Coburg
Begegnung

Mopstreffen in Coburg: Verliebt in knuddelige Vierbeiner

Was fasziniert die Menschen nur an diesen kleinen Hunden? Beobachtungen bei der dritten Auflage des Coburger Mopstreffens, das in diesem Jahr auch eine Ausstellung und eine Buchpräsentation umfasste.
Kristin Beygang hat an ihrer Leihhündin Jolie einen Narren gefressen. Foto: Gabi Arnold
Kristin Beygang hat an ihrer Leihhündin Jolie einen Narren gefressen. Foto: Gabi Arnold
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Sind es die zerknautschten Gesichter, der drollige Blick, das freundliche Wesen oder die lebhafte Art, die den Reiz dieser kleinen Hunde ausmachen? Schon Loriot wusste: "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos". Genau so sehen es die Besitzer der moppeligen, quirligen Vierbeiner, die nach Coburg zum dritten Mopstreffen gekommen sind.


Nora Meixner als Initiatorin


Die Österreicherin Nora Meixner hat dies initiiert, sie arbeitet in Coburg als Stadt-und Vesteführerin und besitzt einen Mops. Vor drei Jahren kam ihr die Idee ein Treffen für alle Freunde dieser lustigen Hunderasse zu organisieren. Diesmal sind 53 Hunde angemeldet, aber auch spontan gesellen sich Mopsliebhaber mit ihren Tieren hinzu. Sie kommen aus der Region, aus Thüringen, aus Nürnberg und sogar aus Bremen, um Gleichgesinnte zu treffen und um sich auszutauschen.

Homer, Alfred und Sir Toby

Ehrengast ist die Salzburger Künstlerin Monika Steinitz, die in Begleitung von Homer, Alfred und Sir Toby, drei Möpsen angereist ist. Die Hunde sind auch das Lieblingsmotiv ihrer Bilder, die in der Galerie der Glaserei Späth in der Wiesenstraße in Coburg zu sehen sind. Die Werke sind in Popart surrealistisch in kräftigen Farben und klaren Linien gemalt und stellen den Mops in den Mittelpunkt. Zum Beispiel blitzen schlanke Frauenbeine in karierten Strumpfhosen unter dem karierten Minirock hervor, rechts und links sitzen ein weißer und schwarzer Mops und schauen irgendwie gelangweilt drein.


"Ich wusste, ich möchte diese Hunde malen."


Monika Steinitz erzählt, dass sie im Jahr 1970 mit der naiven Malerei begonnen habe. Nach neun Jahre Pause entdeckte sie kleinen stämmigen Hunde mit dem faltigen Gesichtern und den drolligen Augen, seitdem porträtiert sie Möpse. Eines Abends, erzählt sie, sei sie in der Abendsonne spazieren gegangen, als zwei Möpse im Gänsemarsch über den Asphalt hüpften und Schatten warfen. "Das war der Beginn, ich wusste, ich möchte diese Hunde malen."


Familienhunde und Clowns


Die Antwort auf die Frage, was an dieser Rasse so reizvoll ist, kommt sehr schnell. "Sind freundlich, lieb, es sind Familienhunde und Clowns, sie sind zahm und freundlich." So ähnlich antworten beim Mopstreffen viele Besitzer, wenn sie nach ihrer Vorliebe für die kompakten Hunde mit den kurzen Beinen gefragt werden. Etwa 100 Mopsliebhaber treffen schließlich bei der Glaserei ein.


"Sie ist ein richtiger Schatz"


Auf einem Fenstersims sitzt Sabrina Shala aus Dörfles-Esbach, auf dem Schoss hat ihre Hündin "Diva" würdevoll Platz genommen. Die 23-Jährige ist begeistert von ihrem Vierbeiner. "Sie ist ein richtiger Schatz und immer gut gelaunt", schwärmt die junge Frau. Neben ihr nimmt Pfarrer Christian Geyer Platz, er besitzt zwar keinen Mops, ist aber sichtlich angetan von den quirligen Temperament der Hunde.

Frech und liebenswert

Beate Heller von der Glaserei Späth, Nora Meixner und Monika Steinitz durchschneiden eine rosa Schleife und los geht der Spaziergang in Richtung in Innenstadt. Die Passanten stoppen und schmunzeln angesichts der kleinen moppeligen und freundlichen Vierbeiner. Auf dem Schlossplatz dürfen die Tieren ohne Leine rennen und spielen und dabei geht es auffallend friedlich zu.
Angelika Darr, die aus der Nähe von Oberhof angereist ist, hat einen jungen Rüden dabei, der sich sofort mit einem Artgenossen namens "Horst" bestens versteht. Kristin Beygang aus Coburg führt eine hübsche Hundedame namens Jolie an der Leine. Der Hund gehöre Bekannten, erzählt sie, aber sie führe ihn häufig und sehr gerne aus. "Jolie ist frech und liebenswert und sie hat ihren eigenen Kopf." Genau dies findet die junge Frau klasse.
In der Buchhandlung Riemann werden die Besitzer mit ihren Hunden bereits erwartet, im Cafèchen stellt Monika Steinitz das Buch "Mopsart" mit ihren Gemälden vor. Auch vor der Buchhandlung sitzen die Hundebesitzer und tauschen sich aus, zum Beispiel Greta Menzner mit dem dreijährigen Rüden "Franz", Melina Jansky mit dem ebenfalls dreijährigen "Finn" und Sabrina Dresel mit "Max", fünf Jahre alt.

Sehr lebhaft

"Auf ersten Blick meint man vielleicht, die Hunde sind wegen ihrer Statur gemütlich, aber das täuscht, sind sehr lebhaft", sagt Sabrina Dresel aus Neustadt. Ob nun gemütlich oder lebhaft: Das dritte Coburger Mopstreffen gefällt nicht nur den Besitzern, auch die Passanten bleiben immer wieder stehen und schmunzeln über die witzigen, runden Hunde mit den zerknautschten Gesichtern und dem freundlichen Wesen.