Die aus St. Petersburg stammende Puppenkünstlerin Natalja Lebsak ist am Mittwochabend für ihr Gesamtwerk mit dem Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD), der den Preis im großen Sitzungssaal des Rathauses überreichte, würdigte damit das "breit gefächerte künstlerische Wirken" Lebsaks. Die Künstlerin setzt sich nicht nur mit Puppen und Figuren auseinander, sondern arbeitet auch in anderen künstlerischen Bereichen sehr erfolgreich.

Lebsak, die lange Zeit ihre Heimat in Nürnberg hatte und mittlerweile in Polen lebt, ist beim Puppenfestival in Neustadt eine "alte Bekannte". Sie beteiligte sich schon mehrfach am mittlerweile zum 21. Mal ausgetragenen Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis und ist regelmäßiger Gast bei Ausstellungen im Museum der deutschen Spielzeugindustrie.

Bei der festlichen Preisverleihung hieß es aber auch: Abschied nehmen. Elisabeth Flüeler-Thomamichl schied nach vielen Jahren aus der Kunstpreis-Jury aus und wurde deshalb von Bürgermeister Martin Stingl mit herzlichen Worten bedacht. "Überaus angenehm und reizvoll", erinnerte sich Rebhan, sei die Zusammenarbeit mit Flüeler-Thomamichl gewesen. Besonders bei der Erstellung der Laudationes zur Verleihung der Arnold-Kunstpreise habe sich die Puppen-Fachfrau als hilfreiche Ratgeberin erwiesen. Deshalb wünschte sich Stingl auch eine Rückkehr von Flüeler-Thomamichl nach Neustadt im kommenden Jahr - "unbeschwert und uneingebunden als Gast und Puppenliebhaberin".

Die Jugend im Blick

Mit Stolz blickte Rebhan auf die Entwicklung des Max-Oscar-Arnold-Kunstpreises zurück. Seit 21 Jahren gibt es diesen mittlerweile - und Rebhan erinnerte mit Dank an den "Kunstpreis-Erfinder", den ehemaligen CSU-Stadtrat Joachim Sauer, an die nicht einfachen Anfänge. Nicht wenige in Neustadt hätten den Kunstpreis vor gut zwei Jahrzehnten "skeptisch betrachtet, teils auch belächelt", erinnerte sich Rebhan. Heute schaue es ganz anders aus. Man habe es in Neustadt als kleine Stadt geschafft, den Kunstpreis zu einer weltweit viel beachteten und geschätzten Veranstaltung werden zu lassen. Dies belegt auch, zum wiederholten Mal, die Liste der Preisträger: Auf ihr heuer stehen Künstler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Bulgarien und Japan.

Der Blick Rebhans in die Zukunft fiel für den Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis optimistisch aus. Freilich, mit mittlerweile 21 Jahren auf dem Buckel sei diese Puppenfestival-Sparte inzwischen "erwachsen" geworden, alt oder gar in die Jahre gekommen, indes noch lange nicht. Der Oberbürgermeister rief die Beteiligten an den jährlichen Preisverleihungen deshalb dazu auf, den Blick vor allen Dingen auf den Puppenkünstler-Nachwuchs zu lenken.
Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung vom Salon-Ensemble der Gesellschaft der Musikfreunde Neustadt. Im Anschluss an die Preisverleihung bot sich die Gelegenheit, sämtliche für den Kunstpreis eingereichten Puppen und Figuren in der Mehrzweckhalle an der Heubischer Straße zu besichtigen. Dort sind die Werke noch bis Samstag für die Öffentlichkeit zugänglich.


Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis: die Gewinner

Beste Spielpuppe Gabriele Mazaracis (Freren).
Beste Babypuppe
Gaby Rademann (Oberbergkirchen).
Beste Kinder-Darstellung Sabine Vogel (Bielefeld).
Beste Jugendlichen-Darstellung Chizuko Inabe (Japan).
Beste Erwachsenen-Darstellung Berni Stenek (Rankweil-Brederig, Österreich).
Beste Portraitpuppe Silke Friedrich (Braunschweig).
Beste Phantasiepuppe Natalia Goscheva (Bulgarien).
Beste Miniatur Cosette Gall-Claude (Lichtensteg, Schweiz).
Beste Karikatur Ute Krajewski (Gera).
Beste Themenarbeit Sandy Fukala (Göritzheim).
Experimentelle Puppenkunst Christoph Jacobs.
Nachwuchsförderpreis Zu gleichen Teilen an Miyuki Yamauchi (Japan) und Sylvia Kowalski (Crimitschau).
Kategorie der Preisträger Anna Meyer (München).


24. Internationales Puppenfestival: Das ist los am Donnerstag und Freitag


Donnerstag

6 bis 16 Uhr: Puppen- und Spielzeugflohmarkt sowie allgemeiner Flohmarkt auf dem Marktplatz und in den angrenzenden Straßen.
10 bis 17 Uhr: Ausstellung "Spielzeug aus der Region" der Sammler und Briefmarkenfreunde im Rathausfoyer.
10 bis 17 Uhr: Sonderausstellung "Auslotung III" sowie "lebende Werkstätten" im Museum der deutschen Spielzeugindustrie am Schützenplatz.
10 bis 17 Uhr: Ausstellung des Verbandes europäischer Puppenkünstler sowie Präsentation der Puppen aus dem Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis in der Mehrzweckhalle an der Heubischer Straße.

Freitag

10 bis 16 Uhr: Kostenloser Festival-Buspendelverkehr: Bahnhof, Museum der deutschen Spielzeugindustrie, Frankenhalle, Mehrzweckhalle an der Heubischer Straße und Kulturzentrum am Schützenplatz.
10 bis 17 Uhr: Sammlerbörse für antike Puppen, Teddybären, Steiff-Tiere, Blechspielzeug, Eisenbahnen und Elastolin-Figuren in der Frankenhalle.
10 bis 17 Uhr: Ausstellung des Verbandes europäischer Puppenkünstler sowie Präsentation der Puppen aus dem Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis in der Mehrzweckhalle "An der Heubischer Straße".
10 bis 17 Uhr: Ausstellung "Spielzeug aus der Region" der Sammler und Briefmarkenfreunde im Rathausfoyer.
10 bis 17 Uhr: Sonderausstellung "Auslotung III" im Museum der deutschen Spielzeugindustrie am Schützenplatz.

Absage: Die im Familienzentrum vorgesehene Präsentation "Doll-Art" entfällt.