Die "COstbar II" ist eingeweiht. Täglich gibt es dort bis zu drei Menüs, eines ist vegetarisch, eines ohne Schweinefleisch. Frische Salate, belegte Brötchen, frischer Joghurt mit Früchten, kalte und warme Getränke. Ab 7 Uhr 15 steht ein vielfältiges und buntes Frühstücksangebot bereit. "Alles frisch auf den Tisch", mit diesem Slogan könnte die "COstbarII" für sich werben.

Dieses Restaurant, mit immerhin 130 Sitzplätzen auf zwei Etagen, befindet sich im Gebäude in der Thüringer Straße 5 - 7 in Coburg. Um dort essen zu können, muss man allerdings zu dem auserwählten Kreis der staatlichen Realschule CO II gehören. Wer zu dieser Schulfamilie zählt, kann sich wochentags zu Schulzeiten dort kulinarisch verwöhnen lassen.


Ein Restaurant - keine Mensa

Manche bezeichnen diese Einrichtung an der CO II mit dem schnöden Wort Mensa. Die COstbar II sagt allerdings von sich, "ein Restaurant - keine Mensa" zu sein. Am vergangenen Freitag wurde die COstbar II offiziell mit einem Probeessen eingeweiht. Vertreter des Landkreises, der CO II, der Architekt mit Team, Lehrer, Schüler und Eltern nahmen an der Einweihungsfeier teil. Landrat Michael Busch (SPD) hieß alle Teilnehmer zu "... einem Anessen ..." herzlich willkommen. Erfreut teilte er mit, dass der Schul- und Mensabetrieb an der CO II gut funktioniere. Lehrer und Schüler nutzten das Angebot der COstbar II gleichermaßen.

Bereits seit dem ersten März-Schultag dieses Jahres sei das Schulrestaurant in Betrieb. Die 15-jährige Eva Bauer und ihre 17-jährigen Klassenkameraden Melanie Eberlein, Tobias Basedow und Thomas Günter haben bis zu vier Mal wöchentlich nachmittags Unterricht und freuen sich über das Essensangebot."Es ist super!", meint Melanie. Toll finden die vier auch, dass alles frisch zubereitet wird. Bei der Salatsoße geraten sie regelrecht ins Schwärmen.

Auch den Lehrern schmeckt's

Und auch die Lehrkräfte sind von ihrer Schulmensa begeistert. Die 30-jährige Verbindungslehrerin Eva-Marie Arend (Musik und Katholische Religion) findet es richtig gut, dass Schüler und Lehrer auch mal gemeinsam an einem Tisch sitzen. "Meine Fünftklässler sind aus Weidach. Sie kommen hier rüber und stürzen sich aufs Essen", erzählt Arend. Ihr Kollege Daniel Stephan (Deutsch und Evangelische Religion) schwärmt ebenfalls von dem guten Essen: "Ich habe des Öfteren hier gegessen, es war sehr gut." Und das will etwas heißen; denn immerhin ist Stephan, nach eigener Aussage, Hobbykoch.

Essen kann online vorbestellt werden

Die Schüler und Lehrkräfte erhalten für ihr Restaurant eine personalisierte Guthabenkarte. Auf diese können die Eltern der Schüler ein bestimmtes Guthaben aufladen und dann verbrauchen. Der 2. Realschulkonrektor Florian Schraud wies darauf hin, dass an einem Display in der Schule oder auch online das Essen vorbestellt werden könne. Wie die Chefin der Cateringfirma "Eat & More", Martina Fischer, mitteilte, würden täglich etwa 100 vorbestellte Essen und 20 weitere Essen ausgegeben werden. 2. Konrektor Schraud wies ebenso auf die zahlreichen Möglichkeiten der Guthabenkarte hin. So könne man eine Maximalausgabe für die Schüler festlegen, die Karte bei Bedarf, zum Beispiel nach Verlust, auch sperren lassen oder kurzfristig auf der Karte noch etwas Geld einzahlen. Zur besseren Kontrolle des Essverhaltens der Schüler wäre auch möglich, dass die Eltern die Karte auslesen, um zu erfahren, was ihr Nachwuchs denn so zu sich genommen habe.

Im Moment 550 Esser

Schraud teilte mit, dass etwa 550 Karten ausgegeben wurden. Jede Karte koste zehn Euro und sei mit fünf Euro Guthaben bestückt. Ein komplettes Menu (Getränk, Essen, Salat, Nachspeise) gebe es für 3,50 Euro. Vorwiegend nutzten die jüngeren Schüler das Angebot, jedoch auch eine ganze Reihe der Schüler aus den höheren Klassen. Mittagessen gebe es zwischen 12 und 14 Uhr. Die CO II habe momentan 870 Schüler und 70 Lehrkräfte. 40 Schüler gingen in die gebundene und 250 in die offene Ganztagesschule. Die 1. Konrektorin Sabine Hoffrichter zeigt sich für den Ganztagesschulbereich verantwortlich.

Mit der Einweihung der COstbar II ging die Inbetriebnahme des zweiten Bauabschnitts der Staatlichen Realschule Coburg II vonstatten. Das Architekturbüro Gatz und ArchiViva kümmerten sich um die Verwirklichung dieses Bauabschnitts. Die Projektleiterin des Landratsamtes, Dipl.-Ing. Andrea Aust, gab bekannt, dass die Gesamtbaumaßnahme mit Kosten in Höhe von 27,3 Millionen Euro zu Buche schlagen. Landrat Michael Busch bat in seiner Laudatio den leitenden Architekten Christoph Gatz eindringlich, die Kosten nicht zu überschreiten. Gatz bemerkte auf diese Bitte: "Es sieht ganz so aus (dass es im Kostenrahmen bleibt)."

Landrat: Generalsanierung war besser als Neubau

Den Schülern, Elternvertretern und Lehrkräften teilte der Landrat mit, es sei gut, dass man auf eine Generalsanierung anstelle eines möglichen Neubaus gesetzt habe. Auf diese Weise stünde der Schule mehr Raum zur Verfügung. Bei einem Neubau hätte man aufgrund sinkender Schülerzahlen kleiner bauen müssen. Architekt Gatz wies darauf hin, dass beim Umbau darauf geachtet wurde, für die Ganztagesschüler einen zentralen Anlaufpunkt im Schulhaus zu haben. Die alte Turnhalle sei auf zwei neuen Ebenen sowohl zur COstbar als auch zur Schulbibliothek umgestaltet worden. Den Schülern biete sich eine "Chill-out Lounge" (Entspannungszone) als auch Arbeitsplätze mit Internetanschluss.

Europaweite Ausschreibung

Im zweiten Bauabschnitt sind sowohl die Generalsanierung einer Sporthalle, der Anbau einer Cafeteria, der Einbau einer Hausmeisterwohnung und die Neugestaltung der Außenanlagen mit Rasensportplatz, Laufbahn, Beachvolleyballplatz, etc. vorgesehen. Schulleiter Klaus Reisenweber zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf der Generalsanierung äußerst zufrieden. Erfreut teilte er mit, dass man sowohl die Schulleitung und Lehrer als auch die Schülermitverwaltung in das Projekt mit einbezogen habe. "Für mich war es ein Idealprozess. Benannte Kleinigkeiten wurden sofort aufgegriffen", so Reisenweber. Diesen Erfolg der so genannten kurzen Wege schrieb der Realschuldirektor auch der Tatsache zu, dass die europaweite Ausschreibung der Sanierungsmaßnahmen vom Bamberger Architekten Gatz gewonnen wurde. Dieser habe mit derartigen Projekten und der CO II bereits Erfahrung gesammelt.