Die Bayreuther fanden gut in die Partie, übernahmen mit drei schnellen Dreiern zunächst die Kontrolle (9:4, 5.) und sicherten sich einen 20:12-Vorsprung (10.) vor der ersten Viertelpause. Ausgerechnet der Ex-Bonner Steve Wachalski drehte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber mächtig auf und sorgte mit 14 Zählern vor der Pause dafür, dass die Hausherren meist ein kleines Polster hatten.

Erst kurz vor dem Seitenwechsel fanden die Gäste besser ins Spiel und konnten nach einem kleinen Lauf zum 36:36 ausgleichen. Medi-Kapitän Bastian Doreth, der für den in der zurückliegenden Woche verletzt ausgefallenen Jeff Xavier (Syndesmose) in die Startformation gerückt war, sicherte den Wagnerstädtern eine knappe 38:36-Pausenführung (20.).

Ken Horton war der herausragende Akteur nach dem Seitenwechsel: Der Bayreuther Power Forward, der bis dahin mit fünf Punkten noch relativ verhalten agiert hatte, lief nun heiß, traf aus allen Lagen und erstickte jegliche Bemühungen der Gäste, dem Spiel noch eine Wende zu geben, im Keim: Mit 25 Punkten (vier Dreier) und neun Rebounds verfehlte der US-Amerikaner am Ende nur haarscharf ein Double-Double.


Naymick noch ohne Punkte

Starke Unterstützung bekam Horton von den beiden Guards Jake Odum (10) und Bastian Doreth (11) sowie Neuzugang John Flowers (11), der sich in seinem dritten Spiel im Medi-Dress bereits gut integriert präsentierte. Das hat Drew Naymick (zuletzt Aris Saloniki/Griechenland) noch vor sich. Der erst Anfang der vergangenen Woche in Bayreuth eingetroffene US-Center blieb mit lediglich zwei Rebounds, drei Ballverlusten, vier Fouls und ohne Eintrag in die Korbschützenliste noch den Beweis schuldig, die erhoffte Verstärkung am Brett werden zu können. Bester Akteur bei den Gästen war College-Absolvent Aaron White mit 21 Punkten und sieben Rebounds.
"Es ist nicht einfach, zwei Tage lang mit zehn Mann zu trainieren. Und dann fällt der nächste um. Dennoch zeigt es, dass die Mannschaft trotz der vielen Ausfälle enger zusammen rückt. Jeder gibt ein bisschen mehr an Leistung, Härte, Energie und Willen. Das waren heute die spielentscheidenden Sachen. Bis auf einen Run hatten wir über die meiste Zeit eine solide Führung und konnten den Sieg am Ende souverän nach Hause fahren", kommentierte Bayreuths Cheftrainer Michael Koch nach Spielende zufrieden und sichtlich erleichtert.

Auch Jake Odum war begeistert: "Heute haben wir nicht nur 30, sondern 40 Minuten lang guten Basketball gezeigt. Bonn ist ein starkes Team in der Liga, aber wir wussten, was zu tun war. Trotz der vielen Verletzungen sind wir gestärkt ins Spiel gegangen und haben schnell die Kontrolle übernommen. Das hat uns gepusht und zum Sieg geführt." Der Bayreuther Spielmacher brachte es am Ende auf zehn Punkte, neun Assists und sechs Rebounds.


"Nicht viel gelaufen"

Mathias Fischer, Bonner Triner, sagte: "Bayreuth war ganz klar die bessere Mannschaft. Sie haben intensiver gespielt, gekämpft und die wichtigen Rebounds geholt. Natürlich haben sie auch sehr gut von draußen getroffen. Bei uns ist heute nicht viel gelaufen."


Medi Bayreuth - Telekom Baskets Bonn 77:64 (20:12, 18:24, 20:16, 19:12)
Medi Bayreuth: Horton (25 Punkte/ vier Dreier), Wachalski (20/2), Doreth (11/3), Flowers (11/1), Odum (10), Wolf, Naymick, Ziegenhagen, Mullings.
Telekom Baskets Bonn: White (21), Klimavicius (13), Clarke (9/1), Lawrence (7), McKinney (6/2), Mädrich (4), Koch (2), Chylinski (2), Mangold.
Zuschauer: 2819.