Die Mehrzweckhalle an der Heubischer Straße wird heuer beim Internationalen Puppenfestival zur "zentralen Anlaufstelle für gehobene Puppenkunst". Das sagt der für den kulturellen Bereich verantwortliche Bürgermeister, Martin Stingl (SPD). In der Halle werden unter anderem die Künstlerpuppen zu sehen sein, die in den vergangenen Jahren im Familienzentrum am Schützenplatz ausgestellt waren.

In der "Heubischer Halle" wird es auch eine Sonderausstellung geben. Sie ist der im vergangenen Jahr verstorbenen Puppenkünstlerin Hildegard Wegener gewidmet - "einer Frau der ersten Stunde, was unser Puppenfestival betrifft", wie Martin Stingl weiß. Wegener gewann schon 1995 einen der in der Branche hoch angesehenen Max-Oscar-Arnold-Kunstpreise, stellte im Museum der deutschen Spielzeugindustrie aus und wurde 2002 beim Neustadter Puppenfestival für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Nicht ausgeschlossen ist, da zeigte sich Stingl im Gespräch mit dem Tageblatt überzeugt, dass Wegeners Werke auch über den Tod der Künstlerin hinaus ein wichtiger Bestandteil der Puppenkunst in Neustadt bleiben werden: "Es laufen Gespräche, wie wir die Puppen von ihr längerfristig bei uns behalten können."

Neben der Wegener-Ausstellung werden auch die Preisträger-Puppen aus dem Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis sowie die Sonderausstellung des Verbandes europäischer Puppenkunst an der Heubischer Straße zu sehen sein.

Insgesamt scheint sich der vor einigen Jahren von Martin Stingl und dem gesamten Puppenfestival-Organisationskomitee eingeschlagene Richtungswechsel allmählich zu etablieren: Das Puppenfestival wird von den Einheimischen wieder verstärkt wahrgenommen und besucht. Deshalb wird die offizielle Eröffnung auch heuer wieder in eher geselliger und ungezwungener Form auf dem Marktplatz stattfinden. Hier hofft Stingl auf einen gut gelaunten Wettergott, denn: "Vom Termin her sind wir schon deutlich früher dran als im vergangenen Jahr." Da sei eine Open-Air-Veranstaltung schon mit einer gewissen Unsicherheit verbunden.

Die Gäste kommen in Scharen

Seinen touristischen Wert hat das Puppenfestival trotz der "Annäherung" an die Einheimischen aber nicht eingebüßt. Weil es kaum verlässliche Zahlen über die Zahl und Struktur der Puppenfestival-Besucher gibt, kann sich Martin Stingl bei seiner Einschätzung lediglich auf die Informationen der Hotellerie und Gastronomie stützen. Die aber, berichtet der Dritte Bürgermeister, sind eindeutig: "Während des Puppenfestivals sind rund um Neustadt herum alle Häuser voll."

Nach Jahren mit gravierenden organisatorischen und terminlichen Umstellungen ist das Puppenfestival bei seiner 24. Auflage in seiner Phase der Konsolidierung angekommen. Martin Stingl nutzt diese, um sich schon jetzt langfristige Gedanken über die Strukturen in der Region zu machen. Sein Blick fällt dabei, wenig überraschend, auf das zeitgleich rund um Himmelfahrt stattfindende "Teddy- und Puppenfest" in Sonneberg. In einer Zeit, in der sich beide Veranstaltungen nicht nur den Termin und die Besucher teilen, sondern inzwischen auch den länderübergreifenden Tourismusverband, muss das für Stingl einfach so sein: "Über eine gemeinsame Veranstaltung nachzudenken, ist ja wohl nicht verboten."


Puppenfestival 2015


Sonntag, 10. Mai Verkaufsoffener Sonntag in Neustadt (13 bis 18 Uhr) mit offizieller Eröffnung des 24. Internationalen Puppenfestivals im Pavillon auf dem Marktplatz (16 Uhr).

Mittwoch, 13. Mai Verleihung des Max-Oscar-Arnold-Kunstpreises im Sitzungssaal des Rathauses (19 Uhr, nur für geladene Gäste).

Donnerstag, 14. Mai Großer Puppen- und Spielzeugflohmarkt auf dem Neustadter Marktplatz (6 bis 16 Uhr).

Freitag, 15. Mai Eröffnung der Sammlerbörse für Puppen, Teddybären, Miniaturen und Blechspielzeug in der Frankenhalle (10 Uhr) - diese ist auch am Samstag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Sonntag, 17. Mai Letzter Festivaltag - große Spielzeugrallye des Vereins "Deutsche Spielzeugstraße" im Freizeitpark "Villeneuve-sur-Lot" (11 bis 17 Uhr).