Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth hat in einer dramatischen Schlussphase gegen den starken Aufsteiger Gießen 46ers mit 72:74 (34:37) verloren. Die Wagnerstädter mussten erneut auf Travis Leslie (Muskelzerrung) verzichten. Während ihnen offensiv nur wenig gelingen wollte, trafen die Hessen aus allen Lagen. In der 8. Minute hatte Trainer Michael Koch nach einem Dreier von Gießens überragendem Spielmacher Braydon Hobbs zum 8:16 genug und beorderte seine Mannen erstmals zur Lagebesprechung an die Seitenauslinie - allerdings ohne sichtbaren Erfolg, denn bis zur ersten Viertelpause wuchs der Rückstand auf 12:23 (10.) an.

Deutlich konzentrierter starteten die Bayreuther in den zweiten Abschnitt. Vor allem die Hereinnahme von Steve Wachalski tat der Bayreuther Defensive gut, während Andreas Seiferth mehrfach erfolgreich abschließen konnte. Der enorm eifrige Daniel Mullings traf zum 26:30, zur Halbzeitpause lag Bayreuth nur noch mit 34:37 zurück.
Kenneth Horton egalisierte gleich nach dem Seitenwechsel von der Dreierlinie (37:37, 22.), John Flowers eroberte ebenfalls von jenseits der 6,75er-Linie die lautstark bejubelte erste Bayreuther Führung (42:39, 24.).

Doch die Hessen konterten prompt mit einem 8:0-Zwischenspurt (42:47, 26.) und verteidigten diesen Vorsprung bis in die letzte Viertelpause (50:58, 30.).

Ein Dreier von Wachalski sowie ein Korbleger von Bastian Doreth brachten die Koch-Schützlinge in der 37. Minute wieder auf Schlagdistanz (64:67). Andreas Seiferth glich zu Beginn der beiden Schlussminuten mit einem Dreier aus.

Nach einem Korbleger von Gabriel Olaseni war es Kapitän Doreth, der von der Dreierlinie die Medi-Führung (72:71, 39.) eroberte. Cameron Wells antwortete zehn Sekunden vor Spielende aus der gleichen Distanz (72:74). Odum ließ im letzten Angriff die Zeit herunterlaufen, passte dann zu Steve Wachalski, der in starker Bedrängnis den Ausgleich knapp verfehlte.


Trainerstimmen

Michael Koch (Bayreuth): Wir sind ohne Intensität gestartet, haben uns dann gesteigert und Herz gezeigt. Im letzten Gießener Angriff haben wir es versäumt, unsere Fouls zu nutzen und haben dann einen glücklichen Dreier kassiert. Wir haben heute keine Aggressivität von der Dreierlinie entwickelt, keiner wollte die Verantwortung übernehmen. Leider waren wir offensiv zu passiv.

Dennis Wucherer (Gießen): Mit dem Spiel bin ich nicht zufrieden, mit dem Resultat und der Tatsache, dass wir den letzten Wurf getroffen haben natürlich schon. Ansonsten war es ein schlampiges Spiel meiner Mannschaft. Viel von unserem Plan hat nicht funktioniert und wir haben dennoch einen Weg zum Sieg gefunden.


Bayreuth - Gießen
72:74 (34:37)
Medi Bayreuth: Flowers (13/1), Mullings (13/1), Doreth (6/1), Seiferth (14), Wachalski (11/2), Heyden, Odum (6/1), Ziegenhagen, Horton (9/1).
Gießen: Zazai, Hobbs (16/4), Bartolo (2), DiLeo (6), Palm (2), Lischka (5), Braimoh (12), Tadda (6), Wells (7/1), Olaseni (9), Wragge (9/3).
Zuschauer: 3064.