Eine stilisierte Eiswaffel mit drei Kugeln Eis steht bildlich für die "Erlebte Integrierte Sportschule" - abgekürzt EISs. Mit EISs fördert der Freistaat Bayern den Sport von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung. Kinder und Jugendliche mit Handicap sollen im wohnortnahen Sportverein gemeinsam mit Altersgenossen ohne Handicap Sport treiben können. Das Sporterlebnis soll gegenseitige Barrieren durch das gemeinsame Trainieren abbauen.

Ute Jansen und Markus Frommlet umrunden dazu Bayern und sammeln Spenden für die Inklusion. Ausschließlich mit Muskelkraft, mit 15 verschiedenen Fortbewegungsmitteln, sind die Diplom-Ingenieurin und Lehrerin und der Arzt und Diplom-Sportpädagoge unterwegs. In 50 Tagen stehen 2600 Kilometer und weit über 52000 Höhenmeter auf dem Tourplan. Das Paar machte am Freitagmittag auf dem Coburger Marktplatz Station. Empfangen wurden sie von Oberbürgermeister Dominik Sauerteig sowie vom Lions Club Coburg Veste und dem Sportverein TV 1848. Lions Club-Präsidentin Dorothée Sinha und Ute Jansen kennen sich schon aus Schultagen, andererseits unterstützt der Lions Club Coburg Veste als Charity Club satzungsgemäß seit seiner Gründung 2003 Kinder und Jugendliche. Daher lag es nahe, dass der Lions Club dem Turnverein 1848 einen Rollstuhl für Rollstuhl-Basketball spendete. Immerhin schlägt solch ein Sportrollstuhl mit 4000 Euro zu Buche. Der TV 48 Coburg möchte Inklusion im Sport in Coburg umsetzen und sieht sich hier auch als Partner für andere Vereine und Institutionen. Es gibt bereits inklusive Kindersportgruppen und auch gemeinsame Sportveranstaltungen. Auch die Kooperation mit der OBO - Offenen Behindertenarbeit Oberfranken trägt erste Früchte. Das findet beim ältesten Coburger Sportverein unter "CAI - Coburg Alles Inklusiv" statt. Sieben Rollstuhlsportler trainieren aktuell beim TV 1848.

Oberbürgermeister Dominik Sauerteig zollte der Leistung von Ute Jansen und Markus Frommlet Respekt. Tagesetappen bis 100 Kilometer auf dem Mountainbike und anstrengende Bergwanderungen haben die beiden schon hinter sich. Vor vier Jahren umrundeten Frommlet und Jansen ihr Heimatbundesland Baden-Württemberg. "Seit unserer erfolgreichen Erstumrundung von Baden-Württemberg in 22 Tagen mit eigener Muskelkraft und 16 verschiedenen Fortbewegungsmitteln sind nun vier Jahre vergangen", so Ute Jansen. Dieses unvergessliche und in der Öffentlichkeit viel beachtete Abenteuer gab die Inspiration, zu versuchen, Bayern in 50 Tagen entlang der Staatsgrenze zu umrunden. Maximal einen Kilometer entfernt von der Landesgrenze soll die Route verlaufen. Mountainbike, Rennrad, Tandem, Inlineskates, Nordic Cross Skates, Longboards sowie Kajak, Kanadier und Tretboot kommen zum Einsatz. Übernachtet wird größtenteils im Zelt. Als besonders kräftezehrend beschreibt Ute Jansen den früheren Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen mit seinen Betongitterplatten. Während der deutschen Teilung gab es entlang der Grenzlinie einen Pfad, "heute ist er oft überwachsen und mitunter nicht mehr vorhanden", beschreibt sie eine weitere Schwierigkeit.

Am 27. Juli ging es los

Gestartet sind Ute Jansen und Markus Frommlet am 27. Juli in Lindau am Bodensee. Zuerst führte die Route nach Osten in die Alpen, dann weiter in den Bayerischen Wald und nach Norden gen Franken. Am Freitag war Bad Rodach erreicht, da gab es dann den Abstecher nach Coburg. Für den letzten Tag der Bayernumrundung am 12. September werden das Mountainbike und für die abschließenden zehn Kilometer ein Tretboot zum Einsatz kommen. In Lindau schließt sich der Kreis.

"Unsere ehrgeizige Expedition in der Heimat soll aber nicht nur zeigen, dass es auch hier in Deutschland möglich ist, Abenteuer zu erleben, sie soll auch einem guten Zweck dienen."

Inklusive Bewegungsangebote "Du sitzt im Rollstuhl und möchtest Basketball oder andere Ballspiele in entspannter Atmosphäre spielen und das ohne jeglichen Leistungsdruck? Dann bist du bei uns richtig. Besuche unsere neu gegründete Sportstunde und treffe Leute, die genauso gern Basketball spielen wie du."

Der Turnverein 1848 will seine Behinderten-Sportgruppe ausbauen und sucht Mitglieder. Auch Menschen ohne Beeinträchtigungen sind willkommen. "Besonders die Eltern von nichtbehinderten Kindern sind zu überzeugen, damit Kinder und Jugendliche dem Behindertensport nicht reserviert gegenüberstehen", weiß Fabian Müller. Der 28-Jährige sitzt selbst im Rollstuhl. Es gebe eine Menge, völlig unbegründete Berührungsängste, "denn Behinderung ist nicht ansteckend". Fabian Müller spielt Rollstuhl-Basketball, Fußball, schwimmt und klettert.

Angebote "Spiel und Spaß mit Bällen” für Kinder von acht bis zwölf Jahren, montags, 18 bis 19 Uhr, Turnhalle Pestalozzi-Grundschule (Halle 3); "Turnen, Tanzen; Spielen": Das inklusive Bewegungsangebot für Fünf- bis Achtjährige, mittwochs zwischen 17 und 18 Uhr, Turnhalle Pestalozzi-Grundschule, Halle 1; Rollstuhl-Ballspiele für Kinder und Jugendliche m/w, mittwochs 19 bis 20 Uhr, Turnhalle Pestalozzi-Grundschule, Seidmannsdorfer Straße 72, Coburg; Kontakt: Fabian Müller,Telefon: 09561/95269, E-Mail: fabian.mueller@tv1848coburg.de