Diese Partie David gegen Goliath begann auch ohne den gesperrten Stas, den privat verhinderten Vosvrda und den bei der U20-WM weilenden Valentin Busch spektakulär. Schon beim ersten Angriff zog der Amerikaner David Wohlberg von halb links einfach einmal ab, platzierte die Scheibe gut und überraschte Mechel im Tor der Gäste mit der frühen Führung für den EHC.

In der Folgezeit sah man öfters die feinere Klinge des auch nicht ganz kompletten Spitzenteams von der Enz, aber die Tigers hielten gut dagegen. Tigers-Coach Sergej Waßmiller hatte diesmal die erste Linie zum Forechecking ein paar Meter weiter hinten angesiedelt, vermutlich deshalb, um dahinter den Raum für die allesamt technisch versierten Stars der Steelers enger zu machen. Dieses taktische Konzept ließ einige Angriffe des Tabellenführers schon früh in der Entstehung verpuffen und machte die restliche Arbeit deutlich leichter. Dazu braucht man aber immer auch eine starke Torwartleistung, und die lieferte Wiedemann auch mit einem sehr souveränen Spiel ab. So ging man mit der knappen Führung in die erste Pause.

Im Mittelabschnitt dominierten die Gäste dann doch noch etwas deutlicher. Die Wagnerstädter kamen nun nur noch sporadisch zu eigenen Aktionen. Besonders Wrigley und Weller stellten der EHC-Abwehr einige knifflige Aufgaben. Wrigley und Sommerfeld konnten zwei der nun häufigeren guten Möglichkeiten der Gäste nutzen. Den Ausgleich besorgt der Kanadier, weil er nach einem Bandenabpraller am schnellsten schaltete. Und beim Führungstreffer von Sommerfeld gelang es den Bayreuthern nicht, die Passwege zu verhindern. Zusätzlich ließ man man im Zentrum einen Angreifer ungedeckt, der diese Freiheiten per Direktschuss auch ausnutzte.
Wiedemann im Tor der "Gelb-Schwarzen" verhinderte weitere Einschläge.

Erneut der starke Wohlberg schaffte den Ausgleich für die Bayreuther. Einen Scheibenklau hinter dem Tor veredelte er per Einzelaktion, als er nach einer Kurve ums Tor aus kurzer Distanz an Mechel vorbei einschoss. Die vorher schon erkennbaren Lässigkeiten der Steelers nahmen nun noch groteskere Züge an, denn der Tabellenführer leistete sich mehrere sinnlose Strafen, die den Hausherren mit Powerplay in die Karten spielen.
Zwar monierte Gästecoach Kevin Gaudet hinterher einseitige und schwache Schiedsrichterleistungen, doch dass sich seine Spieler häufig mit wirklichen Fouls alles andere als clever verhielten, ließ er dabei galant aus.
Bei doppelter Überzahl rettete Mechel mit einer fast unglaublichen Parade gegen Kolozvary noch vor dem Rückstand, doch kurz später schlug der Puck dennoch ein. Nach einigen zu ungenauen Abschlüssen von Geigenmüller nahm Kapitän und Routinier Potac Maß und wuchtete die Hartgummischeibe zum 3:2 in die Maschen.
Das Streben nach dem Ausgleich erschwerten sich die Württemberger mit weiteren Strafen, doch ein weiteres 5:3 konnten die Tigers dann nicht mehr nutzen. Da Bietigheim aber auch 80 Sekunden ohne Torwart keinen Weg vorbei am guten EHC-Torwart Wiedemann fand, blieben die drei Zähler nicht unverdient am Roten Main.
So liegt der oberfränkische Aufsteiger weiter nur drei Punkte hinter Platz 10, der den Klassenerhalt bedeutet und die Teilnahme an den Pre-Play-Offs ermöglicht.

Das nächste Heimspiel der Tigers findet am Sonntag, 18. Dezember, bereits um 16.30 Uhr gegen die Frankfurter Löwen statt.

Am kommenden Freitag müssen die Wagnerstädter bei Schlusslicht Heilbronner Falken antreten.


EHC Bayreuth - Bietigheim Steelers 3:2 (1:0, 0:2, 2:0)
Zuschauer: 1720. - Strafminuten: 4/18.
Bayreuth: Wiedemann, Hartung - Neher, Pavlu, Heider (2), Linden, Kasten, Potac, Mayer - Marsall, Kolupaylo (2), S.Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch, Wohlberg, Piskor, Kuhn, Filin, Fröhlich, Rypar.
Bietigheim: Mechel, Martinovic - Pommersberger (4), Brown, Steingroß (2), Borzecki (2), Alt - Schoofs, Weigandt, Sommerfeld, Zientek, Just, Wrigley (4), Fink, McKnight, Weller, Shevyrin (2), Gibson (2) +2.
Tore: 1:0 (1) Wohlberg (Geigenmüller, Heider); 1:1 (26) Wrigley (Steingroß, Schoofs); 1:2 (37) Sommerfeld (Brown, McKnight); 2:2 (45) Wohlberg (Geigenmüller); 3:2 (52) 5-3 Potac (Kolozvary, Geigenmüller).