"Wo mein Wohnwagen steht, da bin ich zu Hause", sagt Georg Frank. Dass Franks große Zirkusfamilie jedoch so lange an einem Ort feststeckte, "das hätten wir uns nicht träumen lassen". Seit dem 16. März hat der Zirkus in Dörfles-Esbach auf der Wiese an der Passchendaele-Straße seine Zelte aufgeschlagen. Der Familienzirkus ist gestrandet, Corona legte alles lahm. Ganze fünf Monate vergingen. Während dieser Zeit gab's keine Vorstellung. Die tägliche Versorgung der Tiere musste aber gesichert werden.

Nun geht es wieder los. Vom 29. August bis zum 4. Oktober heißt es an Wochenenden endlich wieder "Manege frei"! "Ich wünsche mir, dass sich die Menschen in der Zeit von Corona bei uns wohlfühlen dürfen", liegt Zirkusdirektor Georg Frank und seiner großen Zirkusfamilie am Herzen. "Und wir möchten den Menschen zeigen, was wir können, auf hohem Niveau, und wollen unser Publikum natürlich zum Staunen bringen. Alle Artisten sind hochmotiviert und durchtrainiert."

Es waren harte Monate

Georg Frank lässt seinen Blick über das so vertraute Gelände schweifen und sagt: "Der Rasenplatz mit den großen Bäumen hier ist wunderbar. Das spendet Schatten, ist an heißen Sommertagen eine wahre Oase für alle, auch für unsere Tiere. Gottseidank haben die Menschen von unserer Situation erfahren und uns mit Spenden sehr geholfen." Die Monate ohne Vorstellungen und ohne Einnahmen seien hart gewesen. Denn die laufenden Kosten hätten trotzdem beglichen werden müssen. Dank eines Spendenkontos hätten die Tiere versorgt werden können.

Das Landratsamt und Dörfles-Esbachs Bürgermeister Udo Döhler sowie dessen Stellvertreter Stephan Valtin organisierten dies. Heuspenden wurden von mitfühlenden Menschen geliefert. "Ich lobe sehr die ganze Bevölkerung, auch die Firmen, alle haben uns ganz unbürokratisch geholfen", ist Frank gerührt.

In Bad Rodach sei die erste Vorstellung gestartet. Platzmiete, Kaution sowie Vorauszahlungen für Strom und Wasser seien bezahlt worden. "Dann war es aus, Corona war da", erinnert sich der Direktor. Auch in Dörfles-Esbach wurde die Platzmiete samt Kaution an den Eigentümer (Wohnungsbaugesellschaft) entrichtet. "Und da kam der Vorstand der Wohnungsbau zu mir und sagte: ,Herr Frank, ich weiß, dass Sie den Platz wieder sauber verlassen werden. Hier haben Sie Ihre Kaution zurück‘. Das ist aller Achtung wert", sagt der Zirkusdirektor.

Circus Henry sei nicht der größte Zirkus, aber, 1812 gegründet, einer der ältesten in Deutschland. Zum Glück sei geholfen worden, von Privatpersonen und von Firmen, zum Beispiel von der Firma Kaeser, die spontan einen ihrer Kompressoren ersetzte.

Voller Stolz blättert der Direktor im "Goldenen Familienbuch". Darin zeugen zahlreiche Fotos und Zeitungsausschnitte von der farbenprächtigen und bunt gemixten Zirkusarbeit. Dann blickt er auf, und er meint: "Ich bin froh, dass es jetzt los geht, aber wo's dann hingeht, wissen wir nicht. Die Städte und Gemeinden zögern noch, die Zuschauer bleiben zu 80 Prozent weg."

Alles rund um den Circus Henry

Vorstellungen nur samstags und sonntags um 17 Uhr, Einlass ist ab 16 Uhr. Zur Premiere am Samstag, 29. August, ist freier Eintritt auf Spendenbasis. Alle Sonntage sind Kindertage (10 Euro auf allen Plätzen) mit Überraschungen für kleine Besucher.

Beachtet werden sollte: Die Abstands- und Hygieneregeln lassen in dem für rund 400 Personen ausgerichteten Zelt allerdings nur 150 Personen pro Vorstellung zu.

Für ein richtig tolles Event Der Circus Henry kann auch für Familienfeiern oder Betriebsveranstaltungen gebucht werden, sei es die Zeltanlage oder verschiedene Darbietungen oder eben der komplette Zirkus. Dazu beim Zirkusdirektor Frank einfach unter der Tickethotline 0152/53 222 806 nachfragen. Weitere Informationen sowie Spartickets gibt es unter http://www.circus-henry.de.

Und wer spenden möchte Bankverbindung: IBAN:DE89 7601 0085 0805 6158 56, BIC:PBNKDEFF