sobald es um den Gebäudeunterhalt geht. Allerdings konnte die Schlösserverwaltung am Dienstag keine Auskunft mehr darüber geben, wie viel Geld für die Sanierungsarbeiten an der Ehrenburg insgesamt eingeplant ist.


Ehrenburg: Residenz, Museum, Bibliothek

Geschichte Die Coburger Herzöge ließen 1534 eine Residenz in der Stadt errichten. 1690 wurde die Anlage zur dreiflügligen Barockanlage erweitert. Aus dieser Zeit stammen die Schlosskirche und der Riesensaal. Im 19. Jahrhundert wurden einige der Repräsentationsräume neu ausgestattet, und die Fassade im Stil der Neogotik gestaltet. Queen Victoria ließ in ihr Schlafzimmer eins der ersten Wasserklosetts auf dem Kontinent einbauen.

Einrichtungen Das Schloss beherbergt nach wie vor die herzoglichen Wohnräume sowie die Landesbibliothek, die großenteils auf der herzoglichen Hofbibliothek basiert.

Besichtigungen Die Wohnräume können bei Führungen besichtigt werden. Die Ehrenburg ist täglich außer Montag geöffnet; derzeit von 9 bis 18 Uhr, ab 4. Oktober bis Ende März von 10 bis 16 Uhr. Geschlossen ist außerdem am 1. Januar, Faschingsdienstag, 24., 25. und 31. Dezember. Führungen finden stündlich statt; der reguläre Eintrittspreis beträgt 4,50 Euro.