Lucas van Rensburg, 12 Jahre, Schüler an der Rudolf-Steiner-Schule in Coburg-Beiersdorf, hat im diesjährigen Kinderstück "Die kleine Meerjungfrau" auf der Waldbühne in Heldritt eine tolle Rolle. Er ist die Krabbe. Regisseurin Delia Schneider hat diesen Part ins Stück "hineingebastelt", sozusagen ein bisschen "James Bond"-Action für die Jungs im Publikum. Und Lucas, das bestätigt die Regisseurin, habe mit viel Kreativität und Charme als Superheld das Bühnengeschehen im Griff - und die Herzen der Zuschauer auf seiner Seite.

Lucas, wie bist du eigentlich zur Schauspieltruppe nach Heldritt gekommen?
Lucas: Das ist nicht das erste Mal, dass ich hier auf der Bühne stehe. Ich habe schon bei Märchenaufführungen hier im Ballett-Part des Ballettstudios Am Ketschentor mit getanzt. So kam es, dass Delia Schneider mich angesprochen hat.
Da habe ich nicht nein gesagt. Ganz neu ist die Schauspielerei ja nicht für mich. Ich spiele am Landestheater in dem Stück "Wie im Himmel" mit und zwar den Jungen Gorden.

Viele Stunden Proben und dann noch die 16 Aufführungen. Wie schaffst du das mit der Schule?
Die Zeit der Proben war wirklich schwierig. An manchen Tagen konnte ich meine Hausaufgaben nicht vor 21 Uhr machen. Meine Zeit musste ich mir jedenfalls sehr genau einteilen, da ging es teilweise um 15 Minuten. Aber ich habe Spaß am Schauspielern, und der Stress macht mir deshalb nicht so viel aus.

Da ist sicher nicht viel Zeit für andere Hobbys geblieben ...
Mein Hobby ist Tanzen. Ich gehe auch ins Ballettstudio Am Ketschentor. Na gut, das ist nicht allzu schwer für mich, weil meine Mutter Manuela Mazzei das Studio auch leitet und mich unterrichtet. Ich möchte später auch Tänzer werden und zwar im klassischen Ballett.

Bei deinen Bühnenerfahrungen muss man wohl nicht nach Lampenfieber fragen ...
Also, bei meinem ersten Auftritt im Kongresshaus Coburg hatte ich krass Lampenfieber. Aber mein Papa, der Chorsänger am Landestheater ist, hat mir ein paar gute Tipps gegeben. Man muss sich einfach das Publikum wegdenken und spielen. Das funktioniert. Ich bin zwar immer noch aufgeregt, aber das ist eher der Drang, auf der Bühne etwas gut zu machen.

Wie fühlt sich denn die rote Schminke im Gesicht an, und geht das leicht wieder runter?
Zur Premiere war mir ordentlich heiß, und ich habe mächtig geschwitzt unter der roten Farbe. Mit ein bisschen Puder wird sich das hoffentlich ändern. Also, runter geht das mit Abschminktüchtern und tüchtig rubbeln.

Du spielst die Krabbe, die gut Wirbel auf der Bühne macht. Willst du auch mal der Prinz sein?
Nein, ich finde so eine Nebenrolle toll, zumal Delia Schneider mir auch Platz einräumt, eigene lustige Ideen einzubringen. Natürlich frage ich aber immer erst, ob das so geht. In der Rolle bin ich gern an der Seite und trotzdem mittendrin. Ich bin eben nicht so der Hauptrollen-Typ.

Das Gespräch führte Gabi Bertram.