Hat die Stadtverwaltung nun doch die Orte in der Innenstadt gekennzeichnet, an denen der Alkoholkonsum verboten ist? Nein. Es handelt sich um eine Aktion der Piraten-Partei.

In einer Mitteilung heißt es unter anderem: "Die Piraten helfen damit der Stadt und ihren Verwaltungsorganen, transparent zu ihrer Verbotspolitik zu stehen und die Bürger und Gäste der Stadt darüber aufzuklären, dass der Alkoholkonsum in Teilen der Innenstadt eine Ordnungswidrigkeit darstellt."

An den gekennzeichneten Stellen ist eine trinkende Person zu sehen, die von einem Verbotsschild verdeckt wird. Daneben steht "Alkoholverbotszone" geschrieben.

Müssen die Piraten nun mit Ärger vonseiten der Stadt Bamberg rechnen? "Nein", sagt Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar. "Das ist als satirische Aktion im Rahmen der aktuellen Debatte zu sehen. Deswegen verfolgen wir das nicht weiter." Da es sich um Kreide handle, würden die gekennzeichneten Stellen von selbst verschwinden.

In der Pressemitteilung der Piraten-Partei heißt es: Man wolle nur auf einen Missstand aufmerksam machen, weswegen Kreidespray verwendet worden sei. Nach dem nächsten Regen sollten die Markierungen weitestgehend verschwunden sein. Das wünsche man sich auch für die Alkoholverbote.

FDP meldet sich auch zu Wort

Ebenfalls gegen ein Alkoholverbot oder zumindest dessen Eingrenzung ist der FDP-Ortsverband Bamberg, allerdings speziell in Bezug auf die Untere Brücke. Die Partei meldete sich gestern in einer Mitteilung zu Wort.
In einem Antrag an den Oberbürgermeister fordert die FDP, das Alkoholverbot auf der Unteren Brücke entweder grundsätzlich aufzuheben. Oder es solle künftig im Sinne eines Kompromisses erst ab Mitternacht - bis 6 Uhr morgens - in Kraft treten.

Zudem fordert die Partei in ihrem Schreiben, dass in den Sommermonaten mehr Mülleimer im Umfeld der Unteren Brücke bereitgestellt werden.

Das leise Spielen von Live-Musik solle auch künftig erlaubt sein. Dazu heißt es: "Im Dialog mit Vertretern der Bamberger Jugend, der Anwohner und der Polizei sollte nach Möglichkeiten gesucht werden, wie die jungen Menschen in angemessener Weise darauf aufmerksam gemacht werden können, wenn die Nachtruhe der Anwohner dadurch beeinträchtigt wird."

Schließlich sollen Hinweisschilder zu den Regelungen an der Unteren Brücke aufgestellt werden.