Jens Beland sieht eine gute Zukunft für das Handwerk. "Es findet aktuell ein Umdenken statt", hat der Coburger Kreishandwerksmeister nämlich beobachtet. Junge Menschen würden erkennen, welch guten Perspektiven das Handwerk bietet.

Noch besser wären die Perspektiven freilich speziell im Coburger Raum, wenn es am Hinteren Floßanger auch weiterhin ein leistungsstarkes Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) gibt. Deshalb hat die Kreishandwerkerschaft ja auch hart um den Erhalt des BTZ gekämpft, als in der Zentrale in Bayreuth vor ein paar Jahren bereits das "Aus" beschlossen war.

"Teil eins" dieses Kampfs wurde auf dem Klageweg gewonnen: Denn als sich 2001 die bis dahin eigenständige Handwerkskammer Coburg mit der Handwerkskammer Oberfranken zusammenschloss, wurde im Fusionsvertrag nun einmal festgeschrieben, dass das BTZ am Hinteren Floßanger erhalten werden muss. Über Größe und Ausstattung wurde allerdings nichts fixiert, weshalb nun "Teil zwei" des Kampfes ansteht. Reinhard Bauer, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oberfranken, betonte am Freitag zwar: "Wir fühlen uns an den Fusionsvertrag gebunden!" Doch über die künftige Ausstattung des BTZ in Coburg werde an anderer Stelle entschieden.

Mehr Geld für Neubau in Bamberg

Das liegt zunächst einmal daran, dass die Handwerkskammer künftig unter dem Begriff "Bildungszentren Oberfranken-West" sowohl mit dem bestehenden BTZ in Coburg als auch mit einem komplett neuen BTZ in Bamberg plant. Das Ärgerliche aus Coburger Sicht: Für den Neubau in Bamberg wird es staatliche Zuschüsse in Höhe von 75 Prozent geben; für eine Sanierung im Bestand in Coburg sind hingegen maximal 60 Prozent Zuschüsse möglich. An genau dieser Stelle kommt ein sogenanntes Fördergutachten ins Spiel: In ihm wird untersucht, an welchem der beiden Standorte welche Investitionen sinnvoll sind und wo welche Werkstätten vorgehalten werden sollten. "Dieses Gutachten ist das A und O", sagt Reinhard Bauer. Und: "Es ist in dieser Woche fertig geworden!"

Die entscheidende Stelle, der das Gutachten nun bereits zur Entscheidungsfindung vorgelegt wurde, ist das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit Sitz in Bonn. Das weitere Vorgehen für die Coburger besteht jetzt zunächst einmal vor allem aus: Abwarten. Reinhard Bauer sagte am Freitag aber auch, dass es bereits Überlegungen gebe, den Architektenwettbewerb, der für den Neubau in Bamberg ohnehin ausgeschrieben werden müsse, gleich noch um die Erneuerungen am Standort Coburg zu erweitern. "Auf diese Weise könnten wir Kosten sparen."

Hintergründe zum Wechsel an der Spitze der Handwerkskammer in Coburg lesen Sie hier