Der Solarpark bei Birkig soll wachsen dürfen. Bereits im Dezember hat der Stadtrat beschlossen, ein Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes durchzuführen. Demnach könnte die Fläche für Module um 19,4 Hektar wachsen. Die Pläne werden ab Donnerstag bis Montag, 14. März, in der Stadtverwaltung öffentlich ausgelegt und können während der Geschäftszeiten von den Bürgern eingesehen werden.


Der bestehende und rechtskräftige Bebauungsplan stellt für den vorgesehenen Bereich bisher mögliche Ausgleichsflächen, ein kartiertes Biotop, und gemischte Bauflächen dar. Nach der Änderung soll es dann "Sondergebiet Solarpark" heißen. In einem Parallelverfahren zum Bebauungsplan "Solarpark Birkig II" wird der Flächennutzungsplan entsprechend angepasst. Für diesen Flächennutzungsplan gibt es einen Entwurf des Baureferates der Stadt.
Während der öffentlichen Auslegung können sich Bürger zu dem Vorhaben äußern.


Bedenken wegen des Bodens

Thomas Büchner, Stadtrats- und Kreistagsmitglied der ÖDP, hatte bezüglich der bestehenden Solaranlage bei Haarbrücken, Bedenken, die Ständer der Module könnten die Wasser führenden Schichten im Boden beeinträchtigen. So würde das Grundwasser womöglich in tiefere Schichten absinken, fürchtete er.


Das Landratsamt verwies darauf, dass vor dem Bau eines Solarparks wie bei jedem anderen Vorhaben ein baurechtliches Verfahren durchgeführt werde. Federführend ist in diesem Fall - ebenso wie bei Birkig - die Stadt Neustadt. Wasserrechtlich hatte das Landratsamt nach Auskunft des Pressesprechers der Behörde, Dieter Pillmann, eine Ausnahmegenehmigung für die Errichtung der Anlage zu erteilen. Darauf, so Pillmann habe der Antragsteller einen Rechtsanspruch. Die eingereichten Unterlagen seien gründlich geprüft worden. Es habe auch Ortstermine gegeben. Das Ergebnis laut Pillmann: "Eine Verschlechterung der Grundwassersituation ist nicht zu befürchten."


Diese Einschätzung teilt auch Oliver Partheymüller, der als Projektleiter der Firma IBC Photovoltaikanlagen errichtet. Das Unternehmen betreibt bundesweit bereits 72 Solarparks auf Freiflächen. Er geht von Anlagen aus, die durch Anstellwinkel und niedrige Bauweise den Windkräften oder Schneelasten wenig Wirkungsmöglichkeit bieten. Bei solchen Anlagen - IBC hat auch die bereits bei Birkig bestehende Anlage errichtet - müssen die Ständer nur in eine geringe Bodentiefe eingebracht werden, um stabil zu stehen, so Partheymüller.


Durch die gewählte Bauweise gelange immer noch ausreichend Wasser und Sonnenlicht auf den Boden, damit dort Pflanzenwuchs weiterhin ermöglicht ist. Wasser kann auf der gesamten Fläche versickern, um das Grundwasser zu ergänzen.


Chance zur Regeneration

Im Zuge der Bauleitplanung würden regelmäßig alle Behörden um Stellungnahmen gebeten, betont der Projektleiter und versichert: "Uns ist auch aus der Fachliteratur kein Fall bekannt, dass durch die Rammgründung von Photovoltaik-Anlagen Schäden am Grundwasser zu beklagen wären." Vielmehr regeneriere sich der Boden unter Solarparks, weil auf synthetische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel verzichtet werde.