Trinkwasser in Kanistern aus dem nächsten größeren Ort holen. Damit assoziiert man gemeinhin Verhältnisse etwa in Afrika. Doch Derartiges ist noch heute und genau vor unserer Haustüre der Fall: In Untersteinach, einem Ortsteil der Steigerwaldgemeinde Burgwindheim. Dort versorgen sich die etwa 125 Bewohner in den 33 Anwesen aus den eigenen Brunnen. Doch deren Wasserqualität ist bei einen nachweislich so schlecht, dass die Behörden seit Jahren eine andere Lösung fordern. Die könnte in einer Nachrüstung der Brunnen, oder einer dezentralen Lösung also gemeinschaftlicher Versorgung aus den besten Brunnen bestehen, oder aber im Anschluss an eine zentrale Wasserversorgung bestehen.

Um Letzteres bemüht sich die Gemeinde seit längerem. Nachdem auch die Mehrheit der Untersteinacher sich vor zwei Jahren dafür ausgesprochen hat. An sich sollte der Anschluss kein Problem darstellen, gehört man doch bereits seit dem Jahr 1978 dem Wasserzweckverband Auracher Gruppe an.

Und laut deren Ausbauplänen wäre der Anschluss Untersteinachs für das Jahr 2015 vorgesehen. Doch die Zeit drängt. Schließlich drängt auch die am Landratsamt fürs Trinkwasser zuständige Abteilung auf eine Lösung, die für nachhaltig gutes Trinkwasser in Untersteinach sorgt. Da Brunnenbenutzer jährlich einmal das Wasser daraus untersuchen lassen und das Ergebnis dem Landratsamt mitteilen müssen, hat man hier den Überblick.

Klar ist, dass die Untersteinacher nicht die nun geforderten Auflagen erfüllen wollen bzw. können. In der Marktgemeindratssitzung machten sie deutlich, dass sie nicht jetzt jeweils rund 10.000 in neue Filter und Maßnahmen für ihre Brunnen investieren, wenn sie in zwei Jahren Wasserherstellungsbeiträge zahlen müssen.

So drängt die Zeit. Deswegen hatte es auch schon etliche Besprechungen gegeben und die Auracher Gruppe ein Büro mit der Planung für den Anschluss beauftragt. Die Gesamtkosten für das Vorhaben betragen rund 550.000 Euro, über Beiträge würden 250.000 Euro finanziert, womit ein Defizit von 300.000 Euro bleibt. Für einen vorgezogenen, frühzeitigen Baubeginn würde die Gemeinde Burgwindheim diese Summe (300.000) vorfinanzieren. Allerdings darf sie das nicht zinslos. Das heißt man muss später auch die Zinsen von der Auracher Gruppe zurückfordern, so will es die Kommunalaufsicht.

Zwei Anlieger wollen nicht

Ein weiteres Problem stellt der Kirchweg mit seinen elf Anliegern. Denn in dem soll ein Teil der Leitung verlegt werden, wofür (und so ist es üblich) die Übertragung von Grunddienstbarkeiten erforderlich ist. Bis auf zwei Anlieger sind alle dazu bereit. Eine andere Trassenführung wäre laut dem vom Zweckverband beauftragten Planungsbüro rund 80.000 Euro teurer.

Die beiden betroffenen Anlieger wollen nicht mit der Gemeinde reden, informierte Bürgermeister Heinrich Thaler (CSU) den Marktgemeinderat auf Nachfrage. Wie weiter zu erfahren war, hegt einer von ihnen die Befürchtung, die Grunddienstbarkeit können möglicherweise irgendwann einmal auf Dritte übertragen werden.

Thaler ließ auch wissen, dass der Bau der Wasserleitung Auswirkungen auf den vom Landkreis beschlossenen Ausbau der durch Untersteinach führenden Kreisstraße habe. Die würde wohl erst gebaut, wenn zuvor die Wasserleitung verlegt ist, damit nicht eine neue Straße gleich wieder aufgerissen werden muss.

Zustände können nicht bleiben

In der Sitzung stellte sich das Gremium klar hinter das Projekt, denn die Zustände in Untersteinach können wohl so nicht bleiben.

Uta von Plettenberg, die am Landratsamt mit dem Vorgang befasst ist, bestätigt, seitens der Behörde werde auf eine baldige Lösung gedrängt, dazu gehöre ein Runder Tisch mit den Zuständigen und Beteiligten."Der Anschluss wird forciert", erklärt die für das Gesundheitswesen zuständige Juristin.

Schließlich kann es nicht sein, dass in Untersteinach Trinkwasser geholt werden muss, etliche Liter in den Kanal laufen müssen, bis man in halbwegs hellem Wasser baden oder Wäsche waschen kann, und dass Wasser im Kasten der Klospülungen die Farbe aufweist, mit der sie eigentlich in den Kanal und nicht in die Schüssel kommt...