92 km/h zu schnell: Ein Motorradfahrer im Kreis Bayreuth gibt Gas und muss nun mit einer erheblichen Strafe rechnen, weil er am Donnerstag mit 192 km/h über die Bundesstraße gerast ist. Damit ist er einer von 1859 Temposündern in Franken, die beim Blitzmarathon 2016der Polizei erwischt worden sind. Bereits Tage zuvor wurden die Messstellen im Internet bekanntgeben, doch auch dieses Jahr, hat es viele Fahrzeugführer nicht davon abgehalten, schneller zu fahren als erlaubt. Bei der großangelegten Aktion ist an 274 Stellen in Franken kontrolliert worden. Die fränkische Polizei hat 77.182 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. 2,4 Prozent der Fahrer waren zu schnell unterwegs. Deutschlandweit verstießen 3,6 Prozent der Fahrer gegen die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Den Blitzmarathon gab es bundesweit zum vierten Mal.


Mittelfranken: die meisten Verstöße in Stadt und Landkreis Fürth

Beim Blitzmarathon 2016 hat die Polizei in Mittelfranken von Donnerstag, 6 Uhr bis Freitag, 6 Uhr an insgesamt 114 Stellen rund 43.000 Fahrzeuge ins Visier genommen. Davon waren 882 Fahrer zu schnell unterwegs, das sind 2,05 Prozent.
Trauriger Spitzenreiter des Blitzmarathons in Mittelfranken war ein Autofahrer auf der B2 bei Eckental, der mit 126 Kilometern pro Stunde unterwegs war, wo 70 Kilometer pro Stunde zugelassen waren. Noch schneller unterwegs, aber nicht im Rahmen des Blitzmarathons kontrolliert, war ein Motorradfahrer aus dem Landkreis Neustadt a.d. Aisch / Bad Windsheim. Er wurde auf der B470 Höhe Wiesendorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt mit 236 Kilometern pro Stunde bei erlaubten 100 Kilometern pro Stunde angehalten.

Besonders viele Fahrer wurden in Stadt und Landkreis Fürth wegen Geschwindigkeitsverstößen angehalten - hier waren es 230.


Unterfranken: Ein Mann wird zweimal geblitzt

In Unterfranken wurden an 90 Messstellen 9682 Fahrzeuge kontrolliert, das sind deutlich weniger als im Vorjahr - damals waren es 23234. Insgesamt wurden in Unterfranken 442 Fahrer wegen Verstößen angehalten, im Vorjahr waren es 533. Der Anteil der beanstandeten Fahrzeuge hat sich damit von 2,29 Prozent auf 4,5 Prozent erhöht.
Gleich mehrere Autofahrer fielen besonders negativ auf: In Bischofsheim an der Rhön war am Freitagabend gegen 20.15 Uhr ein Verkehrsteilnehmer bei erlaubten 100 Kilometern pro Stunde mit 158 Kilometern pro Stunde auf der Bundesstraße unterwegs. Auf der Staatsstraße 2271 war am Freitag gegen 0.50 Uhr ein Autofahrer bei erlaubten 80 Kilometern pro Stunde mit 131 Kilometern pro Stunde zu viel gefahren. In Mömbris an der Heimbacher Mühle wurde ein Autofahrer mit 95 Kilometern pro Stunde gemessen, wo 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind.

Besonders kurios war der Fall eines jungen Mannes, der innerhalb weniger Minuten gleich zwei Mal geblitzt wurde - an der gleichen Stelle. Auf der B27 war er zunächst in Richtung Karlstadt mit 98 Kilometern pro Stunde unterwegs bei erlaubten 70 Kilometern pro Stunde. Kurz darauf wurde er in der Gegenrichtung erneut erwischt - dieses Mal fuhr er immerhin noch 95 Kilometer pro Stunde.

Insgesamt zieht die Polizei in Unterfranken ein positives Fazit, denn die Fahrer waren laut Eindruck der Polizei zumeist vorsichtig und mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs. Auch zeigten sie an den Kontrollstellen großes Verständnis für die Aktion.


Oberfranken: Temposünder ist 92 km/h zu schnell

In Oberfranken wurden 24.500 Fahrzeuge kontrolliert, 535 dieser Fahrer fuhren schneller als erlaubt. Der Anteil der beanstanden Fahrzeuge liegt bei 2,18 Prozent. Den höchsten Verstoß verzeichnete die Polizei im Kreis Bayreuth. Hier raste ein Motorradfahrer mit 192 km/h auf der B22 bei Speichersdorf. Der 39-Jähriger hätte nur 100 km/h fahren dürfen. Nun muss er mit einem Bußgeld von 1200 Euro rechnen. Zudem erwarten ihn zwei Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von drei Monaten.
Die meisten Verstöße in Oberfranken wurden im Bereich Bayreuth gemessen. Hierzu zählen die Stadt und Landkreis Bayreuth und der Landkreis Kulmbach. 157 Verkehrsteilnehmer waren zu schnell unterwegs.

Die Polizei in Oberfranken zieht eine positive Bilanz. "Aus Sicht der oberfränkischen Polizei bleibt zurückblickend erneut der Eindruck, dass sich die Mehrheit der Fahrzeugführer an die vorgegebenen Geschwindigkeiten hielt", teilte sie am Freitag nach Abschluss des Blitzmarathons mit.