• Coburger Convent: Grünen-Stadtrat mit heftigen Vorwürfen an Rathaus
  • "Ernster nehmen": Stadt Coburg suche Gründe, um Anfragen nicht beantworten zu müssen
  • Kommunalpolitiker fordert exakte Aufschlüsselung von Geldzuwendungen an CC
  • "Direkt nach Convent": Foto soll anstößige Zeichnung in Coburger Schule zeigen

Der Coburger Grünen-Stadtrat Kevin Klüglein hat eine umfassende Anfrage zum Coburger Convent (CC) an Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) und die Stadtverwaltung geschickt - und dieser dabei heftige Vorwürfe gemacht. Ausgangspunkt war ein Beitrag auf der Plattform "fragdenstaat.de", in dem das Rathaus unter anderem nach Geldzuwendungen und Kosten in Verbindung mit dem jährlichen Pfingstkongress in der Coburger Innenstadt gefragt wurde. 

Grünen-Politiker kritisiert Stadt nach CC-Anfrage heftig - "ernster nehmen"

Die Anfrage wurde laut der Homepage von der Verwaltung abgelehnt. Diese weist unter anderem darauf hin, nicht auskunftspflichtig zu sein, da "ein berechtigtes Interesse" der fragenden Person "weder glaubhaft gemacht noch ersichtlich" sei. Zudem sei die Anfrage "nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand zu bearbeiten, sodass insoweit ein Auskunftsverweigerungsrecht" bestehe. Argumente, die Klüglein nicht gelten lassen will. 

"Ich finde, die Stadt Coburg muss Anfragen über Frag-den-Staat ernster nehmen sowie meiner Meinung nach wohlwollender beantworten und nicht nach Gründen suchen, diese nicht beantworten zu müssen", erklärt er gegenüber inFranken.de. Deshalb habe er selbst eine Anfrage geschickt, die noch deutlich über das Ausmaß der Ursprungsanfrage hinausgeht. So fordert Klüglein nicht nur eine konkrete Ausgaben- und Zahlungsbilanz.

Der Kommunalpolitiker will etwa wissen, wie die Stadt Coburg zu mutmaßlichen Sachbeschädigungen an Restaurants durch Convent-Mitglieder am Pfingstwochenende 2022 steht. "Wird von der Stadt Coburg hier Kontakt mit dem CC aufgenommen, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern?", so Klügleins Frage an den Oberbürgermeister. Auch zu der Frage, ob es neue Erkenntnisse zu Pfingstbäumen gibt, die laut Zeugenaussagen von Kongress-Teilnehmern abgerissen wurden, wünscht er sich Informationen. 

Pikantes Foto in Schule soll Kritzeleien von Mitgliedern des Coburger Convents zeigen

Noch pikanter ist allerdings ein Foto, das Klüglein dem Antrag beigelegt hat. "Die Aufnahme entstand direkt nach dem Coburger Convent in einer Coburger Schule", erklärt der Grünen-Stadtrat gegenüber inFranken.de. Darauf zu sehen: Eine bekritzelte Schultafel, auf der unter der Überschrift "Ukraine-Spendenaktion" ein Kuschelbär mit einem überdimensionalen, stark behaarten Genital zu sehen ist. 

Beschriftet ist die Tafel zudem mit den Sprüchen "Degibär was here" und "ich saufe richtig hart, ich bin ein Degi-Automat". Den genauen Standort und die Person, welche die Tafel fotografiert hat, will Klüglein auf Anfrage von inFranken.de allerdings nicht nennen. "Da die Aufnahmen direkt nach dem Coburger Convent entstanden sind, in Räumen, in denen Menschen des CCs waren", glaubt er zu wissen, dass Mitglieder des CCs diese Tafel verunstaltet hätten. "Wie steht die Stadt Coburg dazu, dass Tafeln in Schulen von Mitgliedern des Coburger Convents beschmutzt und mit unflätigen Ausdrücken und Bemalungen verziert werden?", schreibt er dem Oberbürgermeister.

Der Kontext: Zum Pfingstkongress des Coburger Kongresses wurden Mitgliedern des Öfteren Schulräume zum Aufenthalt und zur Übernachtung zur Verfügung gestellt. Klüglein will daher wissen, in welchen Schulen Convent-Mitglieder in den vergangenen fünf Jahren übernachtet haben - und welche anderen Räumlichkeiten dem CC zur Verfügung gestellt wurden. Ihm sei - im Gegensatz zur Anfrage auf der Internet-Plattform - eine Beantwortung in der nächsten Stadtratssitzung versprochen. Diese findet im September statt. 

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