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Rödental
Unterhaltung

Im Rödentaler Rathaus "fränkelte" es sehr

Der Rödentaler Heimatverein verwöhnte sein Publikum ein weiteres Mal mit fränkischer Mundart.
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Die Musikgruppe "Die Gschrubbdn" war genauso originell wie die fränkische Mundart auch. Foto: Manja von Nida
Die Musikgruppe "Die Gschrubbdn" war genauso originell wie die fränkische Mundart auch. Foto: Manja von Nida
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Im Rödentaler Rathaussaal "fränkelte" es am Gründonnerstagabend arg. Der Heimatverein (HV) Rödental hatte zum traditionellen Mundartabend eingeladen und brachte zur Verstärkung gleich seine Freunde vom Südthüringischer Mundartkreis "Sumbarch" mit.

Dieses vorgezogene "Osterhäschen" schenkt der HV seinen Besuchern übrigens seit Jahrzehnten. "Ach, das läuft hier bestimmt schon seit 60 Jahren so, in den Anfängen damals noch im ,Wildparksaal‘", erzählte Vereinsmitglied Harald Tischer.

Mundartreichtum

Und dieser Abend steckte voller Esprit. Hier wurde fränkisch geplaudert. Harald Tischer und sein Bruder Holger führten durch das unterhaltsame Programm. Ihre witzigen Geschichten und schlagfertigen Reime begeisterten, ihr Mundartreichtum faszinierte. Geschichten über Gott und die Welt, Reime über herrliche Marotten eines jeden, das Publikum fühlte sich in seiner "Rödentaler Sprouch" daheim, man war unter sich und verstand sich auf Anhieb. Der Grantler aus der Nachbarschaft wurde genauso liebenswürdig durchgekaut wie die "nette Nachbarschaft", bei der das Wasser den Berg hinauflief. Der Stoff ging den Mundartkünstlern nicht aus, denn Rödental und seine Franken haben viel zu bieten. Und dann waren da noch die einzelnen Stadtteile, über die Tischer reizende Geschichten zum Reimen kreierte.

"Wir plaudern fei genauso wie ihr", sagte Renate Röther aus "Sumbarch" (Sonneberg) vielversprechend und klärte das Publikum exakt über die Bedeutung des deutschen Wortschatzes auf. Alle mussten dranglauben: die Frauen mit ihrer Mode und ihren reizenden Dessous, und die Männer blieben natürlich auch nicht verschont. Brillant präsentierte Röther, dass man über alles witzeln kann, wenn man es denn auch nett verpackt.

"Mein Vortrag ist heute sehr ernst und boshaft, daher ein Witz vorweg", sagte Rudi Mechthold mit seinem trockenen Humor und legte auch gleich los. Der Applaus gab ihm recht. Mit todernster Miene jagte Mechthold dann seine "weisen Sprüche", gepaart mit viel Bauernschläue, durch das Mikrofon. "Gut gemeinte Aussagen können ziemlich brutal klingen", warnte Mechthold. "Du elender Fregger bedeutet nämlich nix Anderes, als dass jemand schlau und erfolgreich ist. Und ,halt dein Maul‘ könnte bedeuten: Unglaublich, was du erzählst, sprich weiter."

Die volksmusikalische Würze

Dass die Franken etwas ganz Besonderes seien, wussten auch die Musiker "Die Gschrubbdn". Drei gestandene Mannsbilder aus Seßlach lieferten im Wechsel die volksmusikalische Würze mit ihren Stimmen dazu und Musikchef Wilfried Steinert zudem noch Akkordeonklänge.

Das Publikum war den ganzen Abend mit Schmunzeln, Applaudieren und Lachen beschäftigt und sang zudem als Chor lauthals mit den "Gschrubbdn": "Das ist der Wind, der fränkische Wind. Der wird noch wehen, wenn wir nicht mehr sind."

Übrigens ist die Musikgruppe aus dem Chor Blumenrod entstanden, den Chorleiter Steinert dirigierte. Vorsitzender Günther Ott hatte bereits in seiner Begrüßungsrede erläutert, dass der Rödentaler HV, 1949 von den Heimatvertriebenen gegründet, seit nunmehr 70 Jahren agiere. Die Heimatvertriebenen hätten sich auf die Fahne geschrieben, den Wert der Heimat herauszustellen und zu pflegen, ergänzte Zweite Vorsitzende Ingrid Ott.