"Anschlag auf gesamten Stadtteil": Anwohner in Franken wegen Feuerwerk stocksauer

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Bayreuther zu Silvester stocksauer: "Anschlag auf gesamten Stadtteil"
In der Silvesternacht hatte die Feuerwehr Bayreuth zehn Einsätze abzuarbeiten. Links ist der Briefkasten vor Christian Niedermeyers Haus zu sehen.
Bayreuther zu Silvester stocksauer: "Anschlag auf gesamten Stadtteil"
Christian Niedermeyer; Feuerwehr Bayreuth (Archivbild); Collage: inFranken.de

"Brennt ein Haus, dann wohl alle", betont ein Anwohner im Gespräch mit inFranken.de. Der Franke wurde zur Zielscheibe eines brandgefährlichen Streichs.

Christian Niedermeyer wohnt in Bayreuths historischem Stadtteil St. Georgen. Als er sich am Dienstagabend (30. Dezember 2025) auf seinem Sofa aufhielt, bemerkte er plötzlich im Hof die blinkenden Lichter eines Feuerwehrfahrzeugs, berichtet er inFranken.de. Der Inhaber eines Pianohauses musste feststellen, dass jemand einen Böller in den Briefkasten vor seinem Haus in der Straße St. Georgen geworfen hatte.

Die Feuerwehr konnte mit reichlich Wasser das Innere löschen, musste dabei aber auch die gesamte Post im Kasten vernichten. "Der Briefkasten befindet sich keinen halben Meter entfernt von der Fensterscheibe eines Ladens", betont er. Wäre der Böller nicht gleich bemerkt worden und ein Brand ausgebrochen, hätte mehr als ein Haus in Gefahr sein können, so seine Sorge. Auch der Pressesprecher der Feuerwehr Bayreuth, Felix Lindner, verweist gegenüber der Redaktion auf das enorme Risiko von Böllern in Wohngebieten.

"Brennt ein Haus, dann wohl alle": Bayreuther in Sorge wegen Feuerwerk

"Dies war kein Streich, es war ein Anschlag auf einen ganzen Stadtteil", zeigt sich Niedermeyer, ein ehemaliger Feuerwehrmann der Einheit in St. Georgen, im Netz wütend. "Der Stadtteil ist über 300 Jahre alt, das Balkenwerk der Dächer und die Etagen in den Häusern ebenso." Der Abstand zwischen den Häusern betrage rund vier Meter. "Brennt ein Haus, dann wohl alle."

Zwar bestehen die Mauern aus Stein, doch Lindner und Niedermeyer machen auf das Dämmmaterial aufmerksam. Das Styropor oder der Kunststoff der Außendämmung seien brennbar. "Wenn eine Silvesterrakete durch den dünnen Putz an einer Außendämmung durchschlägt, entsteht zwischen Putz und Mauerwerk ein Glimmbrand", führt der Anwohner aus. Innerhalb von Sekunden könne ein ganzes Haus in Flammen stehen und könnten Häuserreihen damit zerstört werden. Die Sorge beschäftige ihn zu Silvester jährlich.

Auch Lindner warnt davor, die harmlos aussehenden Feuerwerkskörper zu unterschätzen. "Wir empfehlen sehr, Flächen zu wählen, die von Häusern nicht umgeben sind. Solange es keine Feuerwerksverbotszone gibt, kann man es den Bürgern aber auch nicht verbieten. Man kann nicht mehr als an die Vernunft der Leute appellieren." 

Erinnerung an vom Himmel fallende Vögel - Niedermeyer für feuerwerkfreies Silvester

Niedermeyer spricht sich für ein flächendeckendes Verbot aus und könnte auch auf ein zentral organisiertes Feuerwerk verzichten. Immerhin gebe es sauberere und sicherere Alternativen wie Drohnen. Auch verbinde er mit Silvesterfeuerwerk vor Schreck tot vom Himmel fallende Vögel, wie er es in Hamburg erlebt habe. Ein Edeka-Inhaber aus Roth unterstützt Silvesterfeuerwerke ebenfalls nicht. Er verkauft nicht nur keine Böller, sondern schließt sich auch noch zu Silvester in seinem Keller ein.

Ein Video von einer enormen Schlange vor einem Feuerwerksgeschäft im Kreis Bamberg zeigt jedoch, wie viele Menschen nicht darauf verzichten wollen. Mehr Videoüberwachung, um Täter aufspüren zu können, hält Christian Niedermeyer ebenfalls für sinnvoll für ein sichereres Gefühl in seiner Stadt. Weitere Nachrichten aus Bayreuth und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.