In einer zauberhaften Inszenierung von Delia-Sophia Schneider erlebte gestern "Die kleine Meerjungfrau" vor nahezu ausverkauftem Haus auf der Waldbühne Heldritt eine grandiose Premiere. Zwölf Wochen hatten die Amateurschauspieler eifrig geprobt. Mit Fantasie, Witz und Charme, mit aufwendigen Kostümen und Kulissen wurde hier ein Kinderstück von Hans Christian Andersen professionell in Szene gesetzt. Mitten in den Wald wurde eine Meerlandschaft gezaubert nebst Unterwasserschloss, Meeresgrund und allerlei Meereswesen.
Einmal mehr hatte es die Regisseurin verstanden, die Rollen perfekt zuzuschneiden. Die Souffleuse Andrea Wölfert konnte sich entspannt zurücklehnen.

Alte Bekannte erlebte das Publikum mit Celine Gernet in der Rolle der Ariel und Ludwig Lorenz als Prinz. Schon im vergangenen Jahr hatten die beiden jungen Leute sich als Prinz und Aschenputtel gefunden.
Neu im Team bewährte sich der zwölfjährige Lucas van Rensburg als Krabbe Bastian, der sozusagen in James-Bond-Manier als Superheld das Bühnengeschehen im Griff hatte. Immer wieder faszinierend ist die Verwandlung der Karin Bodirsky. Im vorigen Jahr war sie die Stiefmutter, diesmal wurde sie zur Meerhexe, machtgierig und hinterlistig und am Ende doch von der Liebe überlistet. Als Meereskönig und Ariel-Papa hatte Manfred Artus zwar keine raumfüllende Rolle, verstand es aber, in seinem blau-silbern glitzernden Kostüm ordentlich Staat zu machen.


Kostüme und Bühnenbild machten eine Riesenarbeit

Ja, Kostüme sind in diesem Jahr mehr als aufwendig genäht worden. Das reicht vom Fisch Bastian (Marvin Witter) und den dunkelschuppigen Muränen (Nora Schneider und Pauline Wagner) bis zu den winzigen glitzernden Fischlein (Anton und Greta Jendis), der Wasserschnecke (Laura Herzer) und der weißgefiederten Seemöwe, alias Siglinde Ritz. Den französischen Akzent eines noblen Königshauskochs hat sich Jochen Seitz auf die Zunge gebracht. Auf der Jagd nach den Krabben hatte er nicht unbedingt Erfolg, sehr zur Belustigung der Theatergäste.

Auch Sven Stubenrauch in der Rolle des Prinzen-Pagen Theodor hatte die Lacher auf seiner Seite.
Bevor sich der Vorhang fürs Spiel öffnete, hatten in der Maske Ingrid Heinze, Charlotte Ritz und Anika Schneider Schwerstarbeit zu verrichten gehabt. Ja, und diesmal hatten die Kulissenbauer Friedhelm Wölfert und Uta Schüffler und ihre Helfer mal keine Pause. Den Erfolg vollenden Rainer Schirmer als Kulissenmaler und in der Technik Florian Hornung, Eric Rottmann und Alexander Mrazek. Das i-Tüpfelchen auf die Inszenierung setzen auch in diesem Jahr die Tänzerinnen des Ballettstudios Am Ketschentor in Coburg.

Noch 15 Mal wird es "Die kleine Meerjungfrau" auf der Waldbühne geben. Unter www.waldbuehne-heldritt.de gibt es die Termine und die Möglichkeit der Kartenvorbestellung. gb