Die Johanneskirche auf der Hut in Coburg wird 50 Jahre alt. Sie prägt in besonderer Weise das Coburger Stadtbild, denn schon von Weitem begrüßt der mächtige Turm des 1964 geweihten Gotteshauses die Besucher auf den westlichen Höhen der Stadt. Aber eigentlich muss man auch dem ehemaligen Oberbürgermeister Norbert Kastner recht geben, der in seinem Grußwort zum Kirchweihjubiläum schreibt: "Eine Kirche ist mehr als nur ein Gebäude. Eine Kirche lebt für und mit den Menschen, die ihre Gemeinde gestalten, ihr ein Gesicht geben, und so die Steine zusammenhalten."

In diesem Sinne umfasst die Johanneskirche eben auch die vielen Gemeindekreise für junge und alte Menschen, die beiden Kindertagesstätten Pfiffikus und Tausendfüßler ebenso wie letzten Endes auch das gemeinsame "Projekt soziale Stadt Wüstenahorn".

Keimzelle Holzkreuz

Die Anfänge der späteren Johanneskirchengemeinde waren zunächst bescheiden. Zum Pfingstfest 1958 versammelten sich die Gläubigen aus den Stadtteilen Hut und Wüstenahorn zum ersten Mal zum Gottesdienst auf dem späteren Kirchenplatz. Das Holzkreuz, unter dem damals der Altar stand, schmückt heute die Außenwand der von dem Münchner Architekten Franz Lichtblau erbauten Kirche.

Zum Namenpatron wählte sich die Gemeinde den Apostel und Evangelisten Johannes, dessen Darstellung schon bei einer einstigen Ölberggruppe im Flurbereich der Hut zu sehen war.

Altarraum von viel Licht erfüllt

Erstmalig in Coburg vereinte die Johanneskirche neben dem eigentlichen Sakralraum unter einem Dach auch Gemeinde- und Verwaltungsräume sowie das Pfarrhaus. Das Kirchenschiff präsentiert sich in fast quadratischer Form. In einem offenen Halbkreis versammelt sich die Gemeinde in der von viel Licht erfüllten Kirche um Altar, Kanzel und Taufstein. Die Altarwand schmücken Bronzefiguren des Münchner Bildhauers Rolf Nida-Rümelin, die eine Stelle aus dem Johannesevangelium darstellen. Die Fresken an den Innenwänden zeigen weitere Szenen aus dem Evangelium und der Offenbarung des Kirchenpatrons. Der Maler Hubert Distler aus Grafrath bezog dabei die Fensterrose an der Altarwand geschickt mit ein.

Der damalige Coburger Oberbürgermeister Walter Langer sollte Recht behalten, als er den Bau des Gotteshauses vor 50 Jahren als "einen Gemeinschaftsgeist der Tat, der Frucht tragen wird" bezeichnet hatte. Und vielleicht wird auch die Vision von Stadtrat Thomas Nowak, derzeit Vorsitzender des Kirchenvorstandes, Wirklichkeit werden, dass sich beim nächsten großen Kirchweihjubiläum in 25 Jahren die Johanneskirche zu einer echten Touristenattraktion entwickelt haben wird: Der Turm ist mit einem Aufzug ausgerüstet und bietet mit seinen Besuchern einen Ausblick bis nach Thüringen und ins Obere Maintal.

Mittelpunkt einer lebendigen Gemeinde

Nichtsdestotrotz soll die Johanneskirche aber vor allem der Mittelpunkt einer lebendigen Gemeinde mit derzeit rund 2900 Gemeindegliedern, also rund 2900 lebendigen Steinen, bleiben. Die Johanneskirchengemeinde wird zurzeit vom Pfarrersehepaar Kerstin und Ulrich Willmer sowie Diakonin Gabriele Lehrke-Neidhardt geistlich betreut.

Das Kirchweihjubiläum der Johanneskirche wird in diesem Jahr gleich zweifach gefeiert. Die Einweihung vor 50 Jahren fand am Sonntag, 3. Mai 1964, statt. Das war am Sonntag Rogate, so heißt der Sonntag, der dem Fest Christi Himmelfahrt vorausgeht. So gibt es am heutigen Sonnabend, dem 3. Mai, um 17 Uhr einen Festgottesdienst mit Dekan Christoph Grötzner, dem Sohn des Gründungspfarrers der Johanneskirche, Günther Grötzner. Im Anschluss findet ein Festabend im Gemeindesaal statt. Zum zweiten Jubiläumsgottesdienst lädt die Gemeinde dann am 25. Mai um 10 Uhr ein. Das ist dann eben am Sonntag Rogate des Jahres 2014. An diesen Gottesdienst schließt sich dann ein buntes und unterhaltsames Kirchweihtreiben in und um die Johanneskirche an.