Nach den unrühmlichen Vorfällen am Samstag in Magdeburg haben die Verantwortlichen des HSC 2000 Coburg bei der Polizei Strafanzeige wegen Diebstahl und Verstoßes gegen das Vermummungsverbot erstattet. Nach dem Sieg der Coburger hatten rund 20 Vermummte aus Magdeburg und Dessau den friedlich feiernden HSC-Fans vor der Herrmann-Gieseler-Halle aufgelauert.

Anschließend flogen bei der Auseinandersetzung auch die Fäuste, glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt. Den Fans der Coburger Westkurve wurde bei dem Zwischenfall eine Fanfahne entwendet, die mittlerweile von der Magdeburger Polizei sichergestellt wurde.

Der beim HSC für die Öffentlichkeitsarbeit mitverantwortliche Thomas Apfel war vor Ort und erlebte die heikle Situation hautnah: "Ich hatte Angst. Das war nicht ohne. Ich bin heilfroh, dass die Situation letztlich ohne Verletzungen verlief." Aber so etwas habe der Handballfreund in seiner Laufbahn als Spieler, Funktionär oder einfach nur als Fan noch nicht erlebt.

Die Verantwortlichen der Coburger verurteilen diesen Vorfall ebenfalls auf das Schärfste: "Dieser sinnlose Akt der Gewalt hat beim Handball nichts zu suchen", erklärt Vorstandssprecher Stefan Apfel.

Da bereits am Sonntag, 24. Februar in Dessau das Spiel des HSC 2000 Coburg stattfindet, klingeln bei allen Verantwortlichen die Alarmglocken, schließlich sind gerade die Fangruppen dieser beiden Klubs verfeindet. Mit dem Präsidenten aus Dessau, Thomas Zänger, hat der HSC bereits Kontakt aufgenommen. Er reagierte auch fassungslos auf die Vorfälle in Magdeburg: "Ich bin bestürzt über diese Mitteilung. Wir haben unverzüglich mit der Polizei und der Fangruppe Kontakt aufgenommen, um die Vorfälle zu klären".

Die Coburger könnten davon ausgehen, dass der Dessauer Klub eine solche Verhaltensweise in keinster Weise toleriert und die notwendigen Schritte einleiten wird, damit das Spiel zwischen den beiden Mannschaften ordentlich abgesichert wird.

Zänger legt auch Wert auf die Tatsache, dass die sogenannten "ZABPorters" keine Vereinsfangruppe ist. Der DRHV 06 habe seit Jahren einen eigenen Fanclub, der mit allen Vereinen freundschaftliche Beziehungen pflege."
Die Vorfälle in Magdeburg werden nach Informationen von Sebastian Straubel, Mitarbeiter der HSC-Pressestelle, auch dem Deutschen Handballbund gemeldet. "Leider haben die Ordner und Verantwortlichen des SC Magdeburg viel zu spät auf die sich anbahnende Eskalation reagiert. Trotz mehrmaliger Nachfrage seitens der Coburger wurde nicht auf die Konfliktsituation vor der Halle reagiert. Erst viel zu spät wurde die Polizei verständigt", kritisieren die HSC-Verantwortlichen abschließend. ct