"Tanzend helfen" war das Motto des Galaballs "Coburg tanzt" und Ziel des Vereins "Lebensraum. Ein Hospiz für Coburg". Schirmherrin war Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Die Idee und schließlich die Inititialzündung für den 1. Charity-Ball "Coburg tanzt" sei von seiner Ehefrau Sonja ausgegangen, stellte Dr. Martin Alfrink, Vorsitzender des Vereins "Ein Hospiz für Coburg", seiner Begrüßungsrede voran. In den vergangenen zwölf Jahren sei viel erreicht worden und im Juli werde nun das Hospiz seinen Pforten öffnen. Der Verein und auch der Caritasverband als Träger werden weiterhin Unterstützung benötigen, betonte Martin Alfrink. "Es muss ganz einfach selbstverständlich sein, dass es so ein Haus in Coburg gibt. Wir müssen nicht nur für das Hospiz, sondern um das Hospiz kämpfen, es lebenswert machen und in Coburg verankern."

Das Hospiz selbst sei ein großes Ereignis für Coburg, und Coburg könne auch einen solchen Charity-Ball gebrauchen, so Alfrink weiter. Oft hätten sich die Verantwortlichen die Frage gestellt, ob so ein Ball auch angenommen wird. Und nun: Das Kongresshaus war am Samstag nahezu ausverkauft. Eine Neuauflage sei deshalb bereits fest geplant: Der Termin steht mit dem 10. Oktober 2020 sogar schon fest.

"Damit das Mögliche entsteht, muss Unmögliches versucht" werden, hatte Hermann Hesse einmal gesagt. Sonja Alfrink hatte "tausend gute Ideen" eingebracht und damit den Festball erst entstehen lassen, betonte die geschäftsführende Vorsitzende der Stiftung "Lebensraum. Ein Hospiz für Coburg", Helga Schadeberg. Ein Hospiz sei ein "non-profit-Unternehmen", und der Caritasverband habe sich als Träger bereit erklärt. Rund 100 000 Euro pro Jahr müsse sich die Caritas von Leuten schenken lassen, denen es gut geht, sagte Schadeberg.

"Coburg braucht ein Hospiz", stellte auch Melanie Huml in ihrem Grußwort heraus. Nach langjähriger Vorbereitungszeit, nach unzähligen Überlegungen und Gesprächen, gebe es nun in wenigen Wochen ein stationäres Hospiz in Coburg. "Danke, dass sie alle nicht nachgelassen haben", sagte Huml. Dies sei auch eine Chance im Raum Coburg für sterbenskranke Menschen, denn sie werden in dem Hospiz gut aufgehoben sein. Das Hospiz werde ein Lebensraum für Schwerkranke und Sterbende sein, betonte die Staatsministerin.

Der Verein habe sich zur Aufgabe gemacht, das stationäre Caritas-Hospiz Coburg nachhaltig zu fördern und zu begleiten. Dieses Engagement aus der Mitte der Gesellschaft sei ein Leuchtturm für ein funktionierendes Gemeinwesen. Allen, die sich im Verein "Lebensraum. Ein Hospiz für Coburg" engagieren und einbringen, sprach der Caritas-Geschäftsführer Richard Reich seinen ganz persönlichen Dank aus. Besonders freue er sich, dass der Erlös des Benefiz-Galaballs dem stationären Hospiz Coburg zu Gute kommt. Das Hospiz sei ein Ort, an dem Schwerstkranke und Sterbende ihre letzte Lebensphase - sozusagen als Gäste einer ganz besonderen Einrichtung - verbringen können. Sterbende intensiv palliativ pflegen und begleiten, Familien entlasten, ihnen auf dem schweren Weg des Abschiednehmens beistehen und dabei trotzdem Lebensfreude und Lebensqualität bewahren und stärken - das sei das Ziel des stationären Hospizes.

Hospiz, also die Pflege und Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen und ein Galaball mit Musik und Show - geht das zusammen? Ja, meinte Richard Reich, denn der Galaball zugunsten des stationären Hospizes in Coburg sei nicht nur ein "herausragendes Dankeschön" an die vielen helfenden Hände, die bei der Planung und Verwirklichung des Hospizes mitgewirkt haben, also ein Zeichen der Anerkennung für die so wichtige Arbeit im Hospizdienst. Der Galaball stehe auch für Begegnung und Tanzen für einen guten Zweck. So trage der Galaball dazu bei, dass schwerstkranke und sterbende Menschen die Chance haben, gepflegt und begleitet zu werden. "Dem Förderverein ,Lebensraum. Ein Hospiz für Coburg' ist mit dem Benefiz-Galaball eine besonders symbolträchtige Aktion gelungen", lobte Richard Reich. Des Weiteren leiste der Verein mit seinen Aktivitäten einen wichtigen Beitrag dazu, dass schwerstkranke und sterbende Menschen in unserer Gesellschaft nicht ausgegrenzt, sondern wahrgenommen werden.

Der Benefiz-Galaball sei aber weit mehr als eine karitative Veranstaltung, so reich. "Der Ball ist auch ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis und eine Bereicherung für Coburg!"

Die Bigband "Michael Holz" aus Aachen spielte mit 17 Vollblutmusikern ganz im Stil von Hugo Strasser auf. Zwei Jugend-Spitzenpaare in allen Standard- und lateinamerikanischen Tänzen zeigten ihr Können: Daniel Schluck und Veronika Obholz, dreifache deutsche Meister, zuletzt 2017 Jugend Latein, vielfache bayerische Meister, WM-Finalisten Latein, sowie Rene Morcinek und Irina Pecherista, Finalisten der Bayerischen Meisterschaft und außerdem Finalistin der Deutschen Meisterschaft bei den Standard-Formationen. Für Unterhaltung sorgte auch der Comedian "Lord of the Dance".