"Das ist eine Riesenmenge: 145 Quadratmeter Holz für den Außenbereich und 80 Quadratmeter Holz haben wir beim Innenausbau verbraucht", erzählen Fabian Blenk und Vanessa Stamm, zwei Auszubildende der Haba-Firmengruppe, die das Projekt "Arche 2020" sponsert, mit dem am Jugendhaus in Neukirchen eine Arche entstehen soll.
"Für das Gerüst haben wir noch einmal zehn Kubikmeter Holz benötigt", berichten die jungen Leute weiter. Beim Bau der "Arche 2020" helfen mittlerweile alle 92 Haba-Auszubildenden tüchtig mit, erklärt Peter Dienst, unter dessen Obhut die Arbeiten verrichtet werden. Auch am kommenden Samstag ist wieder ein Mitbautag, zu dem jeder kommen kann, der etwas dazu beitragen möchte, dass aus der Idee eine Arche zu bauen, Wirklichkeit wird. Es ist bereits der dritte Mitbautag in Folge.
Gebaut wird immer von 10 bis 16 Uhr.
Die Evangelische Jugend Coburg veranstaltete verschiedene Aktionen zum Thema "Wasser". Dabei entstand die Idee, eine Arche zu bauen, die die Jugend mit eigenen Händen gestaltet. "Zusätzlich sollte im Sinne der Nachhaltigkeit aus der Natur nur so viel Holz entnommen werden wie wieder gepflanzt werden kann", erläutert Dienst und erinnert an des Prinzip im Waldbau: "Die eine Generation pflanzt, die andere erntet".
Deshalb waren auch viele Kinder vor Ort, als es am Samstag hieß: "Wir geben der Natur das Holz zurück, dass wir ihr für den Bau der Arche genommen haben". Die kleinen Helfer kamen aus dem Kindergarten "Arche Noah", der Kinderkrippe "Luise Habermaaß" aus Bad Rodach und der Kindertagesstätte "Klecks" aus Lautertal.
Alle Kinder haben sich bereiterklärt, nicht nur zu pflanzen, sondern gleich eine Patenschaft für die gepflanzten Bäume zu übernehmen und sich auch in Zukunft um sie zu kümmern. Organisiert hat die Baumpflanzaktion eine Gruppe von Auszubildenden. "Sie haben den ganzen Ablauf auf die Beine gestellt und bürgerliches Engagement bewiesen", lobt Dienst, der der Leiter der Jugendbildungsstätte ist.
Und dann geht es endlich los: Jedes Kind erhält eine bunte Gießkanne, die aus einem Tank mit Wasser gefüllt wird, und eine kleine Schaufel. Neugierig umstehen sie das bereits gegrabene Pflanzloch. Der Baum, in diesem Fall ist es ein rheinischer Bohnapfel, liegt noch im Topf daneben und wartet auf viele fleißige Hände.
Förster Wolfgang Weiß erklärt wie es geht: "Erst werden zwei Pfähle mit einer Ramme links und rechts in den Boden getrieben, dann erst kommt der Baum, um Beschädigungen an der Wurzel zu verhindern."
Die fünfjährige Anne, ihre kleine Schwester Jule und der zweijährige Frederick dürfen nun, wie alle anderen Kinder, zur Schaufel greifen und Erde einfüllen. Der Baum wird ins Loch gehoben. Wolfgang Weiß befestigt ihn mit einem Bambusfaserseil sicher an den beiden Holzpfählen. Jetzt noch Wasser darauf, fertig. Damit die Kinder "ihren" Baum auch wieder erkennen, hat Kindergartenleiterin Birgit Rottmann vom Kindergarten "Arche Noah" mit den Kindern selbstgemalte Archen vorbereitet, die laminiert und mit Namen und Datum versehen, an den Bäumchen befestigt werden. Erzieherin Claudia Orru freut sich mit den Kindern: "Wir kommen jetzt ganz oft zum Wandern her und beobachten, wie der Baum wächst."