Bis zuletzt haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Beteiligung des Landkreises an Bau und Finanzierung eines neuen Verkehrslandeplatzes gesammelt, gezählt und sortiert - dann stand die genaue Zahl fest: Es liegen 10 099 Unterschriften aus dem gesamten Landkreis vor. "Das ist ein großes Zeichen", sagte Simone Wohnig (Bad Rodach), als sie Landrat Michael Busch (SPD) die drei Ordner mit den Unterschriftenlisten überreichte.


Ob denn das Zeichen wirklich so groß ist - das wollte der Landrat erst einmal so im Raum stehen lassen. Das Landratsamt werde nun erst einmal in Kooperation mit den Landkreisgemeinden die Unterschriften prüfen lassen, dann werde man sehen, wie viele Menschen am Ende wirklich unterschrieben haben.
Erfahrungsgemäß sei es ja so, dass in solchen Listen viele doppelte und nicht zulässige (weil nicht aus dem Landkreis stammende) Unterschriften zu finden seien.


So ganz einig waren sich Busch und Wohnig ohnehin nicht, was die Bedeutung der Unterschriftenlisten betraf. Der Landrat kritisierte, dass viele der Autogramm mit dem fälschlichen Argument gesammelt worden seien, dass man mit seinem Autogramm den Neubau des Verkehrslandeplatzes verhindern könne. Deshalb, das stellte Busch deutlich klar, werde das Landratsamt die Bürger schon bald genau über seine Sicht der Dinge informieren. Dass Investitionen in Schulen und Kindergärten durch den Landkreisanteil beim Bau gefährdet seien, verneinte Busch ebenfalls sehr entschieden.

1,5 Millionen werden nicht reichen

Simone Wohnig hielt ihre Sicht dagegen: "Die Menschen haben unterschrieben, weil sie nicht an den Kosten für den Bau und den Unterhalt beteiligt werden wollen." Die Einschätzung Buschs, dass der Landkreis mit 1,5 Millionen Euro Bauanteil vergleichsweise gut wegkommt, wollte Kreisrat Christoph Raabs (ÖDP) nicht teilen: "Bei 1,5 Millionen Euro wird es nicht bleiben, auch die Betriebskosten sind jetzt noch nicht absehbar." Er jedenfalls, sagte Flugplatzgegner Raabs, sehe gute Chancen, dass die Menschen des Coburger Landes bei einem Bürgerentscheid auch zahlreich in die Wahllokale gehen werden.


Die Entscheidung, ob ein Bürgerentscheid stattfindet, fällt voraussichtlich am Donnerstag, 12. März: Dann berät der Kreistag über die Rechtmäßigkeit des Bürgerbegehrens - und natürlich auch über die Möglichkeit, mit einem Ratsbegehren eine eigene Fragestellung in die Abstimmung einzubringen. Sollte, was wenig überraschend wäre, ein Bürgerentscheid kommen, dürfte dieser wohl Anfang/Mitte Juni stattfinden.


Selbst Willi Kuballa (der Geschäftsführer der Planungsgesellschaft für den Neubau eines Verkehrslandeplatzes) hatte auf Tageblatt-Nachfrage "keine Zweifel" daran, dass auf jeden Fall genügend Unterschriften für ein Bürgerbegehren vorliegen. Knapp 4400 davon braucht es, um den Weg an die Urnen zu eben. Diese Zahl sei bei über 10 000 eingereichten Unterschriften sicher erreichbar. Zum Ergebnis eines eventuellen Bürgerentscheides zeigte sich Kuballa als Flugplatz-Befürworter allerdings auch optimistisch: "Die Mehrheit der Bürger weiß, welch immense wirtschaftliche Bedeutung ein neuer Verkehrslandeplatz hat.


Nach dem derzeitigen Stand der Dinge müssten bei einem Bürgerentscheid mindestens knapp über 10 000 Menschen aus dem Landkreis gegen eine finanzielle Beteiligung des Landkreis am neuen Verkehrslandeplatz stimmen - dann hätte das Bürgerbegehren Erfolg und der Landkreis müsste aus der Planungsgesellschaft aussteigen.


Für Angela Ambros (Lautertal), eine der Organisatorinnen des Bürgerbegehrens, ist deshalb der erste wichtige Schritt geschafft. Nun gelte es, "bei der Stange zu bleiben". Sie sei schon ein bisschen gespannt, was denn der Landkreis jetzt für eine Informationsoffensive starten wolle, sagte Ambros.



Das Bürgerbegehren in Zahlen


Statistik Bei der Überreichung der Listen am Freitagmittag im Landratsamt lagen aus folgenden Gemeinden des Landkreises Unterstützungsunterschriften vor: Ahorn (258 Unterschriften), Bad Rodach (2157), Dörfles-Esbach (180), Ebersdorf bei Coburg (392), Großheirath (286), Grub am Forst (225), Itzgrund (300), Lautertal (732), Meeder (1730), Neustadt (1081), Niederfüllbach (111), Rödental (800), Seßlach (293), Sonnefeld (587), Untersiemau (279), Weidhausen (125), Weitramsdorf (563).