Im Februar 2019 regte die SPD-Fraktion im Stadtrat Bad Rodach an, ein Verkehrskonzept für die Kurstadt zu erstellen. Im März dieses Jahres wurde eine Fachfirma mit der Erstellung eines solchen Planes beauftragt.

In der jüngsten Sitzung präsentierte Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) die gewonnenen Erkenntnisse. Das Ergebnis war am Ende doch überraschend. Die Fachleute sehen für die Kurstadt keinen Handlungsbedarf.

Im übertragenen Sinn wurde dem Bürgermeister mitgeteilt: "Was wollt ihr denn?" Ehrlicher meinte weiter: "Über eine Umgehungsstraße brauchen wir jetzt nicht mehr zu diskutieren. Die Menschen wollen nach Bad Rodach, nicht außen herum."

So ganz wollte Christoph Herold (CSU) dem Gedanken nicht folgen. Er bat darum, in Erfahrung zu bringen, für welche Verkehrsbelastung die durch Bad Rodach führende Staatsstraße 2205 ausgelegt ist. Erst danach könnte man seiner Meinung nach entscheiden, ob eine Umgehungsstraße notwendig ist. Herold gewann aus den präsentierten Zahlen die Überzeugung, dass eine "Ruhestellung" des Marktplatzes nicht mehr infrage kommt. Auf Nachfrage von Klaus Geuther (SBB) teilte Tobias Ehrlicher mit, dass das "Löweneck" (Einmündung Hildburghäuser Straße zum Markt) aus Sicht der Fachleute kein verkehrstechnisches Problem darstellt. Zweiter Bürgermeister Ernst-Wilhelm Geiling (FW) stellte treffend fest: "Die Zahlen belegen, welchen Verkehr wir selbst in der Stadt verursachen." Auch wurde in dem Gutachten herausgearbeitet, dass Bad Rodach über genügend Parkraum verfüge.

Ehrlichers Vorschlag: 30 km/h

Ehrlicher stellte seinen Ausführungen voran, dass das beauftrage Fachbüro die Ergebnisse noch ausführlich erläutern werde, sobald die äußeren Umstände dies zuließen. Klaus Geuther meinte: "Das Gute kann immer noch verbessert werden." Weil Geuther das sagte, teilte der Bürgermeister mit, dass bei der angekündigten Präsentation auch Verbesserungsvorschläge vorgestellt würden. Offen sprach sich Tobias Ehrlicher in diesem Zusammenhang für eine durchgängige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde im gesamten Stadtgebiet aus. "Dies ist eine angemessene Geschwindigkeit im Ortsbereich", unterstrich der Bürgermeister.

Als eine Art "Jugendtreff" scheint sich der Bad Rodacher Bahnhof etabliert zu haben. Jetzt läuft die Entwicklung dort offenbar aus dem Ruder. Auf Initiative der Jungen Union Bad Rodach brachte die CSU-Fraktion einen Antrag ein, der darauf abzielt, das Bahnhofsgelände zur präventiven Gefahrenabwehr per Video überwachen zu lassen. Handlungsbedarf sieht man aufgrund der zunehmenden Verunreinigungen und des dort auftretendem Vandalismus.

"Messerstecherei" im November

Trauriger Höhepunkt war demnach eine "Messerstecherei" am 13. November. "Der Bahnhof soll für Bahnreisende, Gäste des ansässigen Gastronomen und für die Jugendlichen ein sicherer Ort sein. Für Kurgäste, die mit dem Zug anreisen, ist der Bahnhof der erste Eindruck unserer schönen Stadt", heißt es in dem Antrag. "Mich ärgert es maßlos, was dort stattfindet", kommentierte Tobias Ehrlicher die dortigen Vorkommnisse. Er ergänzte: "Der Bauhof räumt dort ständig auf, weil es sonst keiner macht." Der Bürgermeister musste aber einräumen, dass der Stadt bezüglich einer Überwachung die Hände gebunden seien, da es sich bei dem betroffenen Bereich (ein Schuppen hinter dem Bahnhofsgebäude) nicht um ein städtisches Areal handele.

Geschäftsführer Uwe Schmidt informierte, dass die DB Netz AG als Eigentümer eine Videoüberwachung als "ausgeschlossen" bezeichnet habe. Schmidt weiter: "Die Polizei ist eingeschaltet, wir warten noch auf eine Antwort." Eventuell soll sich der Jugendkontaktbeamte der Polizei mit der Problematik befassen. Auch wird daran gedacht, die städtische Jugendpflege einzubeziehen. Tobias Ehrlicher ließ sich anmerken, dass für ihn die Situation alles andere als zufriedenstellend ist. Er mahnte, dass man Lösungen suchen müsse und nicht das Problem einfach woandershin verlagern solle.