Coburg
Regionale Museumsnacht

In der Museumsnacht die Kunst ganz anders erleben

Wenn auch die Menschenmassen nicht (mehr) strömen - der Aktionstag von zehn Museen in Oberfranken und Südthüringen ist immer wieder eine lohnenswerte Angelegenheit.
Florian Greuling empfing die Besucher im Seßlacher Heimatmuseum mit einer Lesung bei Kerzenschein. Foto: Gabi Arnold
Florian Greuling empfing die Besucher im Seßlacher Heimatmuseum mit einer Lesung bei Kerzenschein. Foto: Gabi Arnold
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Die Museen in Thüringen hat die Familie Wiegand bereits bei den vorherigen Auflagen der regionalen Museumsnacht er kundet. Als die Enkeltochter Tina Sack noch kleiner war, interessierten sich die Weigands vor allem für das Puppenmuseum oder das Meeresaquarium in Sonneberg. Am Samstag führte der abendliche Streifzug die Familie aus Eishausen in den bayerischen Teil. Dieter Wiegand hatte seine Kamera dabei und sagte: "Ich werde hoffentlich schöne Motive vors Objektiv zu bekommen."


Zum zwölften Mal fand am Wochenende die länderübergreifende Museumsnacht statt. Die Veranstaltung stand diesmal unter dem Titel "hell und dunkel". Insgesamt hatten zehn Museen - fünf auf thüringischer und fünf auf fränkischer Seite - ihre Türen geöffnet und boten ein buntes Rahmenprogramm mit Musik, Vorführungen oder Vorträgen.

Meeder hat gut gefallen

Die
Familie Wiegand und Enkeltochter Tina besuchten diesmal als erste Station die Lernwerkstatt Frieden in Meeder. "Es ist zwar ein kleines, aber doch sehr feines Museum", sagte Susanne Wiegand. Gegen 21 Uhr zählten die Meederer Museums-Organisatoren Elke Bräutigam und Henning Schuster um die 40 Besucher. "Im vergangenen hatten wir insgesamt 80 Besucher, das war sehr gut für unser kleines Museum", erinnerte sich Schuster.

Meeder war damit beispielhaft, denn die Zahl der "Nachtschwärmer" blieb zumindest auf der bayerischen Seite heuer sehr überschaubar. Der nächtliche Ausflug führte Besucher auch nach Seßlach in das Heimatmuseum, wo Silvia Tauss den Gästen auch süffiges Bier aus dem Kommunalbrauhaus anbot und Pantomime sowie lyrische Lesungen die Besucher unterhielten. In Bad Rodach ließ traditionell der Nachtwächter seine selbst gereimten Gesänge erklingen.


Ein Highlight der Museumsnacht ist immer wieder der Park Rosenau, wo das Sommerschlösschen hell erstrahlte und das "Europäische Museum für Modernes Glas" die Besucher anzog. Bei Museumsleiter Sven Hauschke liefen die Fäden der Museumsnacht zusammen. Besuchermassen, sagte er, erwarte er bei dieser Aktion gar nicht.

Aber: "Es kommen immer wieder Menschen, auch viele Familien mit Kindern, die länger bleiben und sich auf die Objekte einlassen." Das lohnt sich allemal: Denn im Abendlicht beziehungsweise im Kunstlicht wirken die Exponate noch eindrucksvoller als bei Tageslicht. "Oft meinen die Besucher, es wären neue Stücke ausgestellt," erzählte Hauschke.

Glas und LED

Besonders sehenswert waren die Leuchtobjekte der Künstlerin Susann Liebold, die aus dem Landkreis Sonneberg kommt und mit speziellen Glassorten und einer LED-Technik kleine Meisterwerke erstrahlen ließ.
Vier Shuttlelinien waren im Einsatz, um die Besucher zu chauffieren; die kulturelle Entdeckungsreise führte diesmal auch in den Landkreis Kronach, wo das Flakonmuseum in Tettau geöffnet hatte.